Die Bevölkerung Europas im Vergleich zur Weltbevölkerung

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''Daten vom November 2012. Neueste Daten: Weitere Informationen von Eurostat, Haupttabellen und Datenbank.
Abbildung 1. Weltbevölkerung, 2012
(in % der Gesamtbevölkerung) - Quelle: Vereinte Nationen, Hauptabteilung Wirtschaftliche und Soziale Angelegenheiten, Bevölkerung: Weltbevölkerungsprognose, Ausgabe 2010
Tabelle 1: Weltbevölkerung, 1960-2012 - Quelle: Vereinte Nationen, Hauptabteilung Wirtschaftliche und Soziale Angelegenheiten, Bevölkerung: Weltbevölkerungsprognose, Ausgabe 2010
Tabelle 2: Bevölkerung und Bevölkerungsdichte, 1960 and 2012 - Quelle: Eurostat (demo_pjan) und (demo_r_d3area) Vereinte Nationen, Hauptabteilung Wirtschaftliche und Soziale Angelegenheiten, Bevölkerung: Weltbevölkerungsprognose, Ausgabe 2010
Abbildung 2: Bevölkerung, 1960-2060 (1)
(1960=100) - Quelle: Eurostat (demo_pjan) und (proj_10c2150p) Vereinte Nationen, Hauptabteilung Wirtschaftliche und Soziale Angelegenheiten, Bevölkerung: Weltbevölkerungsprognose, Ausgabe 2010
Tabelle 3: Fruchtbarkeit und Sterblichkeit, 1990 und 2009 (1) - Quelle: Eurostat (demo_frate) und (demo_mlexpec); Hauptabteilung Wirtschaftliche und Soziale Angelegenheiten, Bevölkerung: Weltbevölkerungsprognose, Ausgabe 2010
Tabelle 4: Altenquotient, 1960-2060 (1)
(Bevölkerung im Alter von 65 Jahren und darüber als prozentualer Anteil der Bevölkerung zwischen 15 und 64 Jahren) – Quelle: Eurostat (demo_pjanind) und (proj_10c2150p); Vereinte Nationen, Hauptabteilung Wirtschaftliche und Soziale Angelegenheiten, Bevölkerung: Weltbevölkerungsprognose, Ausgabe 2010

Dieser Artikel vermittelt anhand verschiedener wichtiger Indikatoren zur Bevölkerungsentwicklung einen Überblick über die Bevölkerung der  Europäischen Union (EU) im Vergleich zur übrigen Welt. Dies schließt Angaben zu Bevölkerungszahl und -dichte, Fruchtbarkeit, Lebenserwartung und zum Altenquotient ein. Die Zahlen stellen unterschiedliche Entwicklungen dar, wobei dem langsamen Anstieg oder sogar Rückgang der Einwohnerzahl in einigen entwickelten Volkswirtschaften ein schnelles Bevölkerungswachstum in bestimmten Schwellenländern gegenübersteht.

Wichtigste statistische Ergebnisse

Nach Angaben der Vereinten Nationen (UN) Entwicklung der Weltbevölkerung: Vorausschätzung, 2010 lebten am 1. Juli 2012 7,1 Milliarden Menschen auf der Erde. Die meisten Bevölkerungsszenarien prognostizieren für die kommenden Jahrzehnte einen fortgesetzten Anstieg. Asien hatte mit 4,25 Milliarden Einwohnern, d. h. etwas mehr als 60 % im Jahr 2012, den bei weitem größten Anteil an der Weltbevölkerung. Auf Afrika entfiel mit 15,2 % bzw. 1,07 Milliarden Menschen der zweitgrößte Anteil. Im Vergleich dazu lebten im Jahr 2012 in der EU-27 504 Millionen Menschen, das sind etwas über 7 % der Weltbevölkerung.

Zwischen 1960 und 2000 gab es einen Anstieg der Weltbevölkerung von knapp über 3 Milliarden auf mehr als das Doppelte. Seit der Jahrtausendwende bis 2012 nahm die Weltbevölkerung um weitere 929 Millionen Personen zu, wenn auch die Wachstumsrate im Vergleich mit derjenigen der vorausgegangenen vier Jahrzehnte (1960–2000) langsamer war. Der Gesamtanstieg der Weltbevölkerung zwischen 1960 und 2012 ist vor allem auf das Bevölkerungswachstum in Asien, Afrika und Lateinamerika zurückzuführen.

Die bevölkerungsreichsten Länder der Erde waren im Jahr 2012 China mit einem Anteil von 19,2 % an der Weltbevölkerung und Indien (17,8 %) – siehe Tabelle 2, mit einigem Abstand folgten die Vereinigten Staaten (4,5 %), Indonesien (3,5 %) und Brasilien (2,8 %).

Im Jahr 2012 war die Bevölkerungsdichte der EU-27 mit schätzungsweise 117 Einwohnern pro km² (siehe Tabelle 2) mehr als dreieinhalbmal so hoch wie die der Vereinigten Staaten, lag jedoch unter den Werten für Indonesien, China, Japan, Indien und die Republik Korea. Die stärksten absoluten Veränderungen der Bevölkerungsdichte zwischen 1960 und 2012 – unter den in Tabelle 2 erfassten Ländern – wurden in den beiden Ländern mit den höchsten Werten der Bevölkerungsdichte, nämlich in Indien und Südkorea, verzeichnet. Die Wachstumsraten der Bevölkerungsdichte waren jedoch in Saudi-Arabien, Mexiko und Südafrika am höchsten.

Den jüngsten Bevölkerungsvorausschätzungen der Vereinten Nationen (UN) zufolge (siehe Abbildung 2) wird sich das Bevölkerungswachstum in den kommenden Jahrzehnten zwar verlangsamen, doch wird die Bevölkerungszahl zum Jahr 2060 voraussichtlich über 9,6 Milliarden erreichen. Nach denselben UN-Vorausschätzungen (mittlere Variante) wird die Weltbevölkerung 2060 relativ betrachtet auch älter sein (höheres Medianalter). Gleichzeitig wird nach den Bevölkerungsprognosen von Eurostat die Bevölkerung der EU-27 voraussichtlich langsamer zunehmen, etwa in dem Zeitraum 2040–45 den Höchststand erreichen und anschließend wieder abnehmen.

Alternde Gesellschaften

Die Alterung der Gesellschaft stellt eine große Herausforderung dar; ihre Ursachen liegen unter anderem in anhaltend geringen Fruchtbarkeitsziffern  und dem deutlichen Anstieg der  Lebenserwartung  in den letzten Jahrzehnten (siehe Tabelle 3). Der letztere Aspekt lässt sich wohl zumindest teilweise durch die Verbesserung von Qualität und Zugänglichkeit der  Gesundheitsversorgung  erklären. Hinzu kommen weitere Faktoren wie das gewachsene Gesundheitsbewusstsein, ein höherer Lebensstandard und die Verlagerung der Arbeit weg von manuellen Tätigkeiten hin zu Tätigkeiten im Dienstleistungsbereich. Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Neugeborenen beträgt weltweit betrachtet etwa 67,9  Jahre (für die im Zeitraum 2005 bis 2010 Geborenen). Der Wert für diesen Indikator ist damit gegenüber dem Zeitraum von 1990 bis 1995 um 3,5  Jahre gestiegen. In der EU-27 ist die Lebenserwartung bei der Geburt allgemein höher als in den meisten anderen Regionen der Welt und betrug im Jahr 2009 79,7 Jahre.

Der  Altenquotient  gibt das Verhältnis der Zahl älterer Menschen (65 Jahre und älter) zur Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter (zwischen 15 und 64 Jahren) an. Sowohl die UN als auch Eurostat gelangen in ihren Vorausschätzungen zu dem Schluss, dass die Zahl der älteren Menschen in der EU-27 bis zum Jahr 2060 so weit ansteigen wird, dass auf jeden Einwohner über 65 Jahre weniger als zwei Einwohner im erwerbsfähigen Alter kommen – siehe Tabelle 4. Laut UN-Prognosen werden die Anteile der älteren Bevölkerung an der Gesamtbevölkerung in Japan und Südkorea besonders hoch sein.

Datenquellen und Datenverfügbarkeit

Die Daten in diesem Artikel basieren auf Informationen aus zwei Quellen: Eurostat und der Abteilung Bevölkerung der Vereinten Nationen (Weltbevölkerungsprognose, Ausgabe 2010).

Die Vereinten Nationen sind an mehreren multinationalen Erhebungsprogrammen beteiligt, deren Ergebnisse wichtige Informationen über Fruchtbarkeit, Sterblichkeit und die Gesundheit von Müttern und Kindern liefern. Die Bevölkerungsdaten der Vereinten Nationen beruhen zumeist auf Registern und Schätzungen, die den Stand der Bevölkerung zur Jahresmitte angeben, während die Daten von Eurostat normalerweise der Situation am 1. Januar des jeweiligen Bezugsjahres entsprechen.

Für die Vergleiche zwischen der EU und Drittländern in diesem Artikel wurden die VN-Bevölkerungsvorausschätzungen auf der Grundlage der mittleren Variante zugrunde gelegt. Eurostat erstellt für die EU-Mitgliedstaaten regelmäßig  Bevölkerungsvorausschätzungen auf nationaler Ebene. Die letzten Eurostat-Bevölkerungsvorausschätzungen wurden im Jahr 2010 erstellt (EUROPOP2010).

Kontext

Der alternden Gesellschaft Europas mit ihrer relativ gleichbleibenden Einwohnerzahl steht ein schnelles Wachstum der Weltbevölkerung insgesamt gegenüber, das vor allem durch das Bevölkerungswachstum in den Entwicklungsländern vorangetrieben wird. Allerdings steht nicht allein die EU-27 vor einer demografischen Herausforderung. Vielmehr wird sich in den nächsten fünf Jahrzehnten in den meisten Industrieländern und auch in einigen Schwellenländern ein beträchtlicher Wandel der Bevölkerungsstruktur vollziehen. Die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter wird abnehmen, der Anteil der älteren Menschen wird wachsen, und steigende Altenquotienten werden eine deutliche Zunahme der Belastung durch die Sozialausgaben für ältere Menschen (Renten, Gesundheitsversorgung, Betreuung in Pflegeeinrichtungen) mit sich bringen. In Ländern wie Japan und Südkorea (Republik Korea) werden die mit der Alterung der Gesellschaft verbundenen Herausforderungen voraussichtlich noch deutlicher zutage treten, denn dort wird der Altenquotient rasch auf ein sehr hohes Niveau ansteigen. Auch in China wird der Anteil älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung voraussichtlich rasch zunehmen.

Weitere Informationen von Eurostat

Veröffentlichungen

Datenbank

Demographie (pop)
Demographie – Nationale Daten
Bevölkerung (demo_pop)
Fruchtbarkeit (demo_fer)
Sterblichkeit (demo_mor)
Eheschließungen und Scheidungen (demo_nup)
Bevölkerungsvorausschätzungen (proj)
EUROPOP2010 – Konvergenzszenario, nationale Ebene (proj_10c)

Spezieller Bereich

Methodik/Metadaten

Quelldaten für Tabellen und Abbildungen (MS Excel)

Siehe auch