Europäische Kommission
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Beschleunigung des grenzüberschreitenden Handels

  • 01 January 2004

Das traditionelle Misstrauen gegenüber dem grenzüberschreitenden Handel nimmt allmählich ab. Acumen, ein interregionales Programm zur Unternehmensentwicklung, kann große Erfolge für sich verbuchen, da es viele Unternehmen ermutigt hat, zum eigenen Nutzen neue Märkte auf der anderen Seite der Grenze zu erschließen.

Acumen ist ein interregionales Programm zur Unternehmensentwicklung, das 1992 aufgelegt wurde, um die Wirtschaftsentwicklung in den Grenzregionen Irlands anzuregen. Es hilft kleineren Unternehmen, die Hindernisse zwischen Nord und Süd zu überwinden, die bis in die heutige Zeit hinein abschreckend auf den grenzüberschreitenden Handel wirken. Acumen unterstützt die produzierenden und Dienstleistungsunternehmen durch die Bereitstellung externer Berater, Hilfe bei der Betriebsführung, Verkaufsberatung, Gehaltszuschüsse, Workshops über Unternehmensentwicklung und individuelle Beratungsgespräche. Der Erfolg des Programms ist zum Teil auf das starke Engagement von großen, einflussreichen Entwicklungsorganisationen auf beiden Seiten zurückzuführen, die eine breite Palette an verwandten Gruppen und Einrichtungen hinter sich haben. Der Sache förderlich ist natürlich auch das bessere politische Klima, das ein größeres Vertrauen der Wirtschaft bewirkt hat. Natürlich muss Acumen Unternehmen auf beiden Seiten der Grenze in gleicher Weise Unterstützung angedeihen lassen, um glaubwürdig zu sein und wirkungsvoll agieren zu können. Dies war jedoch am Anfang recht schwierig, denn die Republik Irland bot den Unternehmern Nordirlands viel größere Chancen, da ihre Wirtschaft florierte und der Transport dorthin billiger und bequemer war. Die KMU im Süden zeigten sich zudem nach wie vor wegen des unsicheren politischen Klimas skeptisch gegenüber den nordirischen Märkten . Heute ist das politische Klima zwar immer noch instabil, jedoch hat es sich so weit verbessert, dass Investitionen und Handel zugenommen haben. Durch den Beitritt Irlands zum Euro wird die Differenz zwischen dem Pfund Sterling und dem Irischen Pfund noch größer, was wiederum einen zusätzlichen Anreiz für die Unternehmer der Republik Irland bedeutet, mit dem Norden Handel zu treiben. Bis heute sind im Rahmen des dritten Abschnitts des Programms, Acumen Phase III, 152 Projekte betreut worden, von denen 98 bereits zum Abschluss gebracht wurden und 45 noch in der Durchführung befindlich sind. Mithilfe der beteiligten Unternehmen konnten positive Ergebnisse erzielt werden ? 1999 nahm das Umsatzvolumen um 28% zu, und es wurde eine Steigerung von 24,8% bei der Schaffung von Arbeitsplätzen verzeichnet. Die Organisatoren von Acumen haben besonders viel Wert darauf gelegt, die Öffentlichkeit für ihre Ziele zu sensibilisieren. Als wichtigste PR?Aktion ist eine 50 Minuten dauernde Fernsehdokumentation über das Programm "Acumen" zu nennen, die von RTE (irischer Fernsehsender) produziert wurde. Die Sendung wurde im Februar 2000 ausgestrahlt und leitete den vierten Abschnitt des Programms ein, Acumen IV, mit dem die erfolgreicheren Unternehmen zur nächsten Stufe des Wachstumszyklus im grenzüberschreitenden Handel geführt werden sollen. Shabra Plastics ist ein mittelständisches Unternehmen in Monaghan in der Grafschaft Carrickmacross, nur etwa 24 km von der Grenze zu Nordirland gelegen. Es wurde 1983 gegründet, um Plastiktüten herzustellen, zu bedrucken und zu liefern. Waren die Anfänge von Shabra Plastics auch bescheiden, so ist es inzwischen zu einem erfolgreichen Unternehmen geworden, das mit lokalen und multinationalen Unternehmen der Hygienebranche und des Hotel? und Gaststättengewerbes Handel treibt. 1997 wurde der Unternehmensführung klar, dass dieses Kunststofferzeugnis trotz seiner Vielseitigkeit in zunehmendem Maße von Umweltschützern angeprangert wurde. Folglich beschloss man, eine Niederlassung zur Rückgewinnung von Rohstoffen zu gründen und wählte hierfür einen Standort im benachbarten Castleblaney aus, nur ca. 3 km von der Grenze entfernt. Bis zu jenem Zeitpunkt unterhielt Shabra zu Unternehmen in Nordirland noch keine Geschäftsbeziehungen. Acumen sah sich Shabra daraufhin etwas genauer an, und man kam zu dem Schluss, dass es für das Unternehmen von Vorteil wäre, wenn eine Person in Vollzeit für die Kundenwerbung eingesetzt und auch die Interessen der Initiative im Norden vertreten würde. Shabra wählte einen Bewerber aus dem Süden von Armagh aus, und Acumen erklärte sich bereit, während des ersten Jahres 50% der Gehaltskosten zu tragen. Zudem unterstützte Acumen das Vorhaben mit Rat und Tat sowie durch das Herstellen von geschäftlichen Kontakten. Shabra verkauft inzwischen mehr als 20% seiner Produkte in Nordirland, und der Reingewinn des Unternehmens ist von 253 947 616 Millionen EUR im Jahr 1997 auf 380 921 424 Millionen EUR im Jahr 1999 gestiegen. Shabra ist inzwischen so weit, dass es in großem Stil expandieren könnte, und die Betriebsführung hat für die kommenden Jahre auf Grund der Öffnung des Marktes in Richtung Norden ein weiteres Wachstum prognostiziert.
Last modified on January 2001