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Obdachlosigkeit

Worum geht es?

Obdachlosigkeit ist mehr als nur ein unsteter Schlafplatz – auch Menschen, die in provisorischen, unsicheren oder minderwertigen Unterkünften leben, gelten als Obdachlose. Ursachen für Obdachlosigkeit sind:

  • Arbeitslosigkeit und Armut
  • Migration
  • Alterung
  • Gesundheitsprobleme
  • Trennung oder Scheidung
  • Mangel an bezahlbarem Wohnraum zur Miete oder zum Kauf
  • mangelnde Betreuung von Menschen, die aus Pflegeeinrichtungen, Krankenhäusern, Gefängnissen oder anderen öffentlichen Einrichtungen entlassen werden

Obdachlose haben meist eine geringere Lebenserwartung, Gesundheitsprobleme, werden diskriminiert, leben isoliert und haben keinen Zugang zu grundlegenden öffentlichen Diensten und Leistungen.

Herausforderungen

Die EU steht vor folgenden Problemen:

  • In den meisten Teilen Europas hat in letzter Zeit die Obdachlosigkeit zugenommen. Die Krise scheint die Lage zu verschlimmern.
  • Das Profil der obdachlosen Bevölkerung hat sich verändert – auch junge Menschen und Kinder, Migranten, Roma und andere benachteiligte Minderheiten, Frauen und Familien sind zunehmend von Obdachlosigkeit bedroht.
  • Für die EU-weite Beobachtung des Problems ist der Datenbestand nicht umfassend genug.
  • Sollte das Problem nicht bald angegangen werden, drohen hohe gesellschaftliche Kosten insbesondere im Gesundheits- und Justizwesen.

Weitere Informationen zum Thema: Armut und soziale Ausgrenzung

Politische Lösungsansätze

Das Problem der Obdachlosigkeit fällt unter die Verantwortung und Zuständigkeit der EU-Länder. Mit ihrem Sozialinvestitionspaket ermutigt die EU ihre Mitgliedsländer

  • langfristige Wohnungsbaumaßnahmen und integrierte Strategien zur Bekämpfung der Obdachlosigkeit auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene sowie
  • effiziente politische Maßnahmen zur Vermeidung von Zwangsräumungen zu ergreifen.

Wirksame Strategien zur Bekämpfung von Obdachlosigkeit sind:

  • Prävention und frühzeitiges Eingreifen
  • Ermöglichung des Zugangs zu hochwertigen Dienstleistungen für Obdachlose
  • schnelle Wohnraumbeschaffung
  • systematische Datenerfassung und kontinuierliche Beobachtung des Problems, Verwendung gemeinsamer Definitionen (ETHOS-Typologie)

Die EU unterstützt die Maßnahmen der Mitgliedsländer mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF), dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und dem Europäischen Hilfsfonds für die am stärksten von Armut betroffenen Personen (EHAP).

Darüber hinaus geht sie das komplexe Problem der Obdachlosigkeit in mehreren Politikbereichen an: soziale Eingliederung, regionale Entwicklung, Migration, Finanzen, Gesundheit und Menschenrechte.

Die Kommission gibt in einem Arbeitspapier zum Sozialinvestitionspaket Ratschläge, wie das Problem der Obdachlosigkeit behoben werden kann. Sie schildert darin die neuesten Entwicklungen und bewährte Methoden der Mitgliedsländer und geht auf Schwerpunkte der integrierten Strategien zur Bekämpfung der Obdachlosigkeit sowie darauf ein, wie die EU bei der Bewältigung des Problems helfen kann.

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