Statistik der erneuerbaren Energien

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Datenauszug vom Januar 2018. Neueste Daten: Weitere Informationen von Eurostat, Haupttabellen und Datenbanken. Aktualisierung des Artikels geplant: Juli 2019.
Abbildung 1: Anteil erneuerbarer Energiequellen, 2004 und 2016
(am Bruttoendenergieverbrauch in %)
Quelle: Eurostat (t2020_31)
Abbildung 2: Anteil erneuerbarer Energiequellen im Verkehr, 2016
(am Bruttoendenergieverbrauch in %)
Quelle: Eurostat (nrg_ind_335a)
Abbildung 3: Primärerzeugung von Energie aus erneuerbaren Energiequellen EU-28, 1990-2016
(Mio. t)
Quelle: Eurostat (nrg_109a)
Abbildung 4: Bruttoinlandsverbrauch von erneuerbaren Energien, EU-28, 1990-2016
(Mio. t)
Quelle: Eurostat (nrg_110a)
Tabelle 1: Anteil erneuerbarer Energien am Bruttoinlandsenergieverbrauch, 2016
(in %)
Quelle: Eurostat (nrg_100a) und (nrg_107a)
Tabelle 2: Anteil erneuerbarer Energiequellen am Bruttoendenergieverbrauch, 2004-2016
(in %)
Quelle: Eurostat (nrg_ind_335a)
Abbildung 5: Bruttostromerzeugung aus erneuerbaren Energien, EU-28, 1990-2016
(in TWh)
Quelle: Eurostat (nrg_107a) und SHARES_summary_results in http://ec.europa.eu/eurostat/web/energy/data/shares
Tabelle 3: Anteil der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen am Bruttostromverbrauch, 2004-2016
(in %)
Quelle: Eurostat (nrg_ind_335a)
Tabelle 4: Anteil erneuerbarer Energiequellen an der Wärme- und Kälteerezugung, 2004-2016
(in %)
Quelle: Eurostat (nrg_ind_335a)
Tabelle 5: Anteil erneuerbarer Energiequellen im Verkehr, 2004-2016
(in %)
Quelle: Eurostat (nrg_ind_335a)
Abbildung 6: Primärerzeugung durch flüssige Biobrennstoffe, EU-28, 1990-2016
(Mio. t)
Quelle: Eurostat (nrg_109a)

Dieser Artikel enthält aktuelle statistische Daten zu erneuerbaren Energiequellen in der Europäischen Union (EU). Erneuerbare Energiequellen sind Windkraft, Solarenergie (thermische, photovoltaische und konzentrierte), Wasserkraft, Gezeitenkraft, geothermische Energie Biokraftstoffe und erneuerbare Abfälle.

Die Nutzung erneuerbarer Energie hat viele Vorteile, unter anderem wird dadurch eine Reduzierung der Emissionen von Treibhausgasen und eine Diversifizierung der Energieversorgung erreicht und die Abhängigkeit von den Märkten für fossile Brennstoffe (insbesondere Öl und Erdgas) verringert. Die zunehmende Nutzung erneuerbarer Energiequellen kann außerdem zur Schaffung von Arbeitsplätzen im Bereich neuer „grüner“ Technologien beitragen.

Wichtigste statistische Ergebnisse

Erneuerbare Energien haben in der EU in den letzten Jahren stark zugenommen. Konkreter hat sich der Anteil der erneuerbaren Energiequellen am Bruttoendenergieverbrauch in den letzten Jahren beinahe verdoppelt; er stieg von etwa 8,5 % im Jahr 2004 auf 17,0 % im Jahr 2016.

Diese positive Entwicklung wurde durch rechtsverbindliche Zielvorgaben hinsichtlich eines zunehmenden Anteils von erneuerbaren Energiequellen vorangetrieben, die in der Richtlinie 2009/28/EGzur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen festgesetzt wurden. Während die EU insgesamt auf gutem Weg ist, ihre Ziele für 2020 zu erreichen, werden einige Mitgliedstaaten zusätzliche Vorkehrungen treffen müssen, um ihre Pflichten in Bezug auf die zwei wichtigsten Bereich zu erfüllen. Dies sind zum einen der Anteil erneuerbarer Energiequellen am Bruttoendenergieverbrauch insgesamt (siehe Abbildung 1) und zum anderen der spezifische Anteil erneuerbarer Energiequellen im Verkehr (siehe Abbildung 2).

Primärerzeugung von Energie aus erneuerbaren Energiequellen

Die Primärerzeugung erneuerbarer Energie belief sich 2016 in der EU-28 auf 211 Mio. Tonnen Rohöleinheiten (t RÖE). Von 2006 bis 2016 nahm die Erzeugung erneuerbarer Energien in der EU-28 um insgesamt 66,6 % und im Jahresdurchschnitt um 5,3 % zu.

Die wichtigsten erneuerbaren Energiequellen in der EU-28 waren Holz und andere Arten von Biomasse, sowie erneuerbare Abfälle, die im Jahr 2016 für 49,4 % der Primärerzeugung durch erneuerbare Energie verantwortlich waren (siehe Abbildung 3). Wasserkraft war der zweitwichtigste erneuerbare Energieträger (14,3 % der Gesamtmenge), gefolgt von Windenergie (12,4 %). Wind- und Solarenergie verzeichneten besonders rasche Zuwächse, wobei die Produktionsmengen noch relativ gering waren. So betrug der Anteil der Solarenergie an den 2016 in der EU-28 erzeugten erneuerbaren Energien 6,3 % und der Anteil der geothermischen Energie 3,2 %. Besonders niedrig war der Anteil von Gezeiten-, Wellen- und Meeresenergie, die hauptsächlich in Frankreich und im Vereinigten Königreich genutzt wird.

Verbrauch von Energie aus erneuerbaren Energiequellen

Der Anteil erneuerbarer Energiequellen am Bruttoinlandsenergieverbrauch in der EU-28 lag 2016 bei 13,2 %. Holz und andere Arten von fester Biomasse waren weiterhin die wichtigsten erneuerbaren Energieträger. Bereits 1990 betrug der Anteil von Wasserkraft und Holz 91,5 %. Seit damals ist die Zuwachsrate hier allerdings deutlich niedriger als bei anderen Energiequellen. Infolgedessen sank ihr gemeinsamer Anteil im Jahr 2016 auf 59,3 %. In Abbildung 4 (ohne Normalisierung der Stromerzeugung) ist die Entwicklung des Bruttoendenergieverbrauchs von erneuerbaren Energien grafisch dargestellt.

Relativ hoch war dieser Anteil (siehe Tabelle 1) in Dänemark (28,7 %), Österreich (29,6 %) und Finnland (30,7 %), und mehr als ein Drittel betrug er in Lettland (37,2 %) und Schweden (37,1 %) sowie in Island (82,7 %).

Der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttoinlandsverbrauch darf nicht mit dem Anteil erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch verwechselt werden (letzterer ist der offizielle Indikator zur Überwachung des Ziels für 2020, wie er in der Richtlinie 2009/28/EGzur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen festgesetzt ist. Im Abschnitt Datenquellen und Datenverfügbarkeit sind die genauen Definitionen von Bruttoinlandsverbrauch und Bruttoendenergieverbrauch zu finden.

Anteil erneuerbarer Energiequellen am Bruttoendenergieverbrauch

Bis 2020 will die EU 20 % ihres Bruttoendenergieverbrauchs aus erneuerbaren Energiequellen decken. Der Beitrag der einzelnen Mitgliedstaaten zur Verwirklichung dieses Ziels wird in nationalen Aktionsplänen (auf Englisch) zur Förderung der erneuerbaren Energien festgelegt. Abbildung 1 zeigt die jüngsten Daten zum Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttoendenergieverbrauch und zu den Zielen, die bis 2020 erreicht werden sollen. 2016 lag der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch der EU-28 bei 17,0 %, während er 2004 noch bei 8,5 % lag.

Schweden, wo mehr als die Hälfte (53,9 %) des Bruttoendenergieverbrauchs von erneuerbaren Energiequellen abgedeckt wird, verzeichnete 2016 bei weitem den höchsten Anteil in den EU-Mitgliedstaaten, gefolgt von Finnland (38,7 %), Lettland (37,2 %), Österreich (33,5 %) und Dänemark (32,2 %). Am anderen Ende der Skala verzeichneten Luxemburg (5,4 %), Malta und die Niederlande (beide 6,0 %), Belgien (8,7 %) sowie das Vereinigte Königreich und Zypern (beide 9,3 %) die niedrigsten Anteile an erneuerbaren Energien. Ein Vergleich der Zielwerte mit den jüngsten Daten für 2016 zeigt, dass Frankreich, die Niederlande und Irland den Anteil erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch um mindestens 6,0 Prozentpunkte steigern müssen. Dagegen haben elf Mitgliedstaaten ihre Zielvorgaben für 2020 bereits überschritten, allen voran Kroatien, Schweden und Estland. Einige Daten für den Anteil Griechenlands im Jahr 2016 wurden von Eurostat geschätzt.

Vergleicht man den Durchschnitt von 2015-16 mit dem in der Richtlinie über erneuerbare Energien festgelegten indikativen Zielpfad, so zeigt sich, dass Frankreich, Luxemburg, die Niederlande und die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien unter dem zweiten indikativen Zielpfad lagen, während alle anderen Länder ihn übertrafen.

Tabelle 2 enthält Daten für alle Mitgliedstaaten sowie die Werte des indikativen Zielpfads.

Der Anteil der erneuerbaren Energiequellen wird in drei verschiedene Komponenten aufgeteilt (Anteil an der Stromerzeugung, Anteil an der Wärme- und Kälteerzeugung und Anteil im Verkehr).

Anteil erneuerbarer Energiequellen – Strom

Im Jahr 2016 deckte die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen mehr als ein Viertel (29,6 %) des gesamten .Bruttostromverbrauchs der EU-28 ab. Dabei war Wasserkraft die wichtigste Energiequelle, dicht gefolgt von Windkraft (siehe Abbildung 5). Es ist zu berücksichtigen, dass die Buchungsregeln der Richtlinie 2009/28/EG vorschreiben, dass der Beitrag des aus Wasserkraft und Windkraft erzeugten Stroms durch eine Normalisierungsklausel geglättet werden muss, um den jährlichen Klimaschwankungen Rechnung zu tragen (die Normalisierung wird bei Wasserkraft über die letzten 15 Jahre und bei Windkraft über die letzten 5 Jahre hinweg vorgenommen). Für den Anstieg der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen im Zeitraum 2006 bis 2016 haben in der gesamten EU vor allem die drei Energieträger Windkraft, Solarenergie und Biomasse (einschließlich erneuerbarer Abfälle) gesorgt. Zwar lieferte Wasserkraft auch 2016 den meisten aus erneuerbaren Energien gewonnenen Strom in der EU-28 (36,9 % der Gesamtmenge), doch der Anstieg der erzeugten Strommenge um insgesamt lediglich 10,8 % bedeutete keine große Veränderung gegenüber dem Stand von vor zehn Jahren. Demgegenüber wurde 2016 in der EU-28 aus Solarenergie und mit Windkraft 44,4-mal bzw. 3,7-mal so viel Strom erzeugt wie 2006. Der Anteil von Windkraft und Solarenergie an der gesamten Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien stieg 2016 auf 31,8 % bzw. 11,6 %. Die Stromerzeugung aus Solarenergie hat sehr stark zugenommen; ausgehend von gerade einmal 2,5 TWh im Jahr 2006 überholte sie 2008 die geothermische Stromerzeugung und erreichte 2016 einen Wert von 110,8 TWh. In diesem Zehnjahreszeitraum erhöhte sich der Anteil des Solarenergie an der gesamten Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien in der EU-28 von 0,3 % auf 11,6 %. Gezeiten-, Wellen- und andere Meeresenergie trugen 2016 in der EU-28 lediglich etwa 0,05 % zur gesamten Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien bei.

Zwischen den einzelnen Mitgliedstaaten bestehen große Unterschiede. In Österreich (72,6 %) und Schweden (64,9 %) wurden mindestens drei Fünftel des gesamten Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energiequellen, insbesondere Wasserkraft und Biomasse, gewonnen; in Portugal (54,1 %), Dänemark (53,7 %) und Lettland (51,3 %) war es gut die Hälfte. In Zypern, Ungarn, Luxemburg und Malta hingegen lag der Anteil der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen unter 10 % (siehe Tabelle 3).

Anteil erneuerbarer Energiequellen – Wärme- und Kälteerzeugung

Im Jahr 2016 entfielen 19,1 % des gesamten Energieverbrauchs für Wärme- und Kälteerzeugung in der EU-28 auf erneuerbare Energien. Dies ist ein deutlicher Anstieg von 10,3 % im Jahr 2004. Zunahmen in gewissen Industriezweigen, in der Dienstleistungsbranche und im Wohnungsbau (Bausektor) trugen zu diesem Wachstum bei. Aerothermische, geothermische und hydrothermale Wärmeenergie, die durch Wärmepumpen gewonnen wird, wird in dem von den Mitgliedstaaten gemeldeten Umfang berücksichtigt. Der Anteil erneuerbarer Energiequellen bei der Wärme- und Kälteerzeugung ist in Tabelle 4 dargestellt.

Anteil erneuerbarer Energiequellen – Verkehr

Die EU sich das gemeinsame Ziel gesetzt, bis 2020 10 % der im Verkehrssektor benötigten Energie aus erneuerbaren Energien (einschließlich flüssiger Biobrennstoffe, Wasserstoff, Biomethan, Ökostrom, usw.) zu gewinnen.

Der durchschnittliche Anteil von Energie aus erneuerbaren Energiequellen im Verkehr stieg von 1,4 % im Jahr 2004 auf 7,1 % im Jahr 2016. Der Anteil erneuerbarer Energien am Kraftstoffverbrauch im Verkehrssektor reichte in der EU von 30,3 % in Schweden und 10,6 % in Österreich bis zu nicht einmal 2,0 % in Kroatien, Griechenland, Slowenien und Estland (siehe Abbildung 2).

In einigen EU-Mitgliedstaaten haben sich erneuerbare Energieträger sehr schnell als Kraftstoffe im Verkehrssektor durchgesetzt. Das gilt insbesondere für Irland, Griechenland, Luxemburg und Finnland.

Weitere Einzelheiten zum Anteil erneuerbaren Energiequellen im Verkehr sind in Tabelle 5 zu finden.

Bei der Nutzung erneuerbarer Energien im Verkehrssektor stellen flüssige Biobrennstoffe, die in der Regel mit fossilen Brennstoffen vermischt werden, die am häufigsten genutzte Energiequelle dar. Abbildung 6 zeigt die Entwicklung der Energieerzeugung durch flüssige Biobrennstoffe innerhalb der Europäischen Union in den letzten Jahren.

Aufgrund des verbindlichen Ziels für 2020 ist die Produktion von flüssigen Biobrennstoffen in der EU deutlich gestiegen, wobei Biodiesel der am weitesten verbreitete flüssige Biokraftstoff ist, gefolgt von Biogas und anderen flüssigen Biobrennstoffen.

Datenquellen und Datenverfügbarkeit

Methodik

Die in diesem Artikel ausgewiesenen Statistiken basieren auf Daten, die gemäß den Buchungsregeln der Richtlinie 2009/28/EG zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen zusammengestellt und auf der Grundlage der Energiestatistiken aus der Verordnung 1099/2008 über die Energiestatistik berechnet wurden; letztere Verordnung wurde zuletzt im November 2017 durch die Verordnung 2017/2010 geändert.

Die neuesten verfügbaren Daten über den Anteil von erneuerbaren Energiequellen beziehen sich auf das Bezugsjahr 2016. Daten sind für alle EU-Mitgliedstaaten verfügbar (mit Ausnahme einiger Daten von Griechenland für das Jahr 2016, die von Eurostat geschätzt wurden), sowie für die EWR-Länder Island und Norwegen sowie Albanien, Montenegro und die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien. Im Allgemeinen sind die Daten vollständig, aktuell und zuverlässig länderübergreifend vergleichbar. Bei allgemeinen Daten über erneuerbare Energien können die Liste der verfügbaren Länder und andere Daten leicht abweichen, da die vorzeitige Veröffentlichung dieses Artikels vor der Veröffentlichung der offiziellen Eurostat-Energiebilanzen für das Jahr 2016 erfolgt. Die in diesem Artikel verfügbaren Informationen werden (falls erforderlich) vervollständigt und aktualisiert, sobald die Eurostat-Bilanzen für 2016 Anfang Februar veröffentlicht werden. Darüber hinaus stammen die aktuellsten Daten aus der internen Produktionsdatenbank (nur über Eurostat zugänglich). Daher werden die aktualisierten Daten erst dann über die Links zu den offiziellen Datenquellen erhältlich sein, wenn sie Anfang Februar offiziell aktualisiert werden.

Der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch gilt als Schlüsselindikator, mit dem die Fortschritte bei der Umsetzung der Strategie Europa 2020 für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum gemessen werden können. Dieser Indikator kann als Schätzwert für die Überprüfung der Umsetzung der Richtlinie 2009/28/EG zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen herangezogen werden. In einigen Mitgliedstaaten ist das statistische System zur Erfassung spezieller Technologien im Bereich erneuerbarer Energien jedoch noch nicht genügend ausgereift, um den Anforderungen dieser Richtlinie zu genügen. So wird etwa die für Wärmepumpen genutzte Umgebungswärme häufig noch gar nicht erfasst.

Bei allen Berechnungen werden die spezifischen Bestimmungen der Richtlinie 2009/28/EG nach ihrer Änderung durch die Richtlinie (EU) 2015/1513 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 9. September 2015 zur Änderung der Richtlinie 98/70/EG über die Qualität von Otto- und Dieselkraftstoffen und zur Änderung der Richtlinie 2009/28/EG zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen berücksichtigt.

Ein wichtiger Aspekt bei der Interpretation der Daten sind statistische Änderungen. Die neuesten Daten für 2005 zeigen eine kleine Abweichung gegenüber den Daten, die während der Vorbereitung und Verabschiedung der Richtlinie im Zeitraum 2007-2008 verfügbar waren. Änderungen ergeben sich aus der Überarbeitung der von den Mitgliedstaaten als Antwort auf die jährlichen Energiefragebögen übermittelten Datensätze. Aufgrund der Überarbeitung der Daten für den Biomasseverbrauch im Wohnsektor weisen die aktualisierten Daten für Kroatien darauf hin, dass der Verbrauch von Energie aus erneuerbaren Quellen seit 2004 (dem ersten Jahr, für das Werte vorliegen) über dem Ziel für 2020 liegt. Dies ist nicht nur in Kroatien der Fall. Es sei darauf hingewiesen, dass die Länder als Folge der Erneuerbare-Energien-Richtlinie die Ströme der erneuerbaren Energieprodukte in ihren Volkswirtschaften sehr viel genauer überwachen. Ein sehr wichtiger Fall ist der Verbrauch von Biomasse; um mehr Daten über den Endenergieverbrauch von Biomasse zu erfassen, führen Länder neue detailliertere Erhebungen durch. Infolgedessen überarbeiten mehrere Länder (beispielsweise Kroatien, Frankreich, Litauen und Ungarn) ihre Daten, was zu einem Anstieg ihres Anteils an erneuerbaren Energiequellen führt.

Der Bruttoinlandsenergieverbrauch stellt die Gesamtmenge der für alle Zwecke eingesetzten Energieressourcen dar.

Die für den Endverbrauch verfügbare Energie stellt die Gesamtmenge der den Verbrauchern (privat, gewerblich und industriell) zur Verfügung stehenden Energieressourcen dar. Die Energie, die in Umwandlungsprozessen (z. B. in Kraftwerken, Brennstoffraffinerien und Hochöfen) verwendet wird, ist hier ausgenommen. Dazu gehören auch Energieerzeugnisse, die für nichtenergetische Zwecke (beispielsweise in chemischen Prozessen) verwendet werden können.

Der Bruttoendenergieverbrauch wird in der Erneuerbare-Energien-Richtlinie 2009/28/EG definiert als die Energieprodukte, die der Industrie, dem Verkehrssektor, Haushalten, dem Dienstleistungssektor einschließlich des Sektors der öffentlichen Dienstleistungen sowie der Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft zu energetischen Zwecken geliefert werden, einschließlich des durch die Energiewirtschaft für die Elektrizitäts- und Wärmeerzeugung entstehenden Elektrizitäts- und Wärmeverbrauchs und einschließlich der bei der Verteilung und Übertragung auftretenden Elektrizitäts- und Wärmeverluste.

Die Energieerzeugung aus nicht erneuerbaren Siedlungsabfällen wurde vom Beitrag der Biomasse zur Wärme- und Stromerzeugung abgezogen. Der Verbrauch für den Pipelinetransport wurde gemäß der sektoralen Aufgliederung der Verordnung über die Energiestatistik in den Bruttoendenergieverbrauch einbezogen. Um die Genauigkeit und Konsistenz mit den nationalen Statistiken bei der Berechnung der Anteile erneuerbarer Energien zu verbessern, wurden für die Umrechnung der Mengen aller Energieerzeugnisse in Energieeinheiten anstelle der vorgegebenen Brennwerte nationale Brennwerte verwendet, sofern verfügbar.

Die Kommission hat erst kürzlich endgültige Leitlinien für die Berechnung von Energie aus Wärmepumpen aufgestellt. Einige Länder haben ihr nationales statistisches System noch nicht derart verbessert, dass alle erneuerbaren Energiequellen (z. B. für erneuerbare Energien in Bezug auf Wärmepumpen) vollständig berücksichtigt werden können. Obwohl es zum Zeitpunkt der Datenerhebung keine anerkannte statistische Methodik gab und aus Gründen der Vollständigkeit wurde der Beitrag der erneuerbaren Energien aus Wärmepumpen in den Fällen berücksichtigt, in denen die Mitgliedstaaten ausreichende Informationen übermittelt haben. Aus diesen Gründen bestehen einige kleine Unterschiede zwischen den für diese Veröffentlichung verwendeten Daten und den in den Energiebilanzen veröffentlichten Daten.

Energiestatistiken und Energiebilanzen von Eurostat unterscheiden nicht zwischen nachhaltigen und nicht nachhaltigen erneuerbaren Energiequellen. Diese Aufteilung ist in dem von Eurostat entwickelten Buchführungstool (SHARES tool[1]) möglich, in dem die Meldeländer diesbezüglich zusätzliche Informationen vorlegen müssen. Es ist daher zu beachten, dass erneuerbare Energien – sofern nicht ausdrücklich erwähnt – alle erneuerbaren Energiequellen umfassen, sowohl solche, die die Nachhaltigkeitskriterien erfüllen, als auch solche, die diese Kriterien nicht erfüllen.

Daten für den Zeitraum 2004-2010: Die Richtlinie 2009/28/EG existierte noch nicht oder wurde erst kürzlich erlassen. In den meisten europäischen Ländern war sie noch nicht in die nationale Gesetzgebung eingeflossen. Die Werte in diesen Jahren werden dazu verwendet, die Einhaltung des in Anhang I Teil B der Richtlinie festgelegten indikativen Zielpfads zu überprüfen. Die Erneuerbare-Energien-Richtlinie 2009/28/EG schreibt vor, dass nur Biokraftstoffe und flüssige Biobrennstoffe, die die Nachhaltigkeitskriterien erfüllen, zu den Zielen gezählt werden. Für die Jahre 2004-2010 wurde festgesetzt, dass alle Biokraftstoffe und flüssigen Biobrennstoffe auf den Zähler des Anteils der Energie aus erneuerbaren Energiequellen angerechnet werden.

Daten ab 2011: Die Einhaltung von Artikel 17 (Nachhaltigkeitskriterien für Biokraftstoffe und flüssige Biobrennstoffe) ist im Hinblick auf Artikel 18 (Überprüfung der Einhaltung der Nachhaltigkeitskriterien für Biokraftstoffe und flüssige Biobrennstoffe) zu beurteilen. Ab dem Bezugsjahr 2011 dürfen die Länder nur noch diejenigen Biokraftstoffe und flüssigen Biobrennstoffe als konform melden, für die die Einhaltung sowohl von Artikel 17 als auch von Artikel 18 vollständig nachgewiesen werden kann. Nur gemeldete konforme Biokraftstoffe und flüssige Biobrennstoffe werden auf die jeweiligen Anteile der erneuerbaren Energien angerechnet. In einigen Ländern wurde der Verbrauch von Biokraftstoffen und flüssigen Biobrennstoffen im Zeitraum 2011-2015 aufgrund der späten Umsetzung der Richtlinie 2009/28/EG nicht als konform (nachhaltig) beurteilt. Während der Anteil der erneuerbaren Energien insgesamt seit 2004 zunimmt, ist ihr Anteil im Verkehr zwischen 2010 und 2011 zurückgegangen. Dies ist zum Teil auf das von einigen EU-Ländern gemeldete völlige Fehlen von konformen Biokraftstoffen zurückzuführen (Länder meldeten zwar eine gewisse Verwendung von Biokraftstoffen, aber keine oder nur sehr wenige davon waren im Jahr 2011 konform). Da einige Länder noch nicht alle Bestimmungen der Erneuerbare-Energien-Richtlinie vollständig umgesetzt haben, werden einige Biokraftstoffe und flüssige Biobrennstoffe im Zeitraum 2011-2015 nicht als konform (nachhaltig) eingestuft.

Der Anteil des Stroms aus erneuerbaren Energiequellen ist definiert als der Quotient aus dem aus erneuerbaren Energiequellen erzeugten Strom und dem Bruttoinlandsstromverbrauch. Wie in der Erneuerbare-Energien-Richtlinie 2009/28/EG festgelegt, ist der Bruttoendenergieverbrauch von Strom aus erneuerbaren Energien der aus erneuerbaren Energiequellen erzeugte Strom. Dazu gehört die Stromerzeugung in Wasserkraftwerken (mit Ausnahme von Pumpspeicherwerken), in Biomasse- und Abfallverbrennungsanlagen, Windkraft- und Solaranlagen und geothermischen Kraftwerken. Die Richtlinie schreibt zudem die Normalisierung der Stromerzeugung aus Wasserkraft und Windkraft vor. Da die Normalisierung bei Wasserkraft über 15 Jahre hinweg vorzunehmen ist, stehen in Anbetracht der Verfügbarkeit energiestatistischer Daten (für die EU-28, ab 1990) noch keine langen Zeitreihen für diesen Indikator zur Verfügung.

Für die Berechnung des Anteils erneuerbarer Energien an der Wärme- und Kälteerzeugung wird der Endverbrauch aus erneuerbaren Energiequellen definiert als der Endverbrauch erneuerbarer Energien in Industrie, in Haushalten, im Dienstleistungssektor sowie in der Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft zur Wärme- und Kälteerzeugung sowie zur Erzeugung von Fernwärme. Der Gesamtendverbrauch für Wärme- und Kälteerzeugung ist der Endverbrauch aller Energieprodukte, mit Ausnahme des Stroms, für andere Zwecke als den Transport, zuzüglich des Verbrauchs von Wärme zur Eigennutzung in Strom- und Wärmekraftwerken und der Wärmeverluste in den Netzen. Eine genauer Definition ist unter folgender URL verfügbar: SHARES tool manual (auf Englisch).

Der Anteil erneuerbarer Energien am Kraftstoffverbrauch des Verkehrssektors errechnet sich auf der Grundlage der Energiestatistik nach der in der Richtlinie 2009/28/EG beschriebenen Methode. Bis 2010 wurden alle flüssigen Biobrennstoffe bei der Berechnung dieses Indikators berücksichtigt. Ab 2011 beinhalten die Daten zu flüssigen Biobrennstoffen im Verkehrssektor nur noch solche Stoffe, die die Nachhaltigkeitskriterien der Richtlinie 2009/28/EG erfüllen.

Kontext

Die Europäische Kommission hat mehrere Strategien für eine sicherere, nachhaltigere Wirtschaft mit geringeren CO2-Emissionen erarbeitet. Der Einsatz erneuerbarer Energiequellen trägt wegen der geringeren Treibhausgasemissionen nicht nur zur Bekämpfung des Klimawandels, sondern auch zur Versorgungssicherheit bei; die Energieversorgung wird vielfältiger, und die Luftverschmutzung geht zurück. Außerdem können neue Arbeitsplätze in den Bereichen Umwelt und erneuerbare Energien entstehen.

Im Dezember 2008 wurde das Klima- und Energiepaket 2020 verabschiedet. Es soll weiter dazu beitragen, dass der Anteil erneuerbarer Energiequellen bis 2020 auf 20 % des Gesamtenergieverbrauchs ansteigt und sowohl der Energieverbrauch als auch die Treibhausgasemissionen um 20 % gesenkt werden. In der Richtlinie 2009/28/EG des Europäischen Parlaments und des Rates zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen ist für die EU das Ziel vorgegeben, den Anteil erneuerbarer Energiequellen am Energieverbrauch bis 2020 auf 20 % und am Kraftstoffverbrauch im Verkehrssektor auf 10 % zu steigern. Sie sieht vor, dass jeder Mitgliedstaat einen nationalen Aktionsplan (auf Englisch) für erneuerbare Energie beschließt und dass Mechanismen der Zusammenarbeit eingeführt werden. Außerdem enthält sie Nachhaltigkeitskriterien für flüssige Biobrennstoffe (damit wird den Bedenken hinsichtlich möglicher negativer Auswirkungen auf die Preise landwirtschaftlicher Erzeugnisse, die Lebensmittelversorgung, den Schutz der Wälder, die biologische Vielfalt und die Wasser- und Bodenressourcen Rechnung getragen). Im Juli 2014 wurde ein Bericht über die Nachhaltigkeit der zur Erzeugung von Strom, Wärme und Kühlung eingesetzten festen und gasförmigen Biobrennstoffe (SWD(2014) 259) (auf Englisch) vorgelegt.

Am 6. Juni 2012 legte die Europäische Kommission eine Mitteilung mit dem Titel „Erneuerbare Energien: ein wichtiger Faktor auf dem europäischen Energiemarkt“ (COM(2012) 271 final) vor, in der politische Optionen für den Bereich der erneuerbaren Energien über 2020 hinaus aufgezeigt werden. Sie plädiert für ein besser koordiniertes Vorgehen auf europäischer Ebene bei der Einführung und der Reform von Förderregelungen und einen verstärkten Handel mit erneuerbaren Energieträgern zwischen den EU-Mitgliedstaaten. Im Januar 2014 legte die Europäische Kommission ein Paket energie- und klimapolitischer Ziele für 2030 (auf Englisch) vor. Damit sollen private Investitionen in Infrastruktur und CO2-arme Technologien angeregt werden. Zu den Kernzielen gehört die Steigerung des Anteils erneuerbarer Energien bis 2030 auf mindestens 27 %. Dies gilt als ein Schritt zur Einhaltung der für 2050 angestrebten Reduzierung der Treibhausgasemissionen, die im Fahrplan für den Übergang zu einer wettbewerbsfähigen und CO2-armen Wirtschaft bis 2050 (KOM(2011) 112 endg.) erläutert wird.

Eine der zehn Prioritäten der Europäischen Kommission von 2014 ist die Schaffung einer Energieunion. Mit dieser Europäischen Energieunion soll die Versorgung mit sicherer, nachhaltiger, wettbewerbsfähiger und bezahlbarer Energie gewährleistet werden. In einer Mitteilung vom Februar 2015 stellte die Europäische Kommission ihre Pläne für eine Rahmenstrategie für eine krisenfeste Energieunion mit einer zukunftsorientierten Klimaschutzstrategie vor (COM(2015) 80 final). Zu den fünf vorgeschlagenen Dimensionen gehört der Übergang zu einer CO2-armen Wirtschaft.

Siehe auch

Weitere Informationen von Eurostat

Veröffentlichungen

Haupttabellen

Energiestatistik – Hauptindikatoren (t_nrg_indic)
Energiestatistik – Mengen (t_nrg_quant)

Datenbank

Energiestatistik – Mengen, jährliche Daten (nrg_quant)

Spezieller Bereich

Methodik / Metadaten

Quelldaten für die Tabellen und Abbildungen (MS Excel)

Weblinks

Fußnoten

  1. Instrument SHARES