Unternehmen in Österreich und Deutschland entwickeln Lebensmittel auf Basis von pflanzlichen Proteinen

Im Rahmen des EU-finanzierten Projekts wurde in wichtige Pflanzenproteinforschung investiert, um Lebensmittelunternehmen in der Grenzregion im Westen Österreichs und in Schwaben (Deutschland) bei der Entwicklung innovativer Produkte zu unterstützen. Die Unterstützung gilt auch für Tests, mit denen die Verbrauchernachfrage nach gesunden Alternativen zu Fleisch gedeckt werden könnte.

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A sunflower-seed derived protein that can be used to make vegetarian and vegan minced-meat substitutes is one of the results of the Phytamin project. ©CC0 Creative Commons A sunflower-seed derived protein that can be used to make vegetarian and vegan minced-meat substitutes is one of the results of the Phytamin project. ©CC0 Creative Commons

" In unserem gemeinsamen Forschungsprojekt zu natürlichen Proteinen haben wir eine Wissensbasis geschaffen, um das Angebot der Lebensmittelindustrie um pflanzliche Alternativen zu erweitern. Besonders im Voralpenland, das sich durch die Herstellung von Milcherzeugnissen, Käse und Fleisch auszeichnet, konnten wir eine Grundlage für den wachsenden Markt für vegane und vegetarische Lebensmittel schaffen. Die von uns untersuchten Verfahren dienen als Ausgangspunkt für die Revolutionierung des Lebensmittelmarkts und die Verringerung der Umweltauswirkungen des Fleischverzehrs. "

Fabian Breisinger, Geschäftsführer, All Organic Treasures GmbH

Aus dieser Forschung sind zahlreiche Produkte auf Basis pflanzlicher Proteine entstanden. Die Forschergruppe entwickelte zum Beispiel ein getrocknetes, reines Sonnenblumenprotein, das zur Herstellung vegetarischer und veganer Produkte wie einem pflanzlichen Hackfleischersatz als Alternative zu Soja eingesetzt wird. Eine andere Variante des Produkts kann als Frühstücksflocken verwendet werden.

Das Produkt war Gewinner eines World Innovation Food Awards 2018. Diese jährlich verliehene Auszeichnung durch das britische Medienunternehmen FoodBev Median in Zusammenarbeit mit Hotelympia erkennt die besten weltweiten Beispiele der auf dem Markt verfügbaren Lebensmittelinnovationen an.

Geschmäcker ändern sich

Die Lebensmittelindustrie ist im Wandel, immer mehr Verbraucher wenden sich zugunsten von Vegetarismus, Veganismus und anderen gesunden Alternativen von der traditionellen fleischlastigen Ernährung ab. In diesem Zusammenhang stehen Lebensmittelunternehmen unter einem enormen Druck, innovative, gesunde Produkte zu entwickeln.

Aus der Forschung in die Produktentwicklung

Die Grenzregion von Österreich und Schwaben ist für ihr Fachwissen im Bereich Milcherzeugnisse, Käse und Proteinherstellung bekannt. Diese Erfahrung stellt in Kombination mit der Vielzahl an kleinen strukturierten Unternehmen in der Region, die Flexibilität in der Produktprüfung gewährleisten, das ideale Umfeld für die Entwicklung neuer Produkte dar.

In diesem Projekt arbeiteten zwei Unternehmen – Organic Treasures GmbH aus Kempten im Allgäu und Metzler Käse und Molke GmbH aus Egg in Vorarlberg – gemeinsam an der Nutzung dieses Potenzials und der Durchführung eingehender Forschung nach Produkten auf Basis pflanzlicher Proteine mit natürlichen, nicht chemischen Verfahren. In Zusammenarbeit mit lokalen Universitäten und Forschungseinrichtungen führten die Projektpartner Tests durch, um die Anwendbarkeit der Ergebnisse in tatsächlichen Herstellungsverfahren sicherzustellen.

Alle Forschungsergebnisse wurden veröffentlicht und der Lebensmittelindustrie zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus wurde eine Bewertung der Marktsituation vorgenommen und es wurden Strategien für die Vermarktung dieser Art Produkte ergründet, um langfristige Auswirkungen des Projekts zu gewährleisten.

Das Projekt hat nicht nur eine neue Innovationswelle in die Region gebracht, sondern auch Wege in einen lukrativen Markt für Proteinprodukte eröffnet, die bei regionalen Landwirten und Lebensmittelherstellern für zusätzlichen Umsatz sorgen könnten.

Gesamtinvestition und EU-Mittel 

Die Gesamtinvestition für das Projekt „Prozessentwicklung einer nicht chemischen Herstellung von natürlichen Proteinen (Lebensmittel)“ beläuft sich auf 524430 EUR, an der sich der Europäische Fonds für regionale Entwicklung mit 393322 EUR im Rahmen des operationellen Programms „Interreg V-A Austria – Germany/Bavaria (Bayern–Österreich)“ für den Programmplanungszeitraum 2014-2020 beteiligt. Die Investition fällt unter die Priorität „Forschung und Innovation“.

 

Datum des Entwurfs

08/08/2019