Überblick - Harmonisierte Europäische Zeitverwendungserhebungen (HETUS)

Harmonisierte Europäische Zeitverwendungserhebungen (HETUS) – Überblick

Einleitung

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Was sind die Harmonisierten Europäischen Zeitverwendungserhebungen?

Bei den Harmonisierten Europäischen Zeitverwendungserhebungen (HETUS) handelt es sich um nationale Erhebungen, die in europäischen Ländern durchgeführt werden, um zu beziffern, wie viel Zeit die Menschen für verschiedene Tätigkeiten aufwenden, unter anderem für bezahlte Arbeit, Hausarbeit und Versorgung der Familie, persönliche Betreuung, Freiwilligentätigkeit, soziales Leben, Reisen und Freizeit.

Die wichtigsten Erhebungsinstrumente sind ein Haushaltsfragebogen, ein individueller Fragebogen und ein Tagebuch, in das die Auskunftspersonen ihre täglichen Aktivitäten in Zeitfenstern von zehn Minuten eintragen. HETUS wird etwa alle zehn Jahre auf der Grundlage eines Gentlemen’s Agreement zwischen den teilnehmenden Ländern und Eurostat durchgeführt.

Bislang hat die Harmonisierte Europäische Zeitverwendungserhebung zweimal stattgefunden:

  • HETUS 2000 (Runde 1, 1998-2006): durchgeführt in 15 europäischen Ländern.
  • HETUS 2010 (Runde 2, 2008-2015): durchgeführt in 18 europäischen Ländern – 15 EU-Mitgliedstaaten, 3 Nicht-EU-Länder (Norwegen, Serbien und Türkei).

Die nächste Runde ist für 2020 geplant. Das Methodikhandbuch, das Hauptdokument mit Leitlinien für die harmonisierte Datenerfassung, wurde Anfang 2019 fertiggestellt. Viele Länder haben noch nicht entschieden, ob sie eine Zeitverwendungserhebung (TUS) in Runde 3 durchführen.

Vergleichbarkeit der Ergebnisse

Die teilnehmenden Länder folgten für die Runden 2000 und 2010 den Leitlinien zur Methodik und verwendeten soweit wie möglich standardisierte Erhebungsdesigns und statistische Klassifikationen. Dies bedeutet, dass die Ergebnisse der einzelnen Länder weitgehend vergleichbar sein sollten. Darüber hinaus blieben die wichtigsten Komponenten der Erhebung im Zeitverlauf stabil, wodurch eine zeitliche Vergleichbarkeit weitgehend gewährleistet ist. HETUS 2010 dürfte also generell mit HETUS 2000 vergleichbar sein.

Allerdings werden mit HETUS detaillierte Angaben zu Aspekten des sozialen Lebens der Auskunftspersonen nur alle zehn Jahre erfasst. Die zeitliche Vergleichbarkeit ist daher problematisch, da viele Aktivitäten in diesem Zeitraum aufgegeben und durch neue ersetzt werden. Darüber hinaus ist der Zeitraum für die Datenerhebung in den einzelnen Ländern sehr unterschiedlich: In Runde 2 (2010) erstreckte sich die nationale Datenerhebung über acht Jahre (2008-2015).

Wie andere Erhebungen basieren die Zeitverwendungserhebungen auf repräsentativen Bevölkerungsstichproben. Ihre Ergebnisse können daher die mit Zufallsstichproben einhergehenden üblichen Arten von Fehlern aufweisen. Die Genauigkeit der Ergebnisse ist vom Stichprobenumfang, von den Effekten des Stichprobendesigns und der Struktur der untersuchten Population abhängig. Darüber hinaus müssen auch systematische Fehler berücksichtigt werden. Insbesondere für HETUS haben die nationalen statistischen Ämter (NSÄ) die Stichprobengröße und das Design auf der Grundlage des eigenen Bedarfs an Präzision festgelegt. Stichprobendesign und Stichprobenumfang unterscheiden sich daher von Land zu Land erheblich.

Im ersten Quartal 2019 gab Eurostat aktualisierte Empfehlungen zur weiteren Standardisierung von HETUS heraus. Die entsprechenden Leitlinien 2018 für die HETUS-Runde 3 enthalten zum ersten Mal eine detaillierte Liste mit zu übermittelnden Variablen. Diese Liste wurde von der TUS-Arbeitsgruppe, die sich aus Vertretern von Eurostat und den EU-Ländern zusammensetzt, genehmigt.

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Die Harmonisierungsbemühungen für die Europäischen Zeitverwendungserhebungen werden detailliert in den HETUS 2018 Methodological Guidelines erklärt.