Europäische Kommission

Abfallvermeidung

  • 01 January 2007

Ein URBAN-II-Projekt in Turin wird ein Verfahren zum Sortieren von Hausmüll testen, das darauf abzielt, die Abfallmengen sowie den Anteil, der in der Verbrennungsanlage landet, zu reduzieren. So sollen im URBAN-II-Gebiet Umweltzentren eingerichtet werden, um die Bürger über Abfallmanagement zu informieren und sie aktiv an der selektiven Müllabfuhr zu beteiligen.

Das URBAN-II-Programm betrifft die südlichen Randbezirke von Turin. Diese umfassen eine Fläche von 2.135 km² und haben eine Bevölkerung von insgesamt 24.843 Einwohnern. Das neben dem FIAT-Werk „Mirafiori Nord“ gelegene Gebiet hat mit ernsten sozialen und wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen: heruntergekommene Sozialwohnungen, Umweltschäden, verfallene Gebäude und ein ungepflegter öffentlicher Raum, Arbeitslosigkeit, Verbrechen, Armut und niedrige Bildungsniveaus. Noch dazu durchqueren mehrere Hauptstraßen das Gebiet und bringen viel Luftverschmutzung und Lärmbelästigung mit sich. Das Gebiet hat jedoch auch positive Seiten, vor allem reichlich Grünflächen. URBAN II steht nun vor der Herausforderung, die Qualität der städtischen Umgebung zu verbessern. Allein das ist ein Ziel für sich, aber es geht auch darum, einen günstigeren Kontext für Unternehmertum und sozialen Zusammenhalt zu schaffen. Die lokale Mülldeponie wird ihren Betrieb im Jahr 2004 einstellen; Turin muss daher einen anderen Weg finden, um seinen Abfall zu reduzieren und zu recyceln. Die Stadtverwaltung hat zu diesem Zweck einen Plan für integriertes Müllmanagement angenommen, bei dessen Umsetzung das URBAN-II-Projekt behilflich sein wird. Das Projekt wird in zwei Phasen ablaufen. Die erste Phase, die Umweltkommunikation und Schulung umfasst, zielt darauf ab, Gewohnheiten zu ändern. In einer zweiten „Verhandlungsphase“ erhalten die Einwohner die Möglichkeit, an Entscheidungen über den Müllmanagement-Plan teilzunehmen. Im Rahmen eines gemeinsamen Entscheidungsprozesses sollen in jedem Viertel Gebiete für selektive Müllsammlung ausgewählt und die entsprechenden Einrichtungen bereitgestellt werden. Das Projekt sieht vor, auch Schulen, Wohnungsverwalter und Unternehmen einzubeziehen. Die Erwartungen an das Projekt sind hoch: bessere Umweltqualität des Gebiets, weniger Müllverbrennung und eine Erhöhung der selektiven Müllsammlung von heute 30 auf 50%.