Das transeuropäische Verkehrsnetz (TEN-V) spielt eine
entscheidende Rolle bei der Gewährleistung des freien
Personen- und Warenverkehrs in der Europäischen Union.
Es umfasst alle Verkehrsträger und wickelt etwa die Hälfte des
gesamten Güter- und Personenverkehrs ab. Eines der
Hauptziele beim Aufbau eines multimodalen Netzes besteht
darin, dafür Sorge zu tragen, dass für jede Etappe einer Strecke
der geeignetste Verkehrsträger gewählt werden kann.
Jedoch sind, wie in dieser Broschüre dargelegt wird, die
Infrastrukturanforderungen und zu behandelnden
Hauptprobleme bei jedem Verkehrsträger verschieden.
Bis 2020 wird das TEN-V ein Straßennetz von 89 500 km und
ein Schienennetz von 94 000 km,
davon ungefähr 20 000 km Hochgeschwindigkeitstrassen für
Geschwindigkeiten von 200 km/h und mehr, umfassen. Das Binnenwasserstraßennetz
wird 11 250 km umspannen. Dazu gehören 210 Binnenhäfen
sowie 294 Seehäfen und 366 Flughäfen.
Um das Netz bis 2020 fertig zu stellen, sind die so genannten „Verbindungslücken“ zu schließen,wobei das heutige
Straßennetz um 4 800 km und das Schienennetz um
12 500 km zu erweitern ist. Darüber hinaus werden ungefähr
3 500 km Straßen, 12 300 km Schienen und über 1 740 km
Binnenwasserstraßen wesentlich verbessert.
Durch die Vollendung der Netze werden die Reise- und
Beförderungszeiten für Personen und Gütern erheblich
verkürzt. Eine 2004 im Auftrag der Kommission durchgeführte
Studie (1) ergab, dass die Vollendung der 30 vorrangigen
Achsen/Projekte, die das „Rückgrat“ des TEN-V bilden, durch
eine Entlastung der Straßen um 14 % und Leistungsverbesserungen
im Schienenverkehr bedeutende
Zeiteinsparungen bewirken wird. Allein für den
überregionalen Verkehr wird der Nutzen auf fast 8 Mrd. EUR
pro Jahr geschätzt. Überdies wird der Güterverkehr in der EU
zwischen 2000 und 2020 um voraussichtlich über zwei Drittel
zunehmen und in den neuen Mitgliedstaaten dürfte er sich im
gleichen Zeitraum verdoppeln. Der Güterverkehr zwischen
den Mitgliedstaaten wird voraussichtlich den deutlichsten
Gesamtzuwachs verzeichnen. Ohne TEN-V wäre es nicht
möglich, diesen Anstieg des Verkehrsaufkommens zu
bewältigen, und unsere wirtschaftliche Wachstumsrate würde
deutlich zurückgehen.
Die Vollendung der Verkehrsnetze wird auch unter dem
Gesichtspunkt des Umweltschutzes bedeutende Vorteile mit
sich bringen. Der oben genannten Studie zufolge werden
beim derzeitigen Stand die verkehrsbedingten CO2-
Emissionen bis 2020 um 38 % zunehmen. Der Ausbau der
30 vorrangigen Achsen wird diesen Anstieg jedoch um etwa
4 % drosseln,was einer Verminderung der CO2-Emissionen um
6,3 Mio. t pro Jahr entspricht.
|