Informationen zu den Daten
Anhand der Daten lässt sich die Situation von Menschen mit Behinderungen und von Menschen ohne Behinderungen vergleichen. So kann man leichter beurteilen, ob für Menschen mit Behinderungen Chancengleichheit besteht und ob sie voll und ganz an allen Aspekten des Lebens teilhaben.
Behinderung messen
Mit „Behinderung“ werden unter anderem die folgenden unterschiedlichen Konzepte beschrieben:
- Beeinträchtigungen, zum Beispiel Hörschädigung
- Beschränkung bei Aktivitäten, zum Beispiel Schwierigkeiten bei der Kommunikation
- Einschränkung der Teilhabe, wenn zum Beispiel ein Arbeitgeber die Einstellung verweigert, weil er gegenüber Menschen mit psychischen Problemen voreingenommen ist.
Aufgrund der Komplexität und Multidimensionalität des Konzepts „Behinderung“ wurden unterschiedliche Methoden zur Messung von Behinderungen entwickelt. In diesem Zusammenhang wird unter anderem auf den sogenannten globalen Indikator für Aktivitätseinschränkungen (Global Activity Limitation Indicator, GALI) bei allen sozialstatistischen Stichprobenerhebungen in der EU, die Eurostat koordiniert, zurückgegriffen. Der GALI gilt als der wichtigste Indikator für Behinderung auf EU-Ebene. Neben dem GALI kommen weitere einschlägige Instrumente bei der Verbreitung von Statistiken über Menschen mit Behinderungen zum Einsatz, etwa der von der Washingtoner Gruppe für behinderungsbezogene Statistiken erstellte kurze Fragenkatalog zur Funktionsfähigkeit Washington Group on Disability Statistics Short Set on Functioning.
Datenquellen
Die Daten zum Thema Behinderung stammen aus verschiedenen Eurostat-Erhebungen, vor allem aus Bevölkerungs- oder Haushaltsstichprobenerhebungen. Im Rahmen dieser Erhebungen wird für gewöhnlich die erwachsene Bevölkerung erfasst. Menschen in Gemeinschaftshaushalten oder Einrichtungen wie Pflege- oder Altenheimen, in denen meistens viele Menschen mit Behinderungen leben, werden in den Statistiken jedoch nicht berücksichtigt. Dies stellt – insbesondere in Bezug auf ältere Menschen – ein Manko der Statistiken über Menschen mit Behinderungen dar.
Verfügbarkeit von Daten
Die Verfügbarkeit von Daten zu Behinderung hängt von der Periodizität der jeweiligen Datenerhebung ab. Auf dieser Webseite finden Sie ausführliche Informationen zur Periodizität der einzelnen Datenquellen.
Zu wissenschaftlichen Zwecken stehen Mikrodaten zur Verfügung für
- die EU-Statistik über Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC),
- die Europäische Gesundheitsbefragung (EHIS),
- die EU-Arbeitskräfteerhebung (EU-AKE),
- die EU-Erhebung über die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien in Haushalten und durch Einzelpersonen
- die EU-Erhebung über geschlechtsspezifische Gewalt
Verfügbare Daten
Eurostat veröffentlicht Statistiken über Menschen mit Behinderungen zu folgenden Themen:
Die Prävalenz von Behinderungen bezieht sich auf die Zahl von Menschen mit Behinderungen und ihren Anteil der Gesamtbevölkerung. Die Daten sind nach Art der Behinderung und ihrem Schweregrad (Grad der Einschränkung) aufgeschlüsselt und decken die folgenden Aspekte ab:
- Einschränkungen bei Aktivitäten aufgrund eines lang andauernden gesundheitlichen Problems nach dem globalen Indikator für Aktivitätseinschränkungen (GALI) und einem ähnlichen Indikator zur Messung von Behinderung von Kindern
- funktionelle Einschränkungen im Falle von Menschen mit Schwierigkeiten beim Sehen, Hören und Gehen sowie kognitiven Defiziten und Kommunikationsschwierigkeiten
- Schwierigkeiten bei Tätigkeiten der persönlichen Pflege im Sinne von Alltagsverrichtungen wie Nahrungsaufnahme und Ankleiden
- Schwierigkeiten bei Tätigkeiten im Haushalt im Sinne von Alltagsaktivitäten wie Kochen oder Hausarbeit
Diese Statistiken ermöglichen Vergleiche zwischen Menschen mit Behinderungen und Menschen ohne Behinderungen in Bezug auf:
- Einkommensverteilung und Armut: von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedrohte Personen
- materielle und soziale Deprivation:
- Menschen, die sich grundlegende Güter oder Dienstleistungen, etwa jeden zweiten Tag eine Mahlzeit mit Fleisch, Huhn oder Fisch (oder einem gleichwertigen vegetarischen Produkt), nicht leisten können
- Menschen mit finanziellen Sorgen, die beispielsweise ihren Lebensunterhalt mit ihrem Einkommen nicht bestreiten können
- Wohnsituation:
- allgemeine Zufriedenheit mit der Wohnung
- Menschen, die unter sogenannter wohnungsbezogener Deprivation leiden
- Verfügbarkeit und Qualität des Wohnraums zur Deckung des Grundbedarfs
- Menschen, die in überbelegten Haushalten leben
- Menschen, die in Haushalten leben, in denen die Wohnkosten eine finanzielle Belastung darstellen
- Wohnbesitzverhältnisse (Eigentümer/Mieter)
- Lebensumfeld:
- Lärmbelästigung durch Nachbarn oder von der Straße
- Verschmutzung, Ruß oder sonstige Umweltprobleme
- Kriminalität, Gewalt oder Vandalismus in der Umgebung
- geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen:
- Frauen, die Gewalt durch einen Intimpartner, einen Nicht-Partner, einen häuslichen Täter oder einen beliebigen Täter erfahren haben.
Diese Statistiken ermöglichen den Vergleich zwischen Menschen mit Behinderungen und Menschen ohne Behinderungen in Bezug auf:
- Sozialschutzausgaben für Invaliditätsleistungen
- Empfänger von Invalidenrenten
Diese Statistiken ermöglichen Vergleiche zwischen Menschen mit Behinderungen und Menschen ohne Behinderungen in Bezug auf:
- Beschäftigung und Erwerbstätigkeit:
- Beschäftigungsgefälle bei Menschen mit Behinderungen (Unterschiede zwischen den Beschäftigungsquoten von Menschen mit Behinderungen und Menschen ohne Behinderungen)
- Erwerbstätigkeit von Menschen, aufgeschlüsselt nach Beruf und beruflichem Status
- Personen, die Teil der Erwerbsbevölkerung sind
- Arbeitslosigkeit:
- Arbeitslosenquoten
- Langzeitarbeitslosigkeit
- Arbeitsmarktschwäche (steht für den gesamten ungedeckten Beschäftigungsbedarf)
- Nichterwerbsbevölkerung: Personen, die nicht Teil der Erwerbsbevölkerung sind
Diese Statistiken ermöglichen Vergleiche zwischen Menschen mit Behinderungen und Menschen ohne Behinderungen in Bezug auf:
- Teilnahme an der allgemeinen und beruflichen Bildung,
- Ergebnisse der allgemeinen und beruflichen Bildung.
Diese Statistiken ermöglichen Vergleiche zwischen Menschen mit Behinderungen und Menschen ohne Behinderungen in Bezug auf:
- ungedeckten Bedarf an Gesundheits- und Pflegedienstleistungen:
- Menschen, deren Bedarf an Gesundheitsdienstleistungen nicht gedeckt ist, und die Gründe dafür
- Menschen, die Hilfe bei der persönlichen Pflege oder im Haushalt benötigen
- Inanspruchnahme medizinischer und zahnärztlicher Dienstleistungen:
- Arztbesuche und Inanspruchnahme von nichtärztlichem medizinischem Personal (Häufigkeit und Anzahl)
- Inanspruchnahme häuslicher Pflege und Unterstützung:
- Inanspruchnahme häuslicher Pflegedienste
Diese Statistiken ermöglichen Vergleiche zwischen Menschen mit Behinderungen und Menschen ohne Behinderungen in Bezug auf:
- Nutzung des Internets:
- Nutzung in den letzten 12 Monaten und regelmäßige Nutzung
- Nutzung, aufgeschlüsselt nach Online-Aktivitäten wie Lerntätigkeiten und Suche nach Gesundheitsinformationen
- Aktivitäten von Einzelpersonen über Websites öffentlicher Stellen, wie
- Nutzung des Internets für die Interaktion mit Behörden und öffentlichen Einrichtungen
- Nutzung des Internets für eine Terminvereinbarung oder Reservierung
Diese Statistiken ermöglichen Vergleiche zwischen Menschen mit Behinderungen und Menschen ohne Behinderungen in Bezug auf:
- Freizeit- und Kulturteilnahme:
- Personen, die an kulturellen oder sportlichen Aktivitäten teilnehmen, Personen, die Bücher lesen,
- Personen, die nicht an kulturellen oder sportlichen Aktivitäten teilnehmen / Personen, die keine Bücher lesen, und deren Gründe,
- soziale Interaktion:
- Häufigkeit des Zusammenkommens mit der Familie (Verwandten) oder Freunden,
- Häufigkeit der Kontakte mit der Familie (Verwandten) oder mit Freunden,
- Personen, die sich von der Gesellschaft ausgegrenzt fühlen,
- empfundene Unterstützung durch das soziale Umfeld,
- politisches und öffentliches Leben:
- Personen, die an formellen oder informellen freiwilligen Aktivitäten teilnehmen,
- Personen, die sich aktiv am öffentlichen Leben beteiligen, Personen, die sich nicht aktiv am öffentlichen Leben beteiligen, und deren Gründe.
Diese Statistiken ermöglichen Vergleiche zwischen Menschen mit Behinderungen und Menschen ohne Behinderungen in Bezug auf:
- Gesundheitszustand (über Behinderung hinausgehende Aspekte):
- Gesundheitszustand nach eigener Einschätzung
- Menschen mit lang andauernden gesundheitlichen Problemen und chronischen Erkrankungen
- Menschen mit körperlichen Schmerzen
- Menschen, die der Arbeit fernbleiben
- Gesundheitsfaktoren (in erster Linie in Verbindung mit der Lebensführung):
- Body-Mass-Index (Übergewicht und Fettleibigkeit)
- Menschen, die eine gesundheitsfördernde körperliche Aktivität ausüben
- Verzehr von Obst und Gemüse (Häufigkeit und tägliche Menge)
Erfahrungen mit dem Leben insgesamt
Daten zur Lebenszufriedenheit und Daten zur Diskriminierung werden 2026 veröffentlicht.
Zur Lebenszufriedenheit werden Daten zu diesen Aspekten veröffentlicht:
- empfundenes Maß an Zufriedenheit
- Glück
- Einsamkeit