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EU-Strategie 2007-2012

25% weniger Arbeitsunfälle bis zum Jahr 2012

Mit einer Fünfjahresstrategie für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz sollten Arbeitsunfälle EU-weit um ein Viertel reduziert werden. Im Zeitraum 2002–2004 gingen die tödlichen Unfälle bereits um 17 % zurück, während bei den Unfällen, die einen Arbeitsausfall von drei oder mehr Tagen zur Folge haben, ein Rückgang von 20 % verzeichnet wurde. Doch sind die Fortschritte ungleich über die einzelnen Länder, Wirtschaftszweige, Unternehmen und Kategorien von Arbeitnehmern verteilt. Veränderungen im Arbeitsleben führen zu neuen Risiken am Arbeitsplatz, und bestimmte berufsbedingte Krankheiten nehmen zu.

Trotz beachtlicher Fortschritte in den letzten Jahren besteht nach wie vor ein großes Potenzial für Verbesserungen. Die Kosten für Berufskrankheiten und Arbeitsunfälle verteilen sich nicht gleichmäßig auf alle Beteiligten. Die Einkommensverluste aufgrund krankheitsbedingter Abwesenheit vom Arbeitsplatz belaufen sich für die europäischen Arbeitnehmer auf ca. 1 Milliarde Euro im Jahr. Für die Arbeitgeber entstehen Kosten im Zusammenhang mit Krankengeld, Ersatz abwesender Arbeitnehmer und Produktivitätsverlusten – wovon viele nicht durch Versicherungen abgedeckt sind. 

Kleine und mittlere Unternehmen sind hiervon mit 82 % aller arbeitsbedingten Verletzungen und 90 % aller tödlichen Unfälle besonders betroffen. In Wirtschaftszweigen wie dem Baugewerbe, der Landwirtschaft oder dem Verkehrs- und Gesundheitswesen besteht ein überdurchschnittlich hohes Risiko für Arbeitsunfälle. Junge Arbeitnehmer, Wanderarbeitnehmer, ältere Arbeitnehmer und Menschen in unsicheren Arbeitsverhältnissen sind ungleich stärker betroffen. 

Bestimmte Krankheiten nehmen zu: Dazu gehören Erkrankungen des Bewegungsapparates – z. B. Rückenschmerzen, Gelenkprobleme und Verletzungen durch monotone Beanspruchung – sowie durch psychische Belastung verursachte Krankheiten. 

Die Strategie für den Zeitraum 2007–2012 hatte zum Ziel, Berufskrankheiten und Arbeitsunfälle EU-weit nachhaltig zu reduzieren. Demnach sollte die Anzahl der Arbeitsunfälle durch eine Reihe von Maßnahmen auf europäischer und nationaler Ebene um 25 % reduziert werden. Zu den Maßnahmen gehören:

  • Verbesserung und Vereinfachung der geltenden Rechtsvorschriften und deren verstärkte Umsetzung in die Praxis mittels unverbindlicher Instrumente wie z. B. durch Austausch bewährter Verfahren, Sensibilisierungskampagnen und bessere Information und Schulung;
  • Ausarbeitung und Umsetzung von nationalen Strategien, die auf den spezifischen Kontext der einzelnen Mitgliedstaaten zugeschnitten sind; diese Strategien sollten sich auf die am meisten betroffenen Wirtschaftszweige und Unternehmen konzentrieren und nationale Ziele zur Verringerung von Berufskrankheiten und Arbeitsunfällen festsetzen;
  • „Mainstreaming“, d. h. Integration von Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz in andere nationale und europäische Politikbereiche (Bildung, öffentliche Gesundheit, Forschung) und Suche nach neuen Synergien;
  • bessere Ermittlung und Bewertung potenzieller neuer Risiken durch eine Ausweitung der Forschungsaktivitäten und des Wissensaustauschs sowie die praktische Anwendung der Ergebnisse.

Am Ende der Strategie hat die Europäische Kommission ihre Evaluierung durchgeführt und die Ergebnisse veröffentlicht, die Grundlage für die öffentliche Konsultation über den neuen politischen Rahmen der EU zur Sicherheit und dem Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz waren.

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