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Justiz, Grundrechte und Bürgerschaft

Frauen in Führungspositionen: Kommission schlägt als Zielvorgabe 40 % vor

Woman working with laptop © EU

Trotz intensiver Debatte in der Öffentlichkeit und freiwilliger Initiativen hat sich in den letzten Jahren am Gleichgewicht der Geschlechter in den Führungsetagen  in Europa nicht viel geändert. Heute schlägt die Europäische Kommission eine Rechtsvorschrift vor, um die Fortschritte zu beschleunigen. Damit folgt die Kommission der Aufforderung des  Europäischen Parlaments, das wiederholt gezielte Gleichstellungsmaßnahmen gefordert hatte.   

Die Leitungsorgane der Unternehmen werden nach wie vor von einem Geschlecht beherrscht. Die „gläserne Decke“ versperrt immer noch qualifizierten Frauen den Weg zu Top-Positionen in Europas größten Unternehmen. Nur 15 % der nicht geschäftsführenden Mitglieder  in der EU sind Frauen,  und bei den geschäftsführenden Mitgliedern sind es gerade einmal 8,9%.

Die heute vorgestellte Richtlinie legt als Ziel 40% für das unterrepräsentierte Geschlecht unter den nicht geschäftsführenden Direktoren/Aufsichtsratsmitgliedern börsennotierter Gesellschaften fest. Private börsennotierte Unternehmen müssen dieses Ziel bis  2020 umsetzen, börsennotierte öffentliche Unternehmen bis 2018. Kleine und mittlere Unternehmen sind von dieser Regelung ausgenommen (zu mehr Einzelheiten siehe die Pressemitteilung).

Der Vorschlag wurde von sechs Kommissaren vorgestellt, den Kommissaren für Justiz und Grundrechte, Binnenmarkt, Wettbewerb, Wirtschaft und Währung, Industrie und Unternehmertum sowie Beschäftigung.

Präsident Barroso erklärte, es sei „an der Zeit, dass die Europäische Union etwas unternimmt, und zwar auf der Grundlage der Befugnisse der EU-Verträge, welche die Mitgliedstaaten uns verliehen haben. „Vizepräsidentin und Justizkommissarin Viviane  Reding erklärte, die Fortschritte in Belgien, Frankreich und Italien „machen deutlich, dass zeitlich befristete gesetzgeberische Maßnahmen einen Unterschied bewirken können.“