BTN - The Bioenergy Technology Transfer Network
- 01 June 2006
© A study visit organised by BTN.
Das Bioenergy Technology Transfer Network (BTN) wurde eingerichtet, um vorbildliche Modelle zu schaffen und die nachhaltige Nutzung des Bioenergiepotenzials durch Raumplanungsverfahren zu fördern.
Kontext
Die Herstellung und Verwendung von Biokraftstoffen fördert sowohl die Abschwächung des Klimawandels als auch die Schaffung neuer Wirtschaftszweige im ländlichen Raum. Die EU hat sich das Ziel gesetzt, den Anteil der erneuerbaren Energiequellen ausgehend von der Situation im Jahr 1998 bis 2010 zu verdoppeln. Das Ziel in Bezug auf die Steigerung der Bioenergienutzung ist noch ehrgeiziger.
Der europäische Bioenergiesektor ist traditionell überwiegend auf lokaler oder regionaler Ebene aktiv gewesen. Das ehrgeizige Ziel in Bezug auf die Steigerung der Bioenergienutzung macht heute jedoch die Förderung und Mobilisierung der optimalen Vorgehensweisen und Technologien auf europäischer Ebene erforderlich. Aus diesem Grund müssen sich Privatunternehmen und Behörden zu internationalen Netzwerken zusammenschließen und eng zusammenarbeiten.
Die aktuelle Forschung und Entwicklung im Bereich Bioenergie hat verlässliche Technologien hervorgebracht. Diese neuen Technologien werden allerdings nicht umfassend genug angewandt, und es mangelt an Endnutzerdienstleistungen. Es sind nur wenige strategische Maßnahmen zur Förderung der nachhaltigen Nutzung des Bioenergiepotenzials durch Raumplanungsverfahren entwickelt worden. Das Bioenergy Technology Transfer Network-Projekt (BTN) ist im Jahr 2002 angelaufen, um vorbildliche Modelle für diese Herausforderungen zu schaffen.
Anwendung des neuesten Know-how für praktische Probleme
Unter der Leitung des finnischen Zentrums für Bioenergie-Entwicklung der Jyväskylä-Universität für Angewandte Wissenschaften umfasst das BTN-Projekt sechs weitere Partner aus fünf Ländern: der Wissenschaftspark Jyväskylä (Finnland), ZAB (Zukunfts Agentur Brandenburg GmbH, Deutschland), CEBra (Centre for Energy Technology Brandenburg GmbH, Deutschland), Luua Metsanduskool (Luua-Hochschule für Forstwirtschaft, Estland), Energidalen i Sollefteå AB (Energietal in Sollefteå AG, Schweden) und Energigården (Energiehof, Norwegen).
Das BTN-Projekt beschäftigte sich mit angewandter FuE in den Bereichen Herstellung, Raffination und Verbrennung von Biokraftstoffen. Ein anderer wichtiger Teil des Projekts bestand in der Ausbildung der Bediener und Unternehmer, der neuen Benutzer von Biokraftstoffen sowie der Entscheidungsträger und Berater.
Zu den wichtigsten Ergebnissen des Projekts gehören regionale Bioenergie-Strategien und Entwicklungspläne, internationale Ausbildungspakete im Bereich Bioenergie und ein Netzwerk regionaler Zentren für Bioenergie-Entwicklung (Bioenergy Development Centres, BDC-Network).
Internationale Seminare sind durchgeführt worden.
Die Ressourcen, Herstellung und Nutzung der Bioenergie in Partnerregionen sind analysiert und Engpässe in der Nutzungskette der Bioenergie bestimmt worden. Die Ergebnisse sind in der Veröffentlichung „Bioenergie-Umfeld und –Entwicklung“, Äänismaa, P. & Nummi, M (Hrsg.) im Jahr 2005 dokumentiert worden.
Eine enge Zusammenarbeit zwischen Jyväskylä Polytechnic (Finnland) und dem Energiehof (Norwegen) mündete in ein einjähriges Ausbildungsprogramm im Bereich Holzenergie (WFE), das im September 2004 mit Schülern aus drei europäischen Ländern startete.
Das von den BTN-Partnern erarbeitete Unterrichtsmaterial ist ausgetauscht worden, um die Ausbildung im Bereich Bioenergie auf lokaler und nationaler Ebene zu verbessern. Ein Ausbildungs- und Informationspaket – „Bioenergy Route – Leading Know-How in Central Finland“ - ist zusammengestellt und veröffentlicht worden.
Ergebnisse
Die Bioenergie-Märkte sind gewachsen, und die Entwicklung von regionalen Bioenergie-Strategien hat zu mehr Verständnis für die Raumplanungsverfahren der Partnerregionen geführt.
Pilot- und Entwicklungsmaßnahmen haben zu effizienteren Herstellungsmethoden und –technologien in den Bereichen Kraftstoff und Wärme geführt (z. B. der Technologietransfer im Bereich von Holzchips-Heizkesseln von Deutschland nach Norwegen oder im Bereich der Chip-Technologie von Finnland nach Norwegen).
Ein innovativer, vielfältig verwendbarer mobiler Trockner für Holz und Agrarbrennstoffe ist entwickelt worden.
Das finnische Regionale Zentrum für Bioenergie-Entwicklung (Regional Bioenergy Development Centre, BDC) wurde im Mai 2003 eröffnet. Seitdem hat es FuE-Elemente in die Arbeit einbezogen.
Die CEBra GmbH hat im August 2005 das BDC-Brandenburg eingerichtet („Centrum Holzenergie Eberswalde“). Das Zentrum ist im Gebäude der Landesforstanstalt auf dem Waldcampus der Fachhochschule Eberswalde angesiedelt.
In Norwegen ist der Energiehof als nationales Zentrum zur Vorführung von Bioenergie durch weitere Vorführungsmaßnahmen und theoretische Ausbildungsprogramme verbessert worden. Das Bioenergy Technology Transfer Network ist Ausgangspunkt des über drei Jahre laufenden BioReg Hadeland-Projekts, das auf die Weiterentwicklung der Region Hadeland zu einer herausragenden (nationalen) Bioenergie-Region mit dem Schwerpunkt praktische Bioenergie abzielt.