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Sektoraler sozialer Dialog - Eisenbahnverkehr

Sozialpartner

Arbeitnehmerverbände Arbeitgeberverbände
Europäische Transportarbeiter-Föderation (ETF) Gemeinschaft der europäischen Bahnen und Infrastrukturgesellschaften (CER)
  Europäische Eisenbahninfrastruktur-Manager (EIM)

Der soziale Dialog in diesem Sektor erstreckt sich auf die unter die Klassen 49.1 und 49.2 sowie teilweise 52.2 der NACE Rev. 2 fallenden Tätigkeiten:

  • Schienenpersonenverkehr (einschließlich Nahverkehrszüge)
  • Schienengüterverkehr
  • Betrieb der Eisenbahninfrastrukturen

Rund 765 000 Menschen arbeiten im Schienenverkehrssektor der EU (Eurostat, Arbeitskräfteerhebung, Stand 2014).   Auf den Schienenverkehr entfallen 17 % des EU-Güterverkehrs und 7,4 % des landgebundenen Personenverkehrs („EU-Verkehr in Zahlen“, 2015, auf der Grundlage der Daten für 2013).

Auf bestimmten Strecken jedoch kann der Anteil der Schiene weitaus höher sein (z. B. 66 % beim Güterverkehr über die Schweizer Alpen – „EU-Verkehr in Zahlen“, 2015).

Folgende Probleme sind im Bereich des Schienenverkehrs anzutreffen:

  • Übergang zu einem Markt mit konkurrierenden Dienstleistern
  • Alterung des Personals
  • Probleme bei der Personalgewinnung
  • Wettbewerb mit den anderen Verkehrsträgern

Die Eisenbahnpolitik der EU zielt auf die Schaffung eines einheitlichen europäischen Eisenbahnraums ab. Das erfordert unter anderem den Abbau technischer, administrativer und rechtlicher Hindernisse, die den Zugang neuer Eisenbahnunternehmen zum Markt behindern. Dieser Abbau sollte zu einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Sektor führen.

Schwerpunkte

  • genaue Beobachtung der Initiativen der Kommission wie
  • Gewinnung von neuem Personal und von Fahrgästen
  • Lösung des Problems der Alterung des Personals
  • Einstellung jüngerer Menschen
  • Verbesserung der Sicherheit von Fahrgästen und Personal

Die Sozialpartner arbeiten an gemeinsamen Projekten und überwachen die Umsetzung ihrer Empfehlungen und gemeinsamen Vereinbarungen.

Sie untersuchen regelmäßig die Geschlechterverteilung im Eisenbahnsektor, um die Umsetzung ihrer Empfehlung zur Integration von Frauen im Eisenbahnsektor zu überwachen.

Darüber hinaus haben sie einen Folgebericht zur Vereinbarung über die Einsatzbedingungen des fahrenden Personals im interoperablen grenzüberschreitenden Eisenbahnverkehr vorgelegt.

Aktivitäten und Sitzungen

In der Bibliothek finden Sie Unterlagen zum Ausschuss für den sozialen Dialog im Eisenbahnsektor.

Erreichtes

  • 2015 – Schienengüterverkehr – gemeinsame Erklärung
  • 2013/2014 – Leitfaden und gemeinsame Empfehlungen zur Erkennung und Verhütung psychosozialer Gefahren im Eisenbahnsektor
  • 2013 – gemeinsame Stellungnahme und Bericht über soziale Aspekte und den Schutz der Beschäftigten bei einem Wechsel des Bahnbetreibers
  • 2012 – WIR - Women In Rail - Leitfaden der guten Praxis und ihre Umsetzung, flankiert durch regelmäßige Überwachungsmaßnahmen
  • 2011-2012 – gemeinsames Projekt zum Thema Sicherheit und Sicherheitsempfinden im Schienenpersonenverkehr – Maßnahmen zur Umsetzung der gemeinsamen Empfehlungen der europäischen Sozialpartner und ein Praxisleitfaden (2011-2012)

Sonstige wichtige Ergebnisse

Der Bericht „Der sektorale soziale Dialog in Europa: keine durchweg positive Bilanz?“ von Christophe Degryse zeigt, dass der Eisenbahnsektor von allen am sozialen Dialog teilnehmenden Sektoren in der Zeit von 1978 bis 2013 die meisten „gemeinsamen Erklärungen“ hervorgebracht hat.

Außerdem wurden zwei Vereinbarungen ausgehandelt, die in Richtlinien mündeten:

Richtlinie 2005/47/EG des Rates über die Einsatzbedingungen des fahrenden Personals im interoperablen grenzüberschreitenden Verkehr im Eisenbahnsektor

Triebfahrzeugführer-Richtlinie (Richtlinie 2007/59/EG)

Ein Überblick über die Tätigkeiten des Ausschusses bis Mitte 2014 ist in den Kapiteln 1 und 2 des Berichts „Der soziale Dialog im Eisenbahnsektor in den Ländern des Westbalkans“ zu finden (verfügbar auf Deutsch, Englisch, Französisch, Kroatisch, Mazedonisch und Serbisch).