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Der OLAF-Bericht 2022
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Zusammenfassung

OLAF: Aufdecken, Untersuchen, Schützen

Das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF) ist eine moderne Untersuchungsstelle im Dienste der EU-Steuerzahler und schützt die Integrität des EU-Binnenmarkts und die finanziellen Interessen der Union.

Der OLAF-Bericht 2022 liefert Einblicke in die vorherrschenden Trends der Arbeit des OLAF und die durchgeführten Maßnahmen, die von der Bekämpfung von Fälschungen und Schmuggel bis zum Schutz der Mittel aus der Aufbau- und Resilienzfazilität und dem Aufbau von Kapazitäten für Betrugspräventionsmechanismen zum Schutz der EU-Mittel zur Unterstützung der Ukraine reichen.

Im Jahr 2022 identifizierte das OLAF Betrugsmuster, zu denen wettbewerbsbeschränkende Absprachen, die Manipulation von Vergabeverfahren, Interessenkonflikte, überhöhte Rechnungen, die Umgehung von Zöllen, Schmuggel und Fälschung zählten. Der Trend im Bereich des grenzüberschreitenden Online-Betrugs im Internet hielt unterdessen an. Während der COVID-19-Pandemie haben die Menschen viele Aspekte ihres Lebens digital durchgeführt, und dies gilt auch für Betrügerinnen und Betrüger. Diese Entwicklung setzte sich auch nach dem Ende der COVID-19-Beschränkungen fort, was neue Herausforderungen für das OLAF mit sich bringt, zu denen die Rückverfolgung wichtiger Daten und ein grenzübergreifendes Arbeiten gehören, um ein umfassenderes Bild der betrügerischen Handlungen zu gewinnen.

Das Jahr 2022 war dadurch gekennzeichnet, dass Mittel in Höhe von Hunderten Milliarden aus der Aufbau- und Resilienzfazilität ausgezahlt wurden, um die Mitgliedstaaten bei der Erholung von der Pandemie zu unterstützen. Das OLAF bekräftigte seine Entschlossenheit, eine wichtige Rolle beim Schutz des EU-Haushalts zu spielen, indem es die nationalen Behörden kontinuierlich unterstützt und berät und dabei besonderes Augenmerk auf die frühzeitige Aufdeckung und Untersuchung von Unregelmäßigkeiten legt.

Wie in den Vorjahren untersuchte das OLAF Betrug im Bereich Umwelt und Landwirtschaft. Dieser Betrug erfolgte häufig in Form von Manipulationen bei Ausschreibungen, falscher Buchführung und Verstößen gegen Projektziele. In Zusammenarbeit mit Partnern bekämpfte das OLAF auch illegalen Handel, mit dem die Umwelt oder die biologische Vielfalt geschädigt wurden. Dabei ging das OLAF gezielt gegen den illegalen Handel mit Babyglasaalen, Pestiziden und illegalem Holz vor. Bei einer Aktion, in die das OLAF eng eingebunden war, wurde festgestellt, dass schätzungsweise ein Anteil von 46 % des in die EU eingeführten Honigs durch Zuckersirupe verfälscht worden war. Im Laufe des Jahres wurde das OLAF für seine Rolle bei der Verhinderung des illegalen Handels mit schädlichen Kühlgasen ausgezeichnet.

2022 kam es auch zur Invasion Russlands in der Ukraine, die zur Folge hatte, dass die EU Sanktionen gegen Russland und seine Verbündeten verhängte. Das OLAF wurde mit der Aufgabe betraut, die Durchsetzung dieser Sanktionen zu unterstützen. Zudem hat das OLAF die Betrugsbekämpfungsbehörden der Ukraine unterstützt, um einen besseren Schutz der derzeitig und künftig bereitgestellten EU-Mittel zu gewährleisten.

Untersuchungstätigkeit des OLAF im Jahr 2022

256
Untersuchungen
Das OLAF schloss 256 Untersuchungen ab und richtete 275 Empfehlungen an die zuständigen nationalen oder EU-Behörden.
192
neue Untersuchungen
Das OLAF leitete 192 neue Untersuchungen ein, die sich an 1017 von OLAF-Experten durchgeführten Vorabauswertungen anschlossen, resultierend aus 5567 neuen Hinweisen.
€426.8
Millionen
Das OLAF empfahl Einziehungen mit einem Gesamtvolumen von 426,8 Mio. EUR zugunsten des EU-Haushalts.
€197.9
Millionen
Das OLAF verhinderte einen Verlust von 197,9 Mio. EUR für den EU-Haushalt.

Kampf des OLAF gegen Fälschungen und Schmuggel von gefährlichen Produkten

Im Jahr 2022 fungierte das OLAF als Mitorganisator oder Unterstützer für zehn gemeinsame Zollaktionen und andere gemeinsam mit Partnern durchgeführte operative Maßnahmen. Das OLAF spielte eine wichtige Rolle, indem es sachdienliche Erkenntnisse lieferte und entscheidende Zusammenhänge herstellte, um ein umfassenderes Bild der betrügerischen Handlungen zu gewinnen. Diese Maßnahmen trugen dazu bei, dass Millionen gefälschter und gefährlicher Gegenstände beschlagnahmt wurden, bevor sie verwendet werden konnten. Darunter waren gefälschte Arzneimittel, gefälschte Kugellager sowie gefälschte und potenziell gefährliche Spielzeuge.

Auch bei der Bekämpfung des illegalen Handels mit Tabak- und Alkoholerzeugnissen erzielte das OLAF bedeutende Fortschritte, indem es den nationalen Behörden half, 531 Millionen Zigaretten und 14,7 Millionen Liter illegalen Weins, Biers und illegaler Spirituosen zu beschlagnahmen.

Beitrag zur Betrugsbekämpfungspolitik der EU

Im Jahr 2022 war das OLAF für abb Einführung des neuen Betrugsbekämpfungsprogramms der Union zuständig, mit dem die Mitgliedstaaten beim Aufbau ihrer nationalen Kapazitäten zur Betrugsbekämpfung unterstützt werden sollen. Die Mittelausstattung des Programms für den Zeitraum 2021-2027 beträgt 181 Mio. EUR. Über das Jahr hinweg leistete das OLAF wiederum einen Beitrag zu den wichtigsten politischen Prioritäten der EU, indem es die zuständigen Kommissionsdienststellen und die nationalen Behörden im Hinblick auf die Betrugsbekämpfung beriet. Unter anderem verbreitete das OLAF einen Risikorahmen für die Aufbau- und Resilienzfazilität und veranstaltete über 50 Schulungen zur Sensibilisierung der Dienststellen der Kommission, von Agenturen und anderen externen Partnern sowie der Behörden der Mitgliedstaaten.