Beschäftigung, Soziales und Integration

Italien - Leistungen bei Mutterschafts- und Vaterschaftsurlaub

In diesem Abschnitt werden folgende Leistungen erörtert:

  • Mutterschaftsurlaub (congedo di maternità): Während der Schwangerschaft und dem Wochenbett ist ein Arbeitsverbot für die berufstätige Mutter vorgesehen. Bei selbstständigen oder freiberuflich tätigen Müttern ist die Zuwendung nicht an ein Arbeitsverbot gekoppelt.
  • Vaterschaftsurlaub (congedo di paternità): Siebentägiger bezahlter Pflichturlaub (in Anspruch zu nehmen innerhalb von 5 Monaten nach Geburt des Kindes und nicht notwendigerweise fortlaufend), der zur selben Zeit wie der bezahlte Mutterschaftsurlaub gewährt wird. Im Falle von schwerwiegenden Gründen, die es der Mutter unmöglich machen, sich um das Kind zu kümmern, hat der Vater Anrecht auf Vaterschaftsurlaub mit der dazugehörigen Zuwendung. In den fünf Monaten nach der Geburt des Kindes kann der Vater Anspruch auf einen zusätzlichen Tag unbezahlten Urlaubs haben (der gezahlt werden kann, wenn die Mutter bereit ist, ihm diesen Tag von ihrem Mutterschaftsurlaub zu übertragen).
  • Gutschein für werdende Mütter (der sogenannte Bonus mamma domani) wird schwangeren Frauen mit Vollendung des 7. Schwangerschaftsmonats oder bei Geburt gewährt. Wird ebenfalls gewährt bei Adoption oder einer Adoption vorausgehender Pflegeelternschaft.
  • Zusätzlicher fakultativer Elternschaftsurlaub (congedo parentale facoltativo): Bis zum 8. Lebensjahr des Kindes bzw. binnen 8 Jahren seit Aufnahme des Adoptivkindes oder sorgeberechtigten Kindes in die Familie haben die Eltern darüber hinaus die Möglichkeit, Elternurlaub in Anspruch zu nehmen.

Während des Mutterschafts- bzw. Vaterschaftsurlaubs besteht Anspruch auf eine Lohnersatzleistung.

Eine finanzielle Zuwendung ist auch im Falle eines freiwilligen Elternurlaubs vorgesehen.

Es besteht ein Anrecht auf solche Leistungen auch im Falle der Adoption von Minderjährigen oder der Erteilung des Sorgerechts für Minderjährige (Pflegekinder).

Wann haben Sie Anspruch auf diese Leistungen?

Anspruch auf Mutterschaftsurlaub besteht für den Zeitraum des Arbeitsverbots, wenn Sie Arbeitnehmerin sind und - in besonderen Fällen - wenn Sie Landarbeiterin, Haushaltshilfe oder Altenpflegerin, Heimarbeiterin, Arbeitslose oder Arbeiterin mit einem unterbrochenen Arbeitsvertrag sind.

Wenn Sie einer der folgenden Kategorien angehören, besteht kein Arbeitsverbot: Selbstständige, Freiberuflerinnen, Arbeitnehmerinnen mit befristetem Arbeitsvertrag eingeschrieben in der separaten Verwaltung der Staatlichen Anstalt für soziale Fürsorge (INPS).

Anspruch auf Vaterschaftsurlaub besteht, wenn Sie Vater und Arbeitnehmer sind. Sie können während des Pflichturlaubs der Mutter 7 Tage Urlaub nehmen plus einen freiwilligen unbezahlten Urlaubstag. Zusätzlich haben Sie Anspruch auf den Zeitraum des Mutterschaftsurlaubs, wenn es der Mutter Ihres Kindes unmöglich ist, sich um das Kind zu kümmern, wie in folgenden Fällen: Tod oder schwere Geisteskrankheit, Verlassen des Kindes, alleiniges Sorgerecht für den Vater.

Wenn Sie den 7. Monat Ihrer Schwangerschaft vollendet haben oder dabei sind, ein Kind zu adoptieren, können Sie Anspruch auf den Gutschein für werdende Mütter haben.

Eltern, die Arbeitnehmer, selbstständig oder Freiberufler sind, haben unter bestimmten Bedingungen Anspruch auf Elternurlaub.

Welche Voraussetzungen sind zu erfüllen?

Im Allgemeinen besteht für den Mutterschaftsurlaub kein Mindestbeitrag als Voraussetzung. Eine Ausnahme besteht, wenn Sie Landarbeiterin, Haushälterin, Selbstständige, die in der separaten Verwaltung der staatlichen Anstalt für soziale Fürsorge (INPS) eingeschrieben oder freiberuflich tätig sind.

Während des Mutterschaftsurlaubs ist die Erwerbstätigkeit zu unterbrechen. Diese Pflicht besteht nicht, wenn Sie der Kategorie der Selbstständigen, der Freiberuflerinnen und der Arbeiterinnen mit befristetem Arbeitsvertrag, die in der separaten Verwaltung der Staatlichen Anstalt für soziale Fürsorge (INPS) eingeschrieben sind, angehören.

Auch während des Vaterschaftsurlaubs ist die Erwerbstätigkeit zu unterbrechen.

Der Gutschein für werdende Mütter kann mit Vollendung des 7. Schwangerschaftsmonats oder im Bezug auf eine Adoption oder eine Pflege beantragt werden, und innerhalb eines Jahres von der Geburt des Kindes, Adoption oder Pflege.

Für den Elternurlaub kann der Antrag sowohl vom Vater als auch von der Mutter gestellt werden, und zwar bis zur Vollendung des 12. Lebensjahres des Kindes bzw. binnen zwölf Jahren seit Eintritt des Adoptiv- bzw. Pflegekindes in die Familie.

Worauf haben Sie Anspruch und wie stellen Sie den Antrag?

Das Mutterschaftsgeld beträgt 80% des Lohns und wird für 5 Monate ausgezahlt (2 Monate vor und 3 Monate nach dem Tag der Entbindung oder 1 Monat vor und 4 Monate nach Entbindung). Der Urlaub wird verlängert im Fall einer Frühgeburt oder aufgeschoben im Fall eines Krankenhausaufenthaltes des Neugeborenen. Im Falle der Adoption oder Erteilung des Sorgerechts laufen die 5 Monate ab dem Datum des Eintritts des Pflege- bzw. Adoptivkindes in die Familie.

Im Falle eines Schwangerschaftsabbruchs nach dem dritten Schwangerschaftsmonat wird die Zuwendung für 30 Tage ausgezahlt. Ein Schwangerschaftsabbruch nach dem 180. Tag wird in vollem Umfang als „Entbindung“ betrachtet.

Vaterschaftsurlaub: entspricht 100% des Lohns für sieben Tage.

Außerdem sind folgende Leistungen vorgesehen:

  • Mutterschaftsgeld, das von Ihrer Wohngemeinde ausgezahlt wird, für alle Kinder, die von EU-Bürgern oder Bürgern aus Drittländern mit Aufenthaltserlaubnis geboren oder adoptiert wurden. Diese Zuwendung ist nicht mit anderen Mutterschaftsleistungen kumulierbar. Der Betrag kann unterschiedlich hoch sein und die Obergrenze der Auszahlung wird jährlich auf der Grundlage des Indikators zur Einkommens- und Vermögenslage (ISEE) berechnet. Die Obergrenze kann je nach Wohngemeinde variieren.
  • Staatliches Mutterschaftsgeld: diese Sozialleistung geht zulasten des Staates und wird direkt von der Staatlichen Anstalt für soziale Fürsorge gewährt und ausgezahlt. Dies erfolgt im Falle von atypischer oder diskontinuierlicher Arbeit, die keinen ausreichenden Schutz liefert.
  • Gutschein für werdende Mütter: eine einmalige Pauschalzahlung von 800 EUR.

Das Vaterschaftsgeld entspricht 100% des Lohns für den siebentägigen Pflichturlaub innerhalb von 5 Monaten nach der Geburt, welcher gleichzeitig mit dem bezahlten Mutterschaftsurlaub gewährt werden kann und in nicht-aufeinanderfolgenden Monaten genommen werden kann (der optionale Zusatztag kann gezahlt werden, wenn die Mutter zustimmt, ihn von ihrem Mutterschaftsurlaub auf den Vater zu übertragen).

Zuwendung bei zusätzlichem fakultativen Elternschaftsurlaub:

Als berufstätige Elternteile haben Sie das Recht, der Arbeit für einen Zeitraum von insgesamt höchstens 11 Monaten nach Ablauf des obligatorischen Mutterschaftsurlaubs fernzubleiben. Dies gilt auch für Adoptiv- oder sorgeberechtigte Elternteile. Die Zuwendung beträgt 30% des Lohns und wird für einen Zeitraum von maximal 6 Monaten für beide Elternteile zusammen während der ersten 3 Lebensjahre des Kindes oder für die ersten 3 Jahre seit Eintritt in die Familie im Falle von Adoption oder Erteilung des Sorgerechts ausgezahlt. Für Beamte werden während der ersten 30 Tage des Urlaubs 100% der vorherigen Einkünfte gezahlt.

Sobald 6 Monate überschritten wurden (und bis das Kind das 12. Lebensjahr vollendet), wird die Zuwendung für weitere, vom Gesetz vorgesehene 5 Monate ausgezahlt, unter der Bedingung, dass das persönliche Einkommen niedriger ist als das 2,5-fache der zu diesem Zeitpunkt geltenden Minimumrente.

Als selbstständige Arbeiterin besteht Anspruch auf freiwilligen Elternurlaub für 3 Monate. Dies gilt ab dem ersten Lebensjahr des Kindes. Für diese Zeit besteht ein Arbeitsverbot.

Am Ende des obligatorischen Mutterschaftsurlaubs und als Alternative zum freiwilligen Elternurlaub kann ein Voucher zum Erwerb von Babysitterdiensten beantragt werden, d.h. ein Beitrag, um die Lasten des öffentlichen Netzes der Leistungen für die Kindheit oder die akkreditierten Privatdienste für einen Zeitraum von maximal 6 Monaten zu tragen.

Eltern von Adoptiv- und Pflegekindern haben Anspruch auf die gleichen Formen des sozialen Schutzes mit Ausnahme der Erteilung des Sorgerechts ohne Anspruch auf Adoption. In diesem Falle ist eine Urlaubszeit von 3 Monaten vorgesehen, die auch gesplittet in einem Zeitraum von 5 Monaten ab Datum der Erteilung des Sorgerechts in Anspruch genommen werden kann.

Wenn Sie bei der staatlichen Anstalt für soziale Fürsorge eingeschrieben sind, ist der Antrag auf Mutterschafts- oder Vaterschaftsleistungen oder auf freiwilligen Elternurlaub sowohl dem Arbeitgeber als auch der Staatlichen Anstalt für soziale Fürsorge (INPS) vorzulegen. Anträge an die Staatliche Anstalt für soziale Fürsorge müssen wie eingereicht werden, wie es auf diesem Link beschrieben ist.

Der telematische Antrag muss vor Beginn des Mutterschaftsurlaubs eingereicht werden, spätestens ein Jahr nach Ablauf des entschädigungsfähigen Zeitraums.

Sind Sie Arbeitnehmerin, müssen Sie das Geburtsdatum Ihres Kindes und die dementsprechenden Personalien binnen 30 Tagen nach Entbindung durch eine der obengenannten telematischen Dienste mitteilen.

Sind Sie selbstständig, ist der telematsche Antrag bei Entbindung einzureichen.

Die ärztliche Schwangerschaftsbescheinigung sowie alle anderen ärztlichen Bescheinigungen, die zur Auszahlung des Mutterschafts- bzw. Vaterschaftsgeldes verlangt werden, sind im Original einzureichen. Diese Bescheinigungen müssen beim zuständigen Büro der Staatlichen Anstalt für soziale Fürsorge eingereicht werden, und zwar persönlich am Schalter oder per Einschreiben in einem verschlossenen Umschlag.

Auf dem Umschlag, der die ärztlichen Bescheinigungen enthält, sollten folgende Informationen angegeben werden:

  • Die Protokollnummer, die bei der Onlineübermittlung der Daten geliefert wird.
  • Die Schreibweise „documentazione domanda di maternità/paternità - certificazione medico-sanitaria“ (Unterlagen Antrag auf Mutterschafts-/Vaterschaftsgeld - ärztliche Bescheinigungen) sollte auf dem Umschlag angegeben werden.

Informationen für Freiberuflerinnen sind auf der Webseite der entsprechenden Vorsorgeeinrichtung erhältlich.

Fachsprache übersetzt

  • «INPS»: Staatliche Anstalt für soziale Sicherheit.
  • «Fürsorgeanstalten und Sozialhilfeämter (Patronati, CAF»: genehmigte Einrichtungen, die den Bürger bei der Ausfüllung und der telematischen Übermittlung des Antrags auf Leistungen unterstützen (dieser Service ist kostenlos).
  • «ISEE»: Indikator zur Einkommens- und Vermögenslage (ermöglicht die Bewertung der wirtschaftlichen Situation der Familien und berücksichtigt hierbei Einkommen, Vermögen und Zusammensetzung des Haushalts).
  • «Mutterschaftsurlaub»: Zeitraum des Beschäftigungsverbotswährend der Schwangerschaft und des Wochenbetts.
  • «Vaterschaftsurlaub»: kurzer Zeitraum des bezahlten Pflichturlaubs und Abwesenheit vom Arbeitsplatz, der dem Vater zusteht, falls die Mutter aus schwerwiegenden Gründen ihren Urlaub nicht in Anspruch nehmen kann.
  • «Gutschein für werdende Mütter»: eine einmalige Pauschalzahlung für schwangere Frauen, die den 7. Schwangerschaftsmonat vollendet haben oder für Adoptiv- und Pflegeeltern.
  • «Zusätzlicher fakultativer Elternschaftsurlaub»: Zeitraum der Arbeitsniederlegung, der beiden Elternteilen für eine gewisse Anzahl von Monaten und binnen eines bestimmten Alters des Kindes zusteht.

Gegebenenfalls auszufüllende Formulare

Der Antrag auf Leistungen für Mutterschafts- Vaterschafts- und freiwilligen Elternurlaub ist bei der Staatlichen Anstalt für soziale Fürsorge (INPS) einzureichen und dem Arbeitgeber vorzulegen. Das entsprechende Formular (MAT, Kode SR01) kann auf der Webseite der INPS heruntergeladen werden.

Informationen für Freiberuflerinnen sind auf der Webseite der entsprechenden Fürsorgeanstalt erhältlich.

Ihre Rechte

Diese Links liefern Informationen zu den vom italienischen Gesetz vorgesehenen Rechten der sozialen Sicherheit:

Über den folgenden Link erhalten Sie Zugang zu den Veröffentlichungen der Europäischen Kommission über die Koordinierung der Rechte der sozialen Sicherheit für diejenigen, die in der EU reisen oder sich in der EU bewegen: http://ec.europa.eu/social/main.jsp?catId=849&langId=de

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