Effizienter intermodaler Güterverkehr in den Alpen

Das Projekt Alpine Innovation for Combined Transport (AlpInnoCT) zielt auf die Steigerung der Effizienz des kombinierten Verkehrs (KV) für den Güterverkehr im Alpenraum (KV ist eine Form des intermodalen Verkehrs, bei dem der überwiegende Teil der Strecke per Bahn und mit Binnen- oder Seeschiffen und möglichst wenig auf der Straße bewältigt wird). Dies soll die Nutzung von CO2-armem kombiniertem Verkehr, insbesondere mit der Bahn, fördern und zur Entwicklung eines nachhaltigeren Verkehrssystems beitragen.

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The AlpInnoCT logo ©AlpInnoCT The AlpInnoCT logo ©AlpInnoCT

" Das Projekt AlpInnoCT zielt auf die Verbesserung des intermodalen Gütertransports im Alpenraum, insbesondere was den Transport mit der Bahn betrifft. Die Straßen der Region sind voller Lastkraftwagen, die durch Schadstoffemissionen, Treibhausgase und Lärm die Umwelt belasten – von Unfällen ganz zu schweigen. Unser Projekt hat das Ziel, den Gütertransport so weit wie möglich von der Straße auf die Schiene zu bringen. "

Alberto Cozzi, Projektleiter, Port Network Authority of the Eastern Adriatic Sea im Hafen von Triest

AlpInnoCT beschreibt die derzeitige Situation des Güterverkehrssystems und insbesondere des kombinierten Verkehrs in den Alpen und spricht Empfehlungen für die Entwicklung eines idealen KV-Modells durch den Transfer von Expertenwissen aus der Produktionsindustrie aus.

Zudem wurden Leitlinien für die Einbindung innovativer intermodaler Lösungen und Ansätze in den täglichen Betrieb des KV erstellt und eine alpenweite Dialogplattform geschaffen, deren Veranstaltungen Interessen- und Zielgruppen zusammenbringen und ihnen die Möglichkeit zum Informationsaustausch geben.

Die Ergebnisse werden in einem AlpInnoCT-Handbuch zusammengefasst, das technische und wissenschaftliche Ergebnisse in leicht verständlicher Form erklärt. Im Rahmen eines partizipativen Ansatzes, der den Mangel an Kommunikation zwischen den Sektoren innerhalb des KV-Systems beheben soll, besteht die Absicht, den Inhalt auf Veranstaltungen mit Vertretern aller interessierten Parteien zu erörtern.

Ein sensibles Ökosystem

Die Alpen sind ein sensibles Ökosystem, das vor Luftverschmutzung und Klimawandel geschützt werden muss. Der kontinuierlich zunehmende Güterverkehr führt jedoch zu Umweltproblemen, die eine Überprüfung der Transportmodalitäten und eine Entwicklung innovativer Modelle zum Schutz des Alpenraums – wie im Weißbuch 2011 der EU „Fahrplan zu einem einheitlichen europäischen Verkehrsraum“ beschrieben – erforderlich machen.

Eines der wichtigsten Ziele der EU-Alpenstrategie, mit der die Zusammenarbeit zwischen den Alpenländern auf der Grundlage gemeinsamer Ziele gestärkt werden soll, besteht in der zunehmenden Nutzung ökologisch unbedenklicher Transportmittel und -wege und der Einrichtung effizienterer Güterverkehrskorridore. Wenn der kombinierte Verkehr in dieses Ziel integriert werden soll, ist es unumgänglich, ihn effizienter zu machen.

Produktions-Know-how und Strategie-Analyse

AlpInnoCT will die Prozesse und Kooperation in KV-Netzen verbessern, innovative Ansätze einbringen, um einen modalen Wechsel von der Straße auf die Schiene zu fördern, und die Kenntnisse und Teilnahmemöglichkeiten für Interessengruppen verbessern. Die Anwendung von Produktionswissen, unterstützt durch die Analyse bestehender Strategien, Politiken und Prozesse und die Entwicklung von Inhalten innerhalb einer transnationalen öffentlich-privaten Partnerschaft, stellt einen neuen Ansatz zum kombinierten Verkehr dar.

Wichtigstes Ergebnis wird ein effizienterer Güterverkehr im Alpenraum mit stärkerer Nutzung des kombinierten Verkehrs sein, so dass die Prozesse besser organisiert, produktiver und auf internationaler Ebene besser koordiniert werden. Eine bessere Unterrichtung der Interessengruppen sowie deren gestärkte Zusammenarbeit wird sowohl ihr Interesse an einem CO2-armen Verkehr, als auch ihren Zugang dazu verbessern und bewirken, dass erhebliche Gütervolumen auf die Bahn verlagert werden.

Logistikunternehmen werden von verbesserten Prozessen und einem besseren Zugang zu KV profitieren, während Hersteller von Waggons und Sattelschleppern einen Einblick in Verkehrsinnovationen erhalten. NRO und öffentlich-rechtliche Einrichtungen erhalten eine Plattform, um ihre Ansichten vorbringen zu können, und Entscheidungsträger werden besser auf die Gestaltung des zukünftigen und vor allem umweltfreundlichen KV-Rahmens vorbereitet sein.

Gesamtinvestition und EU-Mittel

Die Gesamtinvestition für das Projekt „AlpInnoCT – Alpine Innovation für den kombinierten Verkehr“ beläuft sich auf 3 088 272 EUR, an der sich der Europäische Fonds für regionale Entwicklung mit 2 548 531 EUR im Rahmen des operationellen Programms „Alpenraum“ für den Programmplanungszeitraum 2014-2020 beteiligt.