Navigationsleiste

Arbeitsbedingungen - Arbeitszeitrichtlinie

Um Gesundheit und Sicherheit der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen zu schützen, müssen Arbeitszeitregelungen EU-weit geltenden Standards genügen.

Die EU-Arbeitszeitrichtlinie (2003/88/EG) schreibt den EU-Ländern vor, allen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern folgende Rechte zu gewährleisten:

  • eine Begrenzung der wöchentlichen Arbeitszeit auf durchschnittlich 48 Stunden, alle Überstunden eingeschlossen,
  • eine tägliche Ruhezeit von mindestens elf aufeinanderfolgenden Stunden alle 24 Stunden,
  • eine Ruhepause während der Arbeitszeit, wenn die tägliche Arbeitszeit mehr als 6 Stunden umfasst,
  • pro Siebentageszeitraum eine kontinuierliche Mindestruhezeit von 24 Stunden zuzüglich der täglichen Ruhezeit von elf Stunden,
  • bezahlten Jahresurlaub (mindestens vier Wochen pro Jahr).
  • Besondere Schutzmaßnahmen für Nachtarbeit, z. B.
    • die normale Arbeitszeit für Nachtarbeiter darf im Durchschnitt acht Stunden pro 24-Stunden-Zeitraum nicht überschreiten,
    • Nachtarbeiter dürfen in einem Zeitraum von 24 Stunden nicht länger als 8 Stunden schwere oder gefährliche Arbeiten ausführen,
    • Nachtarbeiter haben das Recht auf unentgeltliche Untersuchungen des Gesundheitszustands und unter bestimmten Umständen auf eine Versetzung auf Tagarbeit.

In der Richtlinie sind auch Sonderregelungen für die Arbeitszeit von Beschäftigten in bestimmten Brachen festgelegt, z. B. Ärzte in der Ausbildung, Arbeitnehmer auf Offshore-Anlagen oder an Bord seegehender Fischereifahrzeuge oder im innerstädtischen Personenverkehr. (Für Arbeitnehmer in bestimmten Verkehrssektoren gelten getrennte Richtlinien).

Die Europäische Kommission überarbeitet derzeit die Richtlinie 2003/88/EG im Rahmen einer zweistufigen Konsultation von Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern auf europäischer Ebene sowie einer eingehenden Folgenabschätzung.

An der im März 2010 eingeleiteten ersten Stufe der Konsultation nahmen europäische Arbeitnehmer- und Arbeitgeberorganisationen teil. Diese waren mehrheitlich der Ansicht, dass die Arbeitszeitbestimmungen überprüft werden müssen. Bei der Art der gewünschten Änderungen zeigten sich jedoch deutliche Unterschiede: Die Unternehmen wollten mehr Flexibilität, die Gewerkschaften hingegen mehr und wirkungsvolleren Schutz.

Das wichtigste Ergebnis der im Dezember 2010 eingeleiteten zweiten Anhörungsphase war, dass alle wichtigen sektorübergreifenden Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretungen die in Artikel 155 des Vertrags über die Funktionsweise der Europäischen Union (AEUV) festgelegte Möglichkeit bevorzugen, die Arbeitszeit selbst auszuhandeln. Im November 2011 beschlossen sie einvernehmlich, mit den Verhandlungen zu beginnen. Während des gesamten Jahres 2012 fanden umfassende Gespräche statt, ohne dass jedoch eine Einigung erzielt werden konnte.

Die Entscheidung in Bezug auf die Überarbeitung der Arbeitszeitrichtlinie kommt deshalb nun der Kommission zu.

Sie führt eine eingehende Folgenabschätzung durch, die sowohl soziale als auch wirtschaftliche Aspekte berücksichtigt und sich dabei auf frühere Studien und eine genaue Analyse der Möglichkeiten und ihrer vorhersehbaren Auswirkungen stützt.

Anhand der Ergebnisse dieser Bewertung wird die Kommission weitere Beschlüsse fassen.

Zur Richtlinie, zu ihren beiden Vorläufern und zum Vorschlag von 2004–2009 zur Änderung der Richtlinie gibt es eingehende Informationen.

Richtlinien

Rechtliche Orientierung

Dokumente zur Anwendung der Richtlinie 2003/88/EG

Vorbereitende Dokumente für Richtlinie 2003/88/EG

Zweites Konsultationspapier

Frühere Richtlinien

Die nachstehenden Richtlinien wurden konsolidiert und durch die Richtlinie 2003/88/EG ersetzt:

Archivierte Dokumente: 2004–2009 Vorschlag zur Änderung der Richtlinie 2003/88/EG

(Dieser Vorschlag wurde nicht angenommen, da das Europäische Parlament und der Rat darüber keine Einigung erzielen konnten.)

Archivierte Dokumente für Richtlinie 2000/34/EG

Archivierte Dokumente für Richtlinie 1993/104/EG