Was stimmt — und was stimmt nicht?

Sie wissen es selbst nicht so genau? Hier geht‘s zum Faktencheck:

Syiringe

Angesichts der Brisanz der derzeitigen Krise tut die EU alles, um sicherzustellen, dass ein COVID-19-Impfstoff verträglich und wirksam ist und allen, die ihn benötigen, so bald wie möglich zur Verfügung steht.

Leider gibt es noch keinen Impfstoff und auch kein Medikament gegen Corona. Daher hat die EU auch noch keinen COVID-19-Impfstoff eingeführt oder zugelassen. Im Rahmen des weltweiten Corona-Spendenmarathons hat die EU aber bereits 15,9 Milliarden Euro zur Erforschung von Medikamenten und Impfstoffen mobilisiert. Darüber hinaus hat die Kommission im August 2020 eine erste Einigung mit dem Pharmaunternehmen AstraZeneca über den Ankauf eines potenziellen Coronavirus-Impfstoffs getroffen. Gleichzeitig hat sie Sondierungsgespräche mit mehreren anderen Konzernen geführt. Die EU setzt alles daran, damit verträgliche und wirksame COVID-19-Impfstoffe möglichst bald allen, die sie benötigen, zur Verfügung stehen. Impfungen gehören zu den größten Errungenschaften im Gesundheitswesen. Weltweit retten sie jedes Jahr mindestens 2-3 Millionen Menschenleben – und verhüten noch viel mehr Lähmungen und lebenslange Erkrankungen. Die EU unterstützt Impfungen aktiv und nachdrücklich, hat aber weder den Wunsch noch die Absicht, sie den Mitgliedstaaten aufzuzwingen.

Es gibt aber eine Menge Leute, die wissenschaftlich nicht belegte Anti-Impf-Gerüchte verbreiten. Solche Behauptungen schüren Ängste und schaden nur der öffentlichen Gesundheit. Haltlose Behauptungen, wonach Impfstoffe die DNA verändern oder Patienten vergiften — vorgebracht mit löchrigen Beweisen oder wissenschaftlich nicht belegten Theorien — reichen schon aus, um Menschen von einer Impfung abzuhalten, die sie vor schweren Komplikationen oder gar dem Tod bewahren könnte. COVID-19 hat sich als außergewöhnlich gefährliches Virus erwiesen, das die medizinische Forschung und Virologen weltweit nötigt, ein Heilmittel zu finden und möglichst rasch in Umlauf zu bringen. Angesichts dieses Drucks und der Tatsache, dass einige der in der Entwicklung befindlichen Impfstoffe auf genetisch veränderten Viren basieren, ist die EU bereit, das Verfahren dadurch zu beschleunigen, dass sie bei klinischen Tests auf eine Umweltverträglichkeitsprüfung verzichtet. Impfstoffe müssen aber dennoch eine gründliche Testphase durchlaufen, damit ihre Verträglichkeit sichergestellt ist, bevor sie auf den Markt kommen.

icon medical

Vorsicht vor Internet-Schlagzeilen, ein „Wundermittel“ sei gefunden worden!

Lassen Sie sich nicht von unbekannten oder unverlässlichen Quellen verleiten — das könnte Ihre Gesundheit gefährden und Ihren Mitmenschen dringend benötigte Medikamente oder Hilfsgüter vorenthalten. Die EU finanziert die Erforschung des Coronavirus und möglicher Medikamente und Impfstoffe. Wenn ein Durchbruch gelingt, werden wir es alle erfahren. Seien Sie bis dahin vor Medikamenten, die noch nicht zugelassen und großflächig verbreitet wurden, auf der Hut. Wenn Sie sich normalerweise nicht darauf einlassen würden, dann tun Sie‘s jetzt auch nicht!

Bleiben Sie kritisch, bevor Sie Heilmittel-Informationen aus sozialen Medien teilen. Konsultieren Sie vertrauenswürdige Quellen und gleichen Sie die Meldungen zu neuen Entwicklungen ab. Ein Beispiel hierfür ist die Diskussion um Hydroxychloroquin (ein Arzneimittel, das zur Verhütung und Behandlung von Malaria eingesetzt wird). Trotz der Nachweise kontrollierter Studien, wonach das Arzneimittel gegen das Coronavirus unwirksam ist, erfreute sich das Thema großer Aufmerksamkeit. Versuchen Sie also bitte nicht, sich dieses Medikament oder ein anderes „Wundermittel“, das Ihnen im Internet angepriesen wird, selbst zu verabreichen. Ziehen Sie Ihren Arzt zu Rate.

Artikel, in denen positive Ergebnisse kleiner experimenteller Behandlungen hochgejubelt werden, sind ebenfalls mit Vorsicht zu genießen. Solange eine Studie nicht durch großmaßstäbliche Versuche und stichhaltige Nachweise bestätigt ist, sollte sie nicht als Alternative zu Impfstrategien betrachtet werden. Selbst wenn diese Behandlungen Erfolge zeigen, muss die öffentliche Gesundheit in erster Linie für die Prävention von Krankheiten und die Entlastung unserer Gesundheitssysteme sorgen.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt hat die Kommission im Anschluss an eine wissenschaftliche Bewertung und Empfehlung seitens der EMA den Einsatz eines Mittels gegen das Coronavirus genehmigt. Ende Juli sicherte sich die Kommission darüber hinaus den Bezug von 30 000 Dosen, die derzeit auf die Mitgliedstaaten verteilt werden.

mobile phone icon

Das Coronavirus kann nur von Mensch zu Mensch per Tröpfcheninfektion beim Niesen, Husten oder Ausatmen übertragen werden — nicht über Mobilfunknetze.

Im Internet liest man immer wieder, die neuen 5G-Netze seien schuld am Ausbruch von Corona. Das ist schlichtweg falsch. Verschwörungstheorien bringen 5G und Corona möglicherweise deshalb miteinander in Verbindung, weil beide relativ neu und für das menschliche Auge unsichtbar sind. 5G ist lediglich die nächste Mobilfunknetz-Generation und hat wie das derzeitige 4G-Netz nichts mit einem Virus zu tun. 5G verwendet Funkwellen, um verschiedene Geräte miteinander zu verbinden, und ist kein Träger für das Virus, das nur in Tröpfchen überlebt. Eine noch schlagenderes Argument gegen dieses Märchen ist, dass sich das Coronavirus weltweit ausgebreitet hat, 5G aber noch nicht überall existiert. In vielen Ländern, die über kein 5G-Netz verfügen, kam es zu schweren Corona-Ausbrüchen. Corona und 5G haben definitiv nichts miteinander zu tun.

Da Gesundheit und Sicherheit der Menschen für die EU an erster Stelle steht, folgen die Strahlen-Höchstwerte der Devise „Vorbeugen ist besser als Heilen“. Unsere Standards liegen weit über den wissenschaftlich vorgegebenen. Die EU-Grenzwerte, auch für 5G, sind fünfzigmal niedriger als die möglicherweise gesundheitsschädlichen Werte. Alle 5G-Anlagen müssen diese unglaublich hohen Standards erfüllen, bevor sie in Betrieb genommen werden dürfen. Wenn 5G gesundheitsschädlich wäre, hätte die EU seine Verwendung nicht empfohlen — und die Mitgliedstaaten hätten 5G verboten.

Icon with three people holding hands under the globe

Der koordinierte Plan der EU für Europas Erholung besteht darin, dass sie Menschen und Unternehmen unterstützt und sich weiterhin um Gesundheitsbelange kümmert.

Auch wenn Länder in ganz Europa neue Abschottungsmaßnahmen einführen, um den Anstieg der Corona-Zahlen vor Ort einzudämmen, konzentriert sich die EU darauf, dass die Wirtschaft wieder anspringt, und dass ein gerechteres, umweltfreundlicheres und stärker digital ausgerichtetes Europa entsteht. Mithilfe des Aufbauplans im Umfang von 1,85 Billionen Euro wird Europa sich von der Krise erholen. Die Unterstützung kommt zahlreichen Wirtschaftszweigen in Europa bei der Überwindung der Krise zugute. Hierzu gehören breit angelegte Programme wie „Next Generation EU“, die für einen nachhaltigen, inklusiven und für alle fairen Konjunkturaufschwung sorgen sollen – auch für Menschen in ländlichen Gebieten und schwer von der Krise getroffene. Der Fonds „Next Generation EU“, der unter Beteiligung aller Mitgliedstaaten eingerichtet wurde, wird für eine EU-weite Konjunkturbelebung sorgen. Voraussetzung für den Erhalt der Mittel ist die Durchführung von Wirtschaftsreformen, ohne dass allerdings Sparmaßnahmen gefordert würden.

 

Die EU ist auch daran gelegen, dafür zu sorgen, dass die Menschen weiterhin europaweit reisen können, ohne dass sie Gefahr laufen, sich mit dem Virus anzustecken. Die Web-Plattform „Re-Open EU“, die eingerichtet wurde, um Europäerinnen und Europäer bei geplanten Reisen während der Corona-Pandemie zu helfen, wird in puncto Reisebeschränkungen und Einreisebestimmungen für jedes EU-Land fortlaufend aktualisiert. Auch wenn die Entwicklung nicht absehbar ist, gehen für die EU und die Mitgliedstaaten die Sicherheit und das Wohlergehen der Menschen vor — auch auf Reisen.

 

Syiringe

Hinter dem weltweiten Bemühen um ein Ende der Pandemie stecken keine Verschwörer — die Wissenschaft sucht lediglich einen Impfstoff für alle!

Theorien, die uns einen überaus willkommenen Sündenbock für all unsere Probleme liefern, sollten wir auf jeden Fall hinterfragen. Verschwörungstheorien sind in der Regel verlockend, weil sie uns allzu einfache Antworten auf komplexe Fragen geben. Sie funktionieren nach durchschaubaren Mustern und konzentrieren sich auf einen konkreten, leicht auszumachenden „Feind“. Sie folgen berechenbaren Schemata, die in verschiedenen Szenarien wiederholt werden und sich lediglich auf unterschiedliche Akteure konzentrieren. Gehen Sie allzu sehr vereinfachenden Lösungsansätzen für diese komplexe Gesundheitskrise nicht auf den Leim! 

Einer Theorie, die allerdings jeder Grundlage entbehrt, zufolge steckt Bill Gates hinter Corona — als Teil eines üblen Komplotts. Das stimmt definitiv nicht. Die Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung setzt sich seit langem für die weltweite Ausrottung gefährlicher Krankheiten wie Polio ein. Auch Corona wurde der Kampf angesagt: Die Stiftung hat 125 Mio. US-Dollar für die unabhängige internationale Initiative zur Entwicklung und Verbreitung von Corona-Tests, Medikamenten und Impfstoffen gespendet. Sie hat auch die Corona-Krisenreaktion beim Spendenmarathon, der gleich nach dem Startschuss durch die EU-Kommission am 4. Mai Spenden in Höhe von 15,9 Milliarden Euro in die Corona-Kasse spülte, aktiv unterstützt. Natürlich muss jeder Corona-Impfstoff vor seiner Zulassung strengen klinischen Prüfungen unterzogen werden.

icon virus

Das Coronavirus bleibt eine Gefahr für die menschliche Gesundheit. Ein Wiederaufflammen ist jederzeit möglich.

Jede Generation in Europa hatte ihre große Herausforderung oder Bedrohung – unsere heißt COVID-19. Der Erreger ist deshalb so tückisch, weil er so ansteckend ist. Jeder kann sich infizieren — und das kann zu schweren Komplikationen führen. Regierungen, Experten und Organisationen weltweit haben die Besonderheit dieses Virus erkannt. Deshalb stuft die Weltgesundheitsorganisation Corona weiterhin als Pandemie ein. Für die EU steht der Schutz von Menschenleben und Existenzen an erster Stelle. Sie stimmt sich eng mit den Mitgliedstaaten ab und nutzt alle verfügbaren Mittel, um die Verbreitung einzubremsen und Lösungen zu finden. Nur aufgrund der Maßnahmen der Mitgliedstaaten, der und einzelner Menschen konnten wir das Schlimmste verhindern — zumindest bislang. Wir wissen derzeit nicht, wie sich die Pandemie entwickeln wird, aber wir müssen auf alles gefasst sein.

icon data protection

Die EU-Vorschriften zum Schutz von Daten und der Privatsphäre gehören zu den strengsten weltweit. Daran ändert auch Corona nichts.

Digitale Technologien können schützen und Leben retten. Freiwillige Kontaktnachverfolgungs- und Warn-Apps können beispielsweise in allen Phasen der Corona-Krise eine zentrale Rolle spielen, insbesondere jetzt, wo es zu neuen Schüben kommt. Sie sind eine gute Ergänzung zum geplanten Ausbau der Tests. Solche Apps können eine Ausbreitung des Virus dadurch verhindern, dass sie die Infektionskette unterbrechen und Nutzer warnen, wenn sie einer infizierten Person zu nahe gekommen sind. Alle Apps zur Kontaktnachverfolgung sind freiwillig, transparent, sicher, funktionieren über Ländergrenzen hinweg und wahren in vollem Umfang die Privatsphäre.

Um das ordnungsgemäße Funktionieren von Tracking-Apps zu erleichtern, wird die Kommission ein Interoperabilitätsportal einrichten. Hierunter ist eine digitale Infrastruktur zu verstehen, die sicherstellen soll, dass nationale App-Server Informationen untereinander austauschen können. Diese Lösung, die die überwiegende Mehrheit der in der EU eingeführten Tracking-Apps abdeckt, wird sowohl Geschäftsreisenden als auch Touristen helfen, sicher durch Europa zu reisen, solange die Pandemie anhält.

Die Kommission hat auch spezielle Leitlinien im Sinne einheitlicher Standards in puncto Datenschutz, Sicherheit und Wirksamkeit für alle Apps veröffentlicht. Die Nutzung der Apps soll freiwillig sein. Sie funktionieren jedoch nur, wenn möglichst viele Menschen sie nutzen. Deshalb muss man ihnen absolut vertrauen können. Länder wie Deutschland und Irland haben bereits Corona-Tracking-Apps eingeführt. Andere Länder wollen folgen.

Darüber hinaus hat die Kommission Telekom-Unternehmen gebeten, anonymisierte Daten und Standortprofile nutzen und an die Mitgliedstaaten weitergeben zu dürfen. Der Abgleich von Mobilitätsmustern kann uns helfen, den Zusammenhang zwischen der Ausbreitung des Virus und der Wirkung der getroffenen Maßnahmen besser zu verstehen. Die Ergebnisse werden allen Mitgliedstaaten zur Verfügung gestellt. Dieses Projekt, das keine personenbezogenen Daten verwendet, steht voll und ganz im Einklang mit der EU-Datenschutz-Grundverordnung und den Rechtsvorschriften zum Schutz der Privatsphäre in der elektronischen Kommunikation — mit den strengsten weltweit. Individuelle Datensätze werden nicht ausgewertet.

disinfo

Gesichtsmasken ergänzen andere Präventivmaßnahmen, sind ohne Gefahr, sollten aber ordnungsgemäß verwendet und entsorgt werden.

Wir alle wollen uns vor dem Coronavirus schützen. Gesichtsmasken können uns dabei helfen, wenn wir sie richtig tragen. Das Tragen einer Maske in der Öffentlichkeit ist ein Zeichen von Solidarität. Sollten Sie infiziert sein, ohne Symptome zu haben, kann Ihre Maske andere schützen, besonders in belebten, engen Räumen wie Geschäften oder öffentlichen Verkehrsmitteln.

Gesichtsmasken sollten uns allerdings kein falsches Sicherheitsgefühl vermitteln. Masken sind als Ergänzung zu anderen Vorsichtsmaßnahmen wie Händewaschen und Abstandhalten zu sehen und können allein keinen umfassenden Schutz bieten. Sie müssen ordnungsgemäß getragen und abgelegt werden. Andernfalls führen sie unter Umständen sogar eher zu Infektionen, als dass sie die Ausbreitung des Virus verhindern.

Die ordnungsgemäße Verwendung einer Gesichtsmaske führt nicht zwangsläufig zu Atemnot (Sauerstoffmangel) oder Hyperkapnie (Kohlendioxidvergiftung). Die EU sorgt mittels Tests, die vor ihrer Ausfuhr in die EU und auch nach ihrer Ankunft in den Mitgliedstaaten durchgeführt werden, dafür, dass die im Rahmen ihrer Hilfsprogramme ausgegebenen Masken von ausreichender Qualität sind. Sie tut alles dafür, damit Masken und medizinische Ausrüstung ordnungsgemäß entsorgt werden. Wird die Verwendung von Gesichtsmasken empfohlen, sind die Gegebenheiten vor Ort und die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zu berücksichtigen. Folgen Sie deshalb bitte stets den aktuellen Empfehlungen Ihrer Gesundheitsbehörde.

icon magnified virus

Keiner von uns ist gegen Corona gefeit.

Sowohl junge als auch ältere Menschen sind gefährdet, wenn sie die amtlichen Hinweise ignorieren. Derzeit gibt es keinen Corona-Impfstoff — und es besteht nach wie vor eine gewisse Unsicherheit hinsichtlich der natürlichen Immunität nach einer Infektion. Darüber hinaus wissen wir immer noch nichts über die Langzeitfolgen des Virus. Die wissenschaftliche Forschung ist noch nicht abgeschlossen, und wir wissen einfach nicht genug über das Virus, um einschätzen zu können, wie viel Schaden es anrichten kann. Was wir wissen, ist, dass niemand vor einer Infektion gefeit ist.

Wir alle können einen Beitrag zur Eindämmung des Virus leisten: Achten Sie auf Ihre eigene Gesundheit und auf die der schwächsten Mitglieder unserer Gesellschaft. So verhindern Sie, dass unser Gesundheitswesen an seine Grenzen stößt. Waschen Sie sich gründlich die Hände, fassen Sie sich nicht mit ungewaschenen Händen ins Gesicht, halten Sie Abstand im öffentlichen Raum, begeben Sie sich in häusliche Isolation, wenn Sie Symptome entwickeln, und gehen Sie zum Arzt – so verhindern Sie eine Ausbreitung des Virus am wirksamsten. Die Weltgesundheitsorganisation rät Menschen aller Altersgruppen, sich vor dem Coronavirus zu schützen, z. B. durch eine gute Hand- und Atemhygiene und durch Selbstisolation.

Icon with three people holding hands under the globe

EU-Länder sind und bleiben die besten Partner füreinander – und zeigen sich zunehmend solidarisch.

Fakt ist, dass die europäischen Institutionen und ihre Partner mehr für die Menschen in Europa tun als jeder andere Teil der Welt. Der EU wurde von den Mitgliedstaaten keine Zuständigkeit in Gesundheitsfragen übertragen. Sie kann aber koordinierende Aufgaben übernehmen und Empfehlungen in puncto Gesundheit und Sicherheit abgeben. Wir setzen alles daran, das Coronavirus einzudämmen: Wir halten die Grenzen für die Versorgung offen, unterstützen die Mitgliedstaaten bei der Koordinierung und Abstimmung, leisten umfangreiche finanzielle, medizinische und persönliche Hilfe und vieles mehr.

Corona ist ein großer Schock für die Volkswirtschaften weltweit und in Europa. Die Kommission tut alles, um rasch, energisch und koordiniert gegensteuern zu können, um die Menschen zu schützen und die schwerwiegenden Folgen der Pandemie auf Wirtschaft und Gesellschaft abzufedern. Das Hilfsprogramm umfasst: 100 Mrd. EUR im Rahmen der SURE-Initiative zur Finanzierung von Kurzarbeitsregelungen zum Schutz der Menschen in Arbeit und Beschäftigung; 70 Mrd. EUR Direktmittel aus dem EU-Haushalt, auch zur Unterstützung der Gesundheitssysteme, von KMU, Forschung und unseren Partnern außerhalb der EU; dank der Europäischen Investitionsbank-Gruppe sollen mehr als 200 Mrd. EUR zur Unterstützung von Unternehmen, insbesondere KMU, mobilisiert werden; 240 Mrd. EUR aus der Pandemie-Krisenhilfe des Europäischen Stabilitätsmechanismus zur Unterstützung der Mitgliedstaaten bei direkten und indirekten Gesundheitskosten. Diese Maßnahmen werden durch das Pandemie-Notfallankaufprogramm der Europäischen Zentralbank im Gesamtumfang von rund 1,35 Billionen EUR ergänzt.

Europa muss zusammenarbeiten, wenn wir stärker und verbundener aus dieser Krise herauskommen wollen. Das ist — nach den Grundsätzen von Solidarität und Fairness — das Ziel des nächsten langfristigen EU-Haushalts und des Aufbauplans „Next generation EU“, das nach seiner Annahme dazu beitragen sollte, die Wirtschaft in Europa wieder flottzumachen und Europa für künftige Generationen gerechter, krisenfester und nachhaltiger zu gestalten.

icon data protection

Innerhalb Europas verhängte Einschränkungs- oder Schließungsmaßnahmen sind vorübergehend und bedeuten nicht das Ende der Demokratie oder der europäischen Werte.

Abstand halten und die Befolgung der Einschränkungsmaßnahmen sind lebensrettend und bremsen die Ausbreitung des Coronavirus ein. Diese Maßnahmen beruhen auf den jüngsten wissenschaftlichen Erkenntnissen und Daten, die den Regierungen der Mitgliedstaaten zur Verfügung stehen. Gleichzeitig bemüht die EU sich gemeinsam mit den Mitgliedstaaten darum, die Auswirkungen der Corona-Krise bestmöglich abzufedern. Sie hat den Mitgliedstaaten einen europäischen Fahrplan mit Empfehlungen für eine koordinierte Anwendung der Einschränkungsmaßnahmen im Falle neuer Corona-Schübe vorgelegt, wobei die Wahrung europäischer Werte wie Rechtsstaatlichkeit und demokratische Rechte besonders zu berücksichtigen ist. Grundlegende europäische Werte wie Freizügigkeit und freie Meinungsäußerung machen unser Gesellschaftsmodell und unsere Lebensweise aus und sind in Zeiten wie diesen wichtiger denn je. Deshalb setzt die EU alles daran, dass diese Werte jetzt und in Zukunft EU-weit geachtet werden.

robot

Unserem Informationsstand zufolge wurde das Coronavirus von Tieren übertragen. Die Corona-Pandemie wurde also nicht künstlich herbeigeführt.

Es ist es wichtiger denn je, weltweit solidarisch im Kampf gegen das Coronavirus zusammenzuarbeiten. Desinformation und haltlose Anschuldigungen im Hinblick auf die Herkunft dieses Virus können leicht lebenswichtige internationale Unterstützungsnetze schädigen und Menschenleben gefährden. Wir müssen zusammenarbeiten und akzeptieren, dass es bislang keine wissenschaftlichen Belege dafür gibt, dass das Coronavirus - versehentlich oder gezielt - im Labor entstand.

COVID-19 wird durch einen Coronavirus-Stamm (der selbst eine Virusart ist) namens Sars-CoV-2 verursacht. Coronaviren verursachen Atemwegserkrankungen und können vom Tier auf den Menschen übertragen werden. Das Coronavirus, das erstmals auf einem Fischmarkt im chinesischen Wuhan auf einen Menschen übertragen worden sein dürfte, wurde der Weltgesundheitsorganisation am 31. Dezember 2019 erstmals gemeldet. Zentrale und notwendige Fragen zur Meldung und zum Umgang mit der Pandemie sind gewiss zulässig. Soviel wir wissen, handelt es sich allerdings um ein natürliches Phänomen. Gegenseitige Schuldzuweisungen bringen uns aktuell nicht weiter – nur gemeinsam kann Europa, kann die Welt der Coronavirus-Pandemie Herr werden.

Small icon showing a radio signal inside a speech bubble

Auch wenn die EU konstruktiv mit ihren Nachbarn zusammenarbeitet, werden wir bei zerstörerischer Desinformation stets Ross und Reiter nennen.

Falschinformationen beeinträchtigen unser gesundes Urteilsvermögen. Angesichts einer Flut widersprüchlicher Informationen zweifeln wir plötzlich an den eigenen Überzeugungen. Das kann fatale Folgen haben – bis hin zu Gefahren für die Sicherheit der Bevölkerung, schwindendem Vertrauen in Regierungen und Medien, Schwächung unserer Rolle in der Welt und vielem mehr. In Stress-Situationen sind wir für Desinformation besonders anfällig — und gewisse Kreise scheuen sich nicht, aus der Corona-Pandemie Kapital zu schlagen.

Nach Ansicht der Analysten von EUvsDisinfo werden Falschmeldungen und Behauptungen weltweit gezielt gestreut, um Verwirrung zu stiften und das Vertrauen in Europas Anti-Corona-Maßnahmen zu untergraben. Ausländische Akteure, darunter Drittländer, speziell in Russland und China, versuchen, mit Desinformationskampagnen in der EU, ihrer Nachbarschaft und weltweit gezielt Einfluss zu nehmen, um die demokratische Debatte zu unterwandern, die Gesellschaft zu spalten und ihr eigenes Image im Windschatten von Corona aufzupolieren. Die Antwort kann nur lauten: Anschlag enttarnen, die Verantwortlichen beim Namen nennen und immer wieder — und zwar möglichst früh — die Dinge geraderücken. Die Europäische Kommission, das Europäische Parlament und der Europäische Auswärtige Dienst spüren diese Corona-Märchen gemeinsam auf und sensibilisieren dafür.

icon worldwide

Viren interessiert nicht, woher Sie kommen. Sie interessieren sich auch nicht für Ihre Herkunft oder Ihren Pass.

Mancherorts werden bestimmte Gruppen für das Coronavirus verantwortlich gemacht – europäisches Virus, chinesisches Virus oder amerikanisches Virus. Fakt ist, dass dieses Virus von Mensch zu Mensch per Tröpfcheninfektion beim Niesen, Husten oder Ausatmen übertragen wird. Der Erreger wird nicht von einer bestimmten Population oder Gruppe übertragen. Behauptungen, das Virus würde gezielt von Migranten oder bestimmten ethnischen Gruppen verbreitet, entbehren jeder wissenschaftlichen Grundlage. Das Coronavirus steht vielmehr für eine globale Krise, die weltweite Solidarität erfordert.

Shield

Die EU unterstützt Investitionen der Mitgliedstaaten in die öffentliche Gesundheit.

Die EU fördert umfangreiche Investitionen in das Gesundheitswesen. Die EU-Haushaltsvorschriften haben niemals Kürzungen in diesem Bereich gefordert. In Europa stehen die Menschen und ihre Gesundheit an erster Stelle. In den meisten EU-Staaten sind die öffentlichen Ausgaben im Gesundheitswesen über die letzten 10 Jahre gestiegen. Mit dieser Politik haben wir uns seit jeher von der übrigen Welt unterschieden. Erst kürzlich hat die EU ihre Vorschriften gelockert, um den Ländern in der Krise die Möglichkeit zu geben, mehr für Notfalldienste ausgeben zu können und sich auf das zu konzentrieren, was zählt – den Schutz von Menschenleben.

Auch das ist nicht neu — seit der Finanzkrise 2008 hat die EU zahlreiche finanzielle Initiativen zur Unterstützung aller Mitgliedstaaten ergriffen, insbesondere der am stärksten betroffenen wie Griechenland, Spanien und Italien. Die Gesundheitssysteme von Ländern wie Griechenland haben unter diesen Reformen nicht gelitten – im Gegenteil: Im Zuge des EU-Stabilitätshilfeprogramms wurden die Gesundheitsversorgung flächendeckend und das Gesundheitswesen umfassend ausgebaut. Im Rahmen der Investitionsoffensive wurden nicht nur kleine Unternehmen, Forschung und Innovation oder Klimaschutzprojekte unterstützt. Aus ihr wurden auch zahlreiche Projekte im Gesundheitssektor finanziert wie die Entwicklung neuer Krebsbehandlungen oder der Ausbau und die Modernisierung von Krankenhäusern. Darüber hinaus hat die Kommission das Programm EU4Health aufgelegt, um den Maßnahmen der EU gegen Pandemien mehr Kraft zu verleihen. Aus dem mit 9,4 Mrd. EUR ausgestatteten Programm werden Mittel für EU-Länder, Gesundheitsorganisationen und nichtstaatliche Organisationen bereitgestellt.

law icon

Die EU kümmert sich um die Bereiche, für die sie zuständig ist. So können sich die Länder weiterhin auf ihre Prioritäten konzentrieren.

Es bleibt den Mitgliedstaaten - in manchen Mitgliedstaaten auch den Regionen — vorbehalten, Gesetze oder Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus zu erlassen. Die Kommission ist nicht befugt, in nationales Recht oder in Entscheidungen zu Themen wie Gesundheit einzugreifen. Gleichwohl kann die EU gemeinsam mit den Mitgliedstaaten europäische Strategien bündeln und europaweite Initiativen zur Bewältigung der Krise koordinieren. So werden Entscheidungen über Ausgangsbeschränkungen oder zur Schließung der Landesgrenzen auf nationaler Ebene getroffen. Die Bereitstellung von 100 Millionen EUR für die Suche nach einem Impfstoff, neuen Behandlungsmethoden und Diagnosetests erfolgt hingegen auf EU-Ebene aus dem EU-Forschungs- und -Innovationsprogramm „Horizont 2020“. Damit stockte die Kommission den Beitrag von 15,9 Milliarden Euro zur weltweiten Corona-Krisenreaktion auf, der beim Spendenmarathon zusammenkam, zu dem Präsidentin von der Leyen am 4. Mai den Startschuss gab.

Fallen Sie nicht auf Bots herein!

Identifying conspiracy theories

The coronavirus outbreak has been accompanied by waves of dangerous conspiracy theories, spreading mostly online. These theories present pernicious, far-fetched explanations on where the virus might have originated and on who is to blame for its spread. As part of the comprehensive approach to tackle the negative impact of conspiracy theories, the European Commission and UNESCO are publishing a set of accessible educational infographics with the aim to help citizens identify – and counter – conspiracy theories.

Learn more

Vorsicht vor Online-Betrug!

Vorsicht, Online-Falle: Im Netz werden Produkte angeboten, die angeblich vor COVID-19-Infektionen schützen oder dagegen helfen — zum Beispiel Schutzmasken oder Handdesinfektionsmittel. Fallen Sie nicht auf diese Masche herein, denn die Produkte sind möglicherweise reine Blender. So können Sie möglichen Betrug erkennen und vermeiden.

Online-Ressourcen und -Hilfsmittel

Online-Material und -Hilfsmittel für Lernende, Lehrkräfte und Erzieher/innen in Zeiten von Corona

Unser Post auf „Medium“ zu den 5 Dingen, die man über Corona wissen sollte