Region Stockholm investiert in nachhaltige urbane Entwicklung

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14/11/2016

Die Region Stockholm ist die am schnellsten wachsende Groß- und Hauptstadtregion Europas. Im vergangenen Jahrzehnt ist die Bevölkerung der Provinz pro Jahr um 35 000 bis 40 000 Einwohner gestiegen.

Um die Bedürfnisse dieser wachsenden Bevölkerung zu erfüllen, muss die Region Stockholm jedes Jahr 16 000 neue Wohnungen bauen. Diese Herausforderung ist der Anlass, eine nachhaltige urbane Entwicklung zu fördern. Um dies zu erreichen, helfen die Strukturfonds bei der Investition in eine grüne, gesunde, intelligente, attraktive und integrative Stadt. 

Die Region hat kürzlich entschieden, in zwei Entwicklungsprojekte mit insgesamt 120 Millionen EUR zu investieren, um nachhaltigen Wohnungsbau zu stärken: „Grön BoStad Stockholm“ und „Sverige bygger nytt“. Diese beiden Projekte, die je zur Hälfte vom Europäischen Fonds für die regionale Entwicklung und dem Europäischen Sozialfonds finanziert werden, betreffen Kernelemente der nachhaltigen urbanen Entwicklung. Die Region Stockholm möchte von der Expertise von Umwelttechnologieunternehmen profitieren und Innovation sowie nachhaltiges Wachstum fördern. Außerdem ist man von dem ungenutzten Beschäftigungspotenzial der kürzlich angekommenen Immigranten und Nichteinheimischen überzeugt, von dem der wachsende Bausektor profitieren kann. 

Im Rahmen des Projekts Grön BoStad Stockholm wird die Königlich Technische Hochschule neben anderen Institutionen Testumgebungen für Innovationen im Bereich Umwelttechnik entwickeln. Es ist das Ziel, die Entwicklung und Nutzung neuer Energieeffizienzen und kohlenstoffarmer Technologien zu ermöglichen und in Bauprojekten in den Gemeinden der Region Stockholm einzusetzen. Die Bemühungen richten sich auf die Einbeziehung und Stärkung des umwelttechnischen Sektors und auf Anreize für Kunden, wie etwa Gemeinden, Regionalverwaltungen und Grundstückseigentümer usw., um das Bewusstsein für diesen Aspekt zu stärken. 

Für das Projekt Sverige bygger nytt wird die schwedische Arbeitsvermittlung zusammen mit verschiedenen Gemeinden, Regionalverwaltungen, Industrieverbänden und Gewerkschaften die Anwerbung neuer Arbeitskräfte sowie die Bereitstellung geeigneter Kompetenzen durch Nutzung der Fähigkeiten kürzlich angekommener Immigranten und Nichteinheimischer im Bausektor fördern. Die Arbeit in Bezug auf Kernwerte, die Validierung von Fähigkeiten, die sprachliche Unterstützung und das arbeitsplatzbasierte Lernen wird verstärkt und besser an den Fachkräftebedarf des Bausektors angepasst. 

Entwicklungsprojekte unterstreichen den Wunsch der Region Stockholm nach einem Beitrag der europäischen Struktur- und Investitionsfonds zu einer kohärenten strategischen Initiative. Dies wird durch die Bündelung von Ressourcen, den Fokus auf Wirtschaft und Arbeit, die Synergieentwicklung über die Fonds und den Einsatz des „Stockholm-Modells“ erreicht – eines neuen Modells für die Umsetzung der Mittel. 

Dieses neue Governance-Modell bedeutet, dass Kohäsionspolitik enger mit der allgemeinen regionalen Wachstumspolitik und den Ressourcen der Provinz verbunden ist und zu einer stärkeren Interaktion und Unterstützung der regionalen Akteure beiträgt, um kohärente strategische Initiativen zu ermöglichen, bei denen diese Akteure sowohl die Initiative ergreifen als auch die Verantwortung für ihre Bemühungen übernehmen. Auf diese Weise ist die Region weiterhin in der Lage, große und wichtige Projekte zu starten, obwohl das Strukturfondsbudget in der Region Stockholm zu den niedrigsten Budgets in Europa gehört. 

Jonas Örtquist – Leiter des Sekretariats, Partnerschaft für Strukturfonds, Region Stockholm, Schweden

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