Barrieren überwinden
- 01 January 2004
Eines der wichtigsten Vorhaben im URBAN-II-Programm für Berlin ist das kulturgewerbliche Gründer- und Projektzentrum RAW-Tempel e.V., das die Ansiedlung kleiner Kultur- und Handwerksbetriebe sowie von Künstlern in ehemaligen Gebäuden der Reichsbahn unterstützt. Das Projekt verfolgt das Ziel, das Gelände zu sanieren und die lokale Wirtschaft zu stärken.
Das Programm betrifft zwei Bezirke im Südosten, Lichtenberg und Friedrichshain, die insgesamt 30.000 Einwohner haben. Dieses ehemalige Industriegebiet, das von längst aufgegebenen Eisenbahninfrastrukturen geprägt wird, erlebt seit 1990 einen wirtschaftlichen Niedergang; die Arbeitslosenrate beträgt fast 16 %.
Zunächst gründete des Projekt mit der finanziellen Unterstützung von URBAN den Kulturverein RAW-Tempel e. V. Dieser Verein wird architektonisch bedeutende Gebäude restaurieren und Ausbildung für kleine Firmen bereitstellen, die um ihre Existenz kämpfen. Außerdem ist vorgesehen, zwischen den verschiedenen Unternehmen, die sich in den renovierten Gebäuden niederlassen werden, ein Netzwerk für den Austausch bewährter Verfahren aufzubauen.
Neben Künstlern, Kulturschaffenden und Kunstgewerblern wird sich auf dem Gelände auch ein Trommelhersteller niederlassen, der in Zusammenarbeit mit Aufnahmestudios und Musikproduzenten seine Erfindung – eine „pneumatische Pitch-Kontrolle“ – exportieren will.
Insgesamt ist vorgesehen, 25 neue Arbeitsplätze zu schaffen und bis zum Jahr 2006 mindestens 12 neue Unternehmen anzusiedeln. Dieses Projekt setzt auf ein integriertes Vorgehen, wobei die Kultur als Katalysator für Wirtschaftsentwicklung und städtische Erneuerung wirkt.