Beschäftigung, Soziales und Integration

Blaupause zur Branchenzusammenarbeit für Kompetenzen

Die Blaupause zur Branchenzusammenarbeit für Kompetenzen wurde 2016 mit der europäischen Agenda für Kompetenzen eingeführt. Seitdem hat die Kommission im Rahmen des Programms Erasmus+ 21 Projekte zur Umsetzung der Blaupause ausgewählt.

Die Blaupause baut auf früheren Arbeiten der Kommission und der sektoralen Partner auf, um das Missverhältnis zwischen Qualifikationsangebot und ‑nachfrage in den einzelnen Wirtschaftszweigen anzugehen. Vor allem die Allianzen für branchenspezifische Fertigkeiten sind hervorzuheben.

Die Blaupause ist eine der wichtigsten Initiativen der europäischen Kompetenzagenda 2020. Sie soll gemäß der aktualisierten Industriepolitik der EU neue strategische Ansätze und eine Zusammenarbeit im Hinblick auf konkrete Lösungen für die Kompetenzentwicklung in den industriellen Ökosystemen ermöglichen.

Im Rahmen des neuen Programms Erasmus+ (2021-2027) setzt die neue Maßnahme „Allianzen für Innovation – Los 2: Allianzen für die branchenspezifische Zusammenarbeit zur Kompetenzförderung“ die Blaupause um.

Sinn und Zweck der Blaupause:

  • Erfassung von Daten über Kompetenzen sowie deren Aufnahme in die CEDEFOP-Datenbank
  • Entwicklung einer Strategie für branchenspezifische Kompetenzen
  • Entwicklung konkreter Bildungs- und Ausbildungslösungen für eine rasche Einführung auf regionaler und lokaler Ebene sowie für neu entstehende Berufe
  • Aufstellung eines langfristigen Aktionsplans
  • Nutzung von EU-Instrumenten wie EQRESCOEuropass oder EQAVET
  • Bekämpfung von Fachkräftemangel und Arbeitslosigkeit

Im Rahmen der Allianzen kommen Interessenträger aus industriellen Ökosystemen zusammen, unter anderem:

  • Unternehmen
  • Gewerkschaften
  • Forschungsinstitute
  • Einrichtungen der allgemeinen und beruflichen Bildung
  • Behörden

Branchenbezogene Qualifizierungsprojekte

Die Kommission wählt im Rahmen der jährlichen Erasmus+-Ausschreibung Allianzen für die Blaupause aus und fördert die Projekte finanziell. Die Vorschläge werden anhand der Förder-, Vergabe-, Ausschluss- und Zuschlagskriterien bewertet.

Im Sinne der allgemeinen Wachstumsstrategie für das jeweilige Ökosystem und der hierfür benötigten Kompetenzen entwickelt jede Allianz eine eigene Strategie für branchenspezifische Fertigkeiten.

Die Allianz-Partner untersuchen, wie sich der grüne und der digitale Wandel auf den Arbeitskräfte- und Qualifikationsbedarf auswirken könnten.

Anschließend legen sie Schwerpunkte und Etappenziele für die Maßnahmen fest und entwickeln konkrete Lösungen, zum Beispiel die Erstellung oder Aktualisierung von Lehrplänen bzw. Qualifikationen angesichts geänderter oder neuer Berufsprofile.

Die Arbeit dieser Allianzen, d. h. Datenerhebung, Qualifikationsstrategien, Berufsprofile, Ausbildungsprogramme und langfristige Planung auf Branchenebene, kommt den branchenspezifischen Partnerschaften innerhalb des Kompetenzpaktes erheblich zugute.

Einführung auf nationaler und regionaler Ebene

Die Ergebnisse der Blaupause-Allianzen werden – einem innerhalb der Partnerschaft entwickelten Umsetzungsplan folgend – auf nationaler und regionaler Ebene umgesetzt, z. B. durch groß angelegte Kompetenzpakt-Partnerschaften.

Zu erwarten sind weitere politische Synergien mit regionalen Strategien für intelligente Spezialisierung, Industrie-Clustern oder Zentren der beruflichen Exzellenz.

Sonstige EU-Mittel für die Kompetenzentwicklung

Die Europäische Union steht vor einer neuen Haushaltsperiode. Bei der Festlegung ihrer Prioritäten hat sie im Rahmen des ESF+, von Erasmus+, Digitales Europa und InvestEU Milliarden von Euro für Kompetenzen zweckgebunden.

Auch in der neuen Aufbau- und Resilienzfazilität des europäischen Aufbauplans sind Investitionen in Kompetenzen ein Schwerpunkt.

Einer der sieben Investitionsbereiche betrifft Umschulung und Weiterbildung. Die Kommission hat die Mitgliedstaaten daher nachdrücklich aufgefordert, dieses Geld in Kompetenzen zu investieren.

Informationen zu den EU-Programmen und deren Finanzierung 

Allianzen

Die ersten fünf Allianzen haben im Januar 2018 ihre Arbeit aufgenommen:

Weitere Allianzen folgten im Januar 2019:

Ende 2020/Anfang 2021 starteten sechs weitere Allianzen zur Blaupause:

Die folgenden sechs Branchen kommen demnächst für eine finanzielle Unterstützung im Rahmen von Erasmus+ in Frage:

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