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Der OLAF-Bericht 2023
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Zusammenfassung

Das OLAF: Aufdecken, Untersuchen, Schützen

Das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF) ist eine Untersuchungsstelle im Dienste der EU-Bürgerinnen und Bürger, die in der gesamten EU und weltweit tätig ist, um den EU-Haushalt und den Ruf der EU vor Betrug und Unregelmäßigkeiten zu schützen. Mit seiner Arbeit schützt das OLAF die Gesundheit und Sicherheit der Europäerinnen und Europäer, die Umwelt sowie die Wettbewerbsfähigkeit und das Wachstum Europas.

Dieser Bericht bietet einige Einblicke in die Arbeit des Amtes im Jahr 2023, die von der Aufdeckung komplexer Betrugsmaschen unter Verwendung von EU-Mitteln und manipulierten Ausschreibungsverfahren über Maßnahmen zur Verhinderung von Schmuggel und Fälschung bis hin zum Schutz von EU-Mitteln und Zöllen reichen.

Im Jahr 2023 empfahl das OLAF den zuständigen Behörden mehr als eine Milliarde Euro zur Einziehung.

In den 25 Jahren seines Bestehens hat das OLAF umfangreiche Erfahrungen bei der Feststellung und Untersuchung betrügerischer Handlungen und von Unregelmäßigkeiten gesammelt. Das OLAF arbeitet unabhängig im Mittelpunkt seines einzigartigen, weitreichenden Netzes von Einrichtungen, Ämtern und Organisationen auf der ganzen Welt. Viele der in diesem Bericht dargelegten Erfolgsgeschichten beruhen auf Zusammenarbeit, was ein deutliches Zeichen dafür ist, dass die Betrugsbekämpfungsarchitektur der EU gut funktioniert.

Dieser Bericht enthält zahlreiche Beispiele dafür, wie die Zusammenarbeit des OLAF mit den betreffenden Partnern zur Erzielung von Ergebnissen geführt hat. Im Jahr 2023 wurden auch knapp 300 Mrd. EUR an Mitteln aus der Aufbau- und Resilienzfazilität (ARF) an die Regierungen der Mitgliedstaaten verteilt. In der Vergangenheit hat das OLAF die Regierungen der Mitgliedstaaten dazu beraten, wie die ARF vor Betrug geschützt werden kann. Im vergangenen Jahr begann das OLAF mit der Untersuchung von Betrugsfällen im Zusammenhang mit der Fazilität. Dieser Bericht enthält ein solches Beispiel.

Im Jahr 2023 verteidigte sich die Ukraine weiterhin gegen den von Russland ausgehenden Angriffskrieg. Die EU hat ihre Sanktionen gegen Russland und Belarus verschärft, und das OLAF unterstützte die Mitgliedstaaten weiterhin bei der Aufdeckung und Untersuchung von Versuchen, die EU-Sanktionen zu umgehen. Im Jahr 2023 ermöglichte der EU-Haushalt 19,5 Mrd. EUR an Unterstützung für die Ukraine, einschließlich eines beispiellosen Unterstützungspakets in Höhe von 18 Mrd. EUR in Form von Darlehen zu Vorzugsbedingungen. Das OLAF führte Schulungen für ukrainische Betrugsbekämpfungsbehörden durch wie Betrug und Korruption zum Nachteil des EU-Haushaltes erkannt und bekämpft werden können. Das OLAF war in der Lage, in der Ukraine Untersuchungen zu potenziellem Betrug im Zusammenhang mit EU-Mitteln durchzuführen, von denen ein Fall in diesem Bericht behandelt wird.

Untersuchungstätigkeit des OLAF im Jahr 2023

1,04
Mrd. EUR
Das OLAF empfahl Einziehungen in Höhe von 1,04 Mrd. EUR zugunsten des EU-Haushalts.
209,4
Mio. EUR
Das OLAF verhinderte einen Verlust von 209,4 Mio. EUR für den EU-Haushalt.
265
Untersuchungen
Das OLAF schloss 265 Untersuchungen ab und richtete 309 Empfehlungen an die zuständigen nationalen oder EU-Behörden.
190
neue Untersuchungen
Das OLAF leitete 190 neue Untersuchungen ein, die sich an 1178 von OLAF-Experten durchgeführte vorläufige Analysen anschlossen.

Die wichtigsten vom OLAF im Jahr 2023 aufgedeckten und untersuchten Betrugsarten waren Vorwürfe und Fälle von wettbewerbsbeschränkenden Absprachen, der Manipulation von Vergabeverfahren, von Interessenkonflikten, überhöhten Rechnungen, der Umgehung von Zöllen, Schmuggel und Fälschung. Das OLAF arbeitete weiterhin hart daran, den Herausforderungen, die sich aus unlauteren wirtschaftlichen Praktiken ergeben, zu begegnen und so die Einnahmen, die europäische Industrie, die Produzenten und die Bürgerinnen und Bürger zu schützen.

Betrüger können sich rasch über Grenzen und Hoheitsgebiete hinweg bewegen, ihre Tätigkeiten verlagern und in winzige Teile zerschlagen, was es für die Behörden, die in ihren nationalen Rechtsordnungen tätig sind, sehr schwierig macht, diese aufzudecken und zu verstehen. Ein wichtiger Trend der letzten Jahre, der im Jahr 2023 sehr sichtbar war, sind vorzugsweise in künstlich geschaffenen grenzüberschreitenden Situationen begangene Verwaltungsverstöße, mit dem Ziel des Betrugs zulasten des EU-Haushalts, ohne aufgedeckt zu werden. Dieser besorgniserregende Trend kann nur wirksam bekämpft werden, wenn das OLAF als grenzüberschreitende Verwaltungsuntersuchungsstelle tätig wird.

Kampf des OLAF gegen Fälschungen und Schmuggel von gefährlichen Produkten

Darüber hinaus koordinierte und unterstützte das OLAF 13 gemeinsame Zollaktionen (GZA) zur Bekämpfung des illegalen Handels mit illegalen, gefälschten und potenziell gefährlichen Waren. Diese Maßnahmen führten zur Beschlagnahme von Millionen gefährlicher Spielzeuge, gefälschter Arzneimittel und illegaler ozonabbauender Gase.

Das OLAF leistete einen Beitrag zu Maßnahmen der nationalen Behörden gegen den illegalen Handel mit illegalen Tabakerzeugnissen durch kriminelle Netzwerke, deren Gewinne die betreffenden Netzwerke häufig zur Finanzierung ihrer anderen kriminellen Aktivitäten reinvestieren.

Im Laufe des Jahres trug das OLAF dazu bei, 616 Millionen Zigaretten, 140 Tonnen Rohtabak und 6 Tonnen Wasserpfeifentabak zu beschlagnahmen, wodurch Verluste in Höhe von über 151 Mio. EUR zulasten des EU-Haushalts und der nationalen Haushalte verhindert wurden.