Gemeinsame grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung für die Region Niederösterreich/Südböhmen

Durch das EU-finanzierte Projekt „Healthacross for Future“ wird sichergestellt, dass Bürgerinnen und Bürger beiderseits der Grenze zwischen Niederösterreich und Südböhmen gleichberechtigten Zugang zu hochwertiger Gesundheitsversorgung haben.

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The first cross-border health centre in Gmünd, Austria. ©Lower Austria Health and Social Fund (2019) The first cross-border health centre in Gmünd, Austria. ©Lower Austria Health and Social Fund (2019)

" Dieses Projekt hat erfolgreich zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Bereich Gesundheitsversorgung angeregt und dafür gesorgt, dass Patientinnen und Patienten aus der Tschechischen Republik direkten Zugang zur vorhandenen ambulanten und zur neuen stationären Behandlung am Landesklinikum Gmünd in Niederösterreich haben. Es handelt sich hierbei um einen erheblichen Fortschritt zur Schaffung eines gemeinsamen grenzüberschreitenden Gesundheitszentrums. "

Elke Ledl, Leiterin Initiative Healthacross

Die geteilte Stadt Gmünd/České Velenice in der Region Niederösterreich/Südböhmen ist ein Fallbeispiel für den Bedarf nach grenzüberschreitender Zusammenarbeit. In České Velenice in der Tschechischen Republik ist der Zugang zu hochwertiger Gesundheitsversorgung – besonders in Notfällen – problematisch. Die nächstgelegene Notfallzentrale in Suchdol nad Lužnicí ist 18 km, das nächstgelegene Krankenhaus in České Budějovice sogar 60 km entfernt.

Die gute Nachricht ist, dass direkt jenseits der Grenze auf österreichischer Seite, nur wenige hundert Meter entfernt das Landesklinikum Gmünd liegt. Dank des EU-finanzierten Projekts Healthacross for Future dürfen tschechische Patientinnen und Patienten nun einfach über die Grenze gehen und bekommen dort eine hochwertige ambulante oder stationäre Behandlung im Krankenhaus.

Garantierter Zugang zu hochwertiger Gesundheitsversorgung

Die Initiative Healthacross widmet sich der Überwindung von Hindernissen und der Schaffung von mehr Gleichberechtigung beim Zugang zur Gesundheitsversorgung. Die Initiative vereint regionale und überregionale Interessen im Gesundheitswesen in einem gemeinsamen internationalen Netzwerk für Zusammenarbeit und Wissensaustausch.

Das Projekt, dessen Gründung bereits auf den Zeitraum vor EU-finanzierten Projekten zurück geht, hebt diese grenzüberschreitende Zusammenarbeit auf eine neue Stufe. Das Projekt garantiert mit dem Ziel, die Lebensqualität aller Anwohner zu erhöhen, den Zugang zu hochwertiger Gesundheitsversorgung durch:

  • die Bereitstellung grenzüberschreitender ambulanter Behandlung;
  • das Angebot stationärer Behandlung am Landesklinikum Gmünd für tschechische Patienten;
  • die Überprüfung der Machbarkeit gemeinsamer Gesundheitsdienste in den beiden Ländern;
  • den Austausch von Fachwissen zwischen österreichischen und tschechischen Fachkräften im Gesundheitswesen; und
  • die Planung und Umsetzung eines hochmodernen grenzüberschreitenden Gesundheitszentrums.

Verbesserte Lebensqualität

Durch die Harmonisierung der Gesundheitssysteme der beiden Städte hat das Projekt erfolgreich auf den Bedarf nach gleichberechtigtem Zugang zu Gesundheitsversorgung beiderseits der Grenze reagiert. Die Anwohner profitieren bereits von kürzeren Fahrzeiten und schnellerer Behandlung, was dazu beiträgt, die Lebensqualität in der Region zu erhöhen. Durch den bevorstehenden Bau des grenzüberschreitenden Gesundheitszentrums haben bald alle Menschen Zugang zu einer hochwertigen Gesundheitsversorgung in der Region.

Damit die langfristige Nachhaltigkeit dieser Dienste gewährleistet werden kann, ist das Projekt eine Partnerschaft mit den Gesundheitsbehörden der beiden Regionen eingegangen.

Gesamtinvestition und EU-Mittel

Die Gesamtinvestition für das Projekt „Healthacross for Future – Gemeinsame grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung Niederösterreich – Südböhmen“ beläuft sich auf 434645 EUR, an der sich der Europäische Fonds für regionale Entwicklung mit 369448 EUR im Rahmen des operationellen Programms „Interreg V-A Österreich-Tschechische Republik“ für den Programmplanungszeitraum 2014-2020 beteiligt. Die Investition fällt unter die Priorität „Nachhaltige Netzwerke und institutionelle Kooperation“.

 

Datum des Entwurfs

08/08/2019