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EINFÜHRUNG VON MEERESAUTOBAHNEN

Bis 2020 wird der Straßengüterverkehr in der EU drastisch zunehmen. Große Abschnitte des transeuropäischen Straßennetzes sind bereits überlastet und werden in der Zukunft durch das zunehmende Verkehrsaufkommen,Unfälle und Umweltschäden strapaziert. In wirtschaftlicher Hinsicht wird die europäische Industrie an Wettbewerbsfähigkeit einbüßen, da der Druck auf die Zulieferketten, die auf kosteneffiziente und zuverlässige Verkehrssysteme angewiesen sind, immer größer werden wird. Für die EU ist ein energieeffizienterer Güterverkehr entscheidend, um die Umwelt zu verbessern und die Wirtschaft zu stärken. In ihrem Weißbuch zur Verkehrspolitik von 2001 (2) empfahl die Kommission, die Verkehrsträger neu auszubalancieren und einen Teil des erwarteten Anstiegs des Verkehrsaufkommens von der Straße auf andere Verkehrsträger zu verlagern.

Eine Antwort ist die stärkere Nutzung der Intermodalität. Der intermodale Verkehr optimiert die Nutzung der bestehenden Infrastruktur und Ressourcen durch die Integration des Kurzstreckenseeverkehrs, der Schiene und der Binnenschifffahrt in die logistische Kette. Dies erhöht die Optionen für die Nutzer und fördert eine Verlagerung des Verkehrs weg von der Straße. Das Kernstück der im Weißbuch 2001 unterbreiteten Initiative für Hochgeschwindigkeitsseewege („Meeresautobahnen“) ist die Intermodalität. Sie zielt auf eine stärkere Integration der Optionen des intermodalen Verkehrs auf Grundlage des Kurzstreckenseeverkehrs mit häufigen, qualitativ hochwertigen Alternativen zum Straßenverkehr ab. Das langfristige Ziel ist die Entwicklung eines Netzes aus Hochgeschwindigkeitsseewegen zwischen verschiedenen Regionen Europas, die jeweils mit Eisenbahn- und Binnenschifffahrtswegen verbunden sind. Auf diese Weise kann das enorme Verkehrspotenzial der europäischen See und Binnenschifffahrtswege effektiver genutzt werden.

Das Konzept der Meeresautobahnen im Rahmen der TEN-V wurde 2004 konkretisiert (siehe Seite 52). In den Leitlinien werden drei Hauptziele festgelegt: die Bündelung des Güterverkehrs auf Seestrecken, eine stärkere Kohäsion sowie eine geringere Überlastung der Straßen durch eine Verlagerung auf andere Verkehrsträger.

 

[2]Weißbuch „Die europäische Verkehrspolitik bis 2010:Weichenstellungen für die Zukunft", KOM(2001) 370 endg.

 


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