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Europäische Agenda für neue Kompetenzen

Die neue europäische Agenda für Kompetenzen, die die Kommission am 10. Juni 2016 angenommen hat, enthält zehn Maßnahmen, mit denen die Menschen in der EU beim Zugang zu einer geeigneten Ausbildung und beim Kompetenzerwerb unterstützt werden sollen. Die Ziele und Maßnahmen werden in folgender Mitteilung beschrieben: Eine neue europäische Agenda für Kompetenzen.

 

 

Maßnahme

Status

1

Weiterbildungspfade: neue Chancen für Erwachsene

angelaufen
2

Europäischer Qualifikationsrahmen

angelaufen
3

Koalition für digitale Kompetenzen und Arbeitsplätze

angelaufen
4

Blaupause zur Branchenzusammenarbeit für Kompetenzen

angelaufen
5

Instrument zur Erstellung von Kompetenzprofilen für Drittstaatsangehörige

angelaufen
6

Berufsbildung

angelaufen
7

Europass

angelaufen
8

Verfolgung des beruflichen Werdegangs von Absolventinnen und Absolventen

angelaufen
9

Schlüsselkompetenzen

in Vorbereitung
10

Analyse und Austausch bewährter Vorgehensweisen im Zusammenhang mit „Brain Flows“

angelaufen

 

Die zehn Maßnahmen sollen Folgendes verbessern:

  • die Qualität und die Relevanz der Ausbildung und anderer Formen des Kompetenzerwerbs,
  • die Transparenz und die Vergleichbarkeit der Kompetenzen sowie
  • die Erfassung von Daten über Kompetenzen, um mehr über Trends und Muster bei den nachgefragten Kompetenzen und Berufen zu erfahren und die Menschen so in die Lage zu versetzen, fundierte berufliche Entscheidungen zu treffen, gute Jobs zu finden und ihre Chancen auf ein erfülltes Leben zu erhöhen.

Die Kommission arbeitet weiterhin an der Umsetzung jeder dieser zehn Maßnahmen. Sie appelliert an EU-Länder, Arbeitgeberverbände, Gewerkschaften, Unternehmen und andere Akteure, auch künftig zu kooperieren, damit diese Initiativen optimale Ergebnisse zeitigen.

Maßnahmen

Weiterbildungspfade: neue Chancen für Erwachsene

Im Dezember 2016 hat der Rat die Empfehlung „Weiterbildungspfade: Neue Chancen für Erwachsene“ angenommen. Die Kommission arbeitet derzeit mit den EU-Ländern und anderen Akteuren an der Umsetzung dieser Empfehlung, die gering qualifizierten Erwachsenen dabei helfen soll, ein Minimum an Lese-, Schreib-, Rechen- und digitalen Kompetenzen bzw. eine breitere Palette von Kompetenzen zu erwerben, um einen Abschluss der Sekundarstufe II (Abitur/Matura) oder einen gleichwertigen Abschluss zu erreichen.

Europäischer Qualifikationsrahmen

Im Mai 2017 hat der Rat den überarbeiteten Europäischen Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen mit den zugehörigen Anhängen angenommen. Die Kommission arbeitet derzeit mit EU-Ländern und anderen Akteuren an der Umsetzung dieser neuen Empfehlung, um das Wissen über die Qualifikationen zu verbessern und um eine bessere Nutzung der auf dem europäischen Arbeitsmarkt verfügbaren Kompetenzen zu ermöglichen.

Koalition für digitale Kompetenzen und Arbeitsplätze

Im Dezember 2016 wurde die „Koalition für digitale Kompetenzen und Arbeitsplätze“ ins Leben gerufen, um die Zusammenarbeit von Akteuren aus den Bereichen Bildung, Beschäftigung und Wirtschaft zu fördern; Ziel ist es, die digitalen Kompetenzen nicht nur von IT-Fachleuten, sondern auch der breiteren Bevölkerung zu verbessern. Die EU-Länder sind jetzt damit beschäftigt, bis Mitte 2017 nationale Strategien für die Vermittlung digitaler Kompetenzen zu entwickeln. 17 nationale Koalitionen für digitale Kompetenzen und Arbeitsplätze gibt es bereits, und 70 Organisationen haben Maßnahmen zur Vermittlung digitaler Kompetenzen zugesagt.

Blaupause zur Branchenzusammenarbeit für Kompetenzen

Im Januar 2017 gab es eine erste Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen im Rahmen der „Blaupause zur Branchenzusammenarbeit für Kompetenzen“, um die Erfassung von Daten über Kompetenzen zu verbessern und Kompetenzdefizite in bestimmten Wirtschaftszweigen anzugehen (Automobilindustrie; Verteidigung; Meerestechnologie; Geoinformation aus dem All; Bekleidungs-, Leder- und Schuhindustrie; Tourismus). Die Projekte starten im Dezember 2017. Für eine zweite Umsetzungsrunde wurden sechs weitere Bereiche ausgewählt: additive Fertigung, Baugewerbe, Seeschifffahrt, papierbasierte Wertschöpfungskette, erneuerbare Energien und grüne Technologien, Stahlindustrie. Ende der Frist für die Einreichung von Vorschlägen: 28. Februar 2018

Instrument zur Erstellung von Kompetenzprofilen für Drittstaatsangehörige

Auf einer Fachkonferenz im Juni 2017 wurde das „Instrument zur Erstellung von Kompetenzprofilen für Drittstaatsangehörige“ eingeführt, das bei der frühzeitigen Feststellung der Kompetenzen von Asylsuchenden, Flüchtlingen und anderen Migranten helfen soll. Dieses Tool ist inzwischen in allen Amtssprachen der EU (außer Irisch) verfügbar sowie in Arabisch, Farsi, Paschto, Somali, Sorani, Tigrinya und Türkisch.

Berufsbildung

Die Kommission arbeitet weiter an einem Maßnahmenpaket, das die Modernisierung der allgemeinen und beruflichen Bildung flankiert und mit den politischen Prioritäten der Schlussfolgerungen von Riga (2015) in Einklang steht. Zahlreiche Aktivitäten zielen darauf ab, die berufliche Aus- und Weiterbildung zu einer ersten Wahl für Lernende zu machen:

Künftige weitere Maßnahmen

Europass

Im Oktober 2016 hat die Kommission einen Vorschlag zur Überarbeitung der Europass-Entscheidung angenommen. Mit dem Vorschlag wird angestrebt, dass der Europass-Rahmen bessere und anwendungsfreundlichere Instrumente bereitstellt, mit denen die Menschen ihre Kompetenzen präsentieren und in Echtzeit nützliche Informationen über den aktuellen und künftigen Kompetenzbedarf erhalten können, was ihnen bei der Berufs- und Ausbildungswahl helfen kann. Derzeit finden mit den EU-Ländern und mit dem Europäischen Parlament Beratungen über den Beschlussvorschlag statt, wobei alle Beteiligten darauf hinarbeiten, den Europass so zu gestalten, dass er bedarfsgerecht und auf die künftigen Erfordernisse der Menschen zugeschnitten ist. 

Verfolgung des beruflichen Werdegangs von Absolventinnen und Absolventen

Diskutiert wird mit den Mitgliedstaaten auch ein Vorschlag für eine Empfehlung über die Nachverfolgung des Werdegangs von Absolventinnen und Absolventen. Ziel ist es, mehr darüber zu erfahren, wie es den Absolventen nach Abschluss ihrer Ausbildung ergeht.

Schlüsselkompetenzen

Die Empfehlung zu Schlüsselkompetenzen wird derzeit mit dem Ziel überarbeitet, es mehr Menschen zu ermöglichen, sich die für das Arbeiten und Leben im 21. Jahrhundert notwendigen Kernkompetenzen anzueignen. Die Überarbeitung stellt schwerpunktmäßig auf die Förderung von Unternehmergeist und Innovationsbereitschaft sowie der dazu notwendigen Kompetenzen ab. Die Kommission rechnet Anfang 2018 mit der Annahme eines Vorschlags zur Überarbeitung der Empfehlung.

Analyse und Austausch bewährter Vorgehensweisen im Zusammenhang mit „Brain Flows“

Gegenwärtig wird untersucht, wie sich die grenzüberschreitenden Wanderungsströme hoch kompetenter bzw. hoch qualifizierter Arbeitnehmer („Brain Flows“) analysieren lassen und wie der Erfahrungsaustausch darüber aussehen könnte, um Strategien und Maßnahmen für den Umgang mit diesem Phänomen zu entwickeln.