Impfung

Überblick

Impfungen sind das wichtigste Instrument für die Primärprävention von Krankheiten und eine der kostengünstigsten Maßnahmen im öffentlichen Gesundheitswesen. Immunisierungen durch Impfungen sind der beste Schutz gegen schwere, vermeidbare und zum Teil tödliche Infektionskrankheiten. Dank umfassender Impfmaßnahmen wurden die Pocken ausgerottet, ist Europa frei von Kinderlähmung und wurden zahlreiche andere Krankheiten fast beseitigt.

Derzeitige Herausforderungen

Heute werden jährlich über 100 Millionen Kinder gegen Krankheiten wie Diphterie, Tetanus, Keuchhusten, Tuberkulose, Polio, Masern und Hepatitis B geimpft. Impfungen verhindern Schätzungen zufolge weltweit etwa 2,5 Millionen Todesfälle pro Jahr und senken dadurch die krankheitsbedingten Behandlungskosten, darunter für den Einsatz von Antibiotika bei Virusinfektionen.

Trotz dieses großen Erfolgs kommt es derzeit aufgrund von unzureichenden Durchimpfungsraten in verschiedenen EU-Staaten und Nachbarländern zu beispiellosen Ausbrüchen von Krankheiten, die durch Impfungen vermieden werden könnten. Der ungleiche Zugang zu Impfstoffen und das schwindende Vertrauen der Öffentlichkeit in Impfungen geben Anlass zur Sorge und stellen eine große Herausforderung für Fachleute im Bereich des öffentlichen Gesundheitswesens dar.

Maßnahmen auf EU-Ebene

Die Impfpolitik fällt in die Zuständigkeit der nationalen Behörden, doch die Europäische Kommission unterstützt die EU-Länder bei der Koordinierung ihrer Strategien und Programme.

Im April 2018 schlug die Kommission eine Empfehlung des Rates zur Stärkung der EU-Zusammenarbeit bei durch Impfung vermeidbaren Krankheiten vor. Durch die Initiative soll die Impfskepsis überwunden, die Beschaffung von Impfstoffen besser koordiniert, Forschung und Innovation unterstützt und die EU-Zusammenarbeit bei durch Impfung vermeidbaren Krankheiten gestärkt werden.

Die EU-Länder werden dazu ermutigt, nationale Impfpläne zu entwickeln und umzusetzen, die auch Initiativen für eine höhere Durchimpfungsrate umfassen, und routinemäßige Überprüfungen des Impfstatus einzuführen.

Darüber hinaus unterstützt die Kommission EU-Länder durch folgende Maßnahmen bei der Stabilisierung oder Erhöhung der Impfraten:

Gemeinsame Maßnahme zur Impfung

Die Europäische Kommission verstärkt ihre Unterstützung für die Impfmaßnahmen der einzelnen Länder, um die Impfdichte zu erhöhen, und zwar unter anderem durch die Vorbereitung einer über das Programm „Gesundheit“ (3,55 Mio. Euro) finanzierten gemeinsamen Maßnahme zur Impfung.

Die 2018 eingeleitete gemeinsame Maßnahme soll die Impfskepsis bekämpfen und die Durchimpfungsrate in der EU erhöhen. Sie wird von INSERM (Frankreich) koordiniert und umfasst 23 Länder (darunter 20 EU-Länder).

Sie soll darüber hinaus die Zusammenarbeit der nationalen Beratungsgruppen für Immunisierungen (NITAG) verbessern und dadurch die Transparenz des Entscheidungsprozesses bei der Einführung neuer Impfstoffe sowie das Vertrauen in diese erhöhen.

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