Wichtiger rechtlicher Hinweis
   
Kontakt   |   Suche   
FTE info logoMagazin für die europäische Forschung N° 41 - Mai 2004   
Top
 HOME
 INHALT
 EDITORIAL
 Politische Katerstimmung der Europäer?
 Verdoppelter Einsatz für die europäische Forschung
 Das Rätsel der Allergien
 De Gennes oder das Perpetuum mobile
 Ein Parlament auf der Suche nach seinen Wählern
 WISSENSCHAFT VERBREITEN
 KURZINFOS
 STANDPUNKT
 LESERBRIEF
 PUBLIKATIONEN
 KALENDER
 AUSSCHREIBUNGEN

PDF herunterladen de en fr


WISSENSCHAFTSMUSEEN UND -ZENTREN
Title  Wenn die Wissenschaft sich ausstellt

Wer ist das Zielpublikum? Wie will man es verführen? Wie findet man den goldenen Mittelweg zwischen wissenschaftlicher Strenge und der gebotenen Attraktivität? Die Fragen, vor denen die Wissenschaftsmuseen   und -zentren stehen, sind im vergangenen November während eines Treffens im Deutschen Museum in München unter der Ägide des europäischen Netzes Ecsite untersucht worden. Mehr als sechshundert Spezialisten haben in einer Reihe thematischer Workshops die Gegenwart und vor allem die Zukunft dieser Einrichtungen unter die Lupe genommen.

Während der Ausstellung Make a Face des Nemo Science Centre in Amsterdam übernehmen die Kinder die Rolle der Eltern und können verschiedene Gene benutzen, um ein virtuelles Baby zu zeugen. © Nemo Science Centre/Bruns
Während der Ausstellung Make a Face des Nemo Science Centre in Amsterdam übernehmen die Kinder die Rolle der Eltern und können verschiedene Gene benutzen, um ein virtuelles Baby zu zeugen.

© Nemo Science Centre/Bruns
„Niemand mag noch eine naturwissenschaftliche Ausstellung besuchen, die nur Vitrinen und Poster zeigt. Wollen die Organisatoren ihr Publikum in einer kulturellen Landschaft, die ebenfalls wettbewerbsorientierter geworden ist, bei der Stange halten, müssen sie diesen Erwartungen bezüglich der Präsentation Rechnung tragen und folglich auch die entsprechenden finanziellen Mittel finden. Ein weiterer Druck, der von den Besucherwünschen ausgeht, betrifft die Erneuerung. Wir richten jedes Jahr ein bis zwei temporäre Ausstellungen ein, von denen jede sicher zwei Jahre Arbeit bedeutet“, erklärt Michèle Antoine, Ausstellungsleiterin des Museums für Naturwissenschaften in Brüssel.

Die Revolution der Sixties
Das Problem ist nicht neu. Welches ist die beste Art und Weise, dem Publikum oder den interessierten Kreisen entgegenzukommen, ihre Neugier zu befriedigen und ihre Kenntnisse zu bereichern? Die ersten wissenschaftlichen und technischen Museen (ehrwürdige Institutionen wie das Museum der Wissenschaften und der Industrie in Chicago, das Deutsche Museum in München, das Museum der Wissenschaften in South Kensington, London, oder das Palais de la Découverte in Paris) boten bereits zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts Möglichkeiten der Selbstbetätigung und der Demonstration. „Die Interaktivität war gegeben, aber auf eine andere Weise als heute“, bemerkt Melanie Quin, Direktorin des britischen Zweigs des Netzes Ecsite (European Collaborative for Science Industry & Technology Exhibitions). „Aber die wirkliche Umwälzung des Zugangs zu Wissenschaft und Technik und ihrer Präsentation hat sich ab den 60er Jahren bemerkbar gemacht. Die Russen waren damals mit dem Sputnik die Ersten im Weltraum, was eine spektakuläre Leistung war, und die Amerikaner begannen, sich Fragen über die Art und Weise zu stellen, wie Wissenschaft zu unterrichten ist. Die Idee, die im Laufe dieses Jahrzehnts auftauchte, war, dass man den Besucher in die Haut eines Entdeckers versetzen muss, damit er durch Suchen, Fragen und Betätigen lernen kann.“

In diesem Kontext erwuchs gegen Ende der 60er Jahre in Übersee eine neue Generation pädagogischer Orte – etwa das Exploratorium in San Francisco oder das Ontario Science Centre –, die versuchten, zu innovieren und sich etwas außerhalb der traditionellen museografischen Einrichtungen zu positionieren. Das Konzept fasste erst im Vereinigten Königreich, dann auf dem europäischen Kontinent Fuß, wobei es an die zwanzig Jahre bedurfte, um sich zu verfeinern und zu konkretisieren. Einer der wichtigsten Motoren dieser Expansion war die Aufnahme der neuen Informationstechnologien und der audiovisuellen Kommunikation in diese Räume. Heute wird der Bereich der Wissensvermittlung völlig von diesen Werkzeugen beherrscht.

Die Form dient der Sache
„Aber es gibt eine Grenze, die klar gezogen werden muss. Es geht hier nicht um Unterhaltung, man darf nicht in die Falle eines Freizeitparks treten, sondern um Bildung. Was mit einem auf Sensibilisierung beruhenden Ansatz durchaus vereinbar ist. Die Absicht ist nicht, sich auf eine Wissensverbreitung zu beschränken, sondern Interesse zu erregen. Zu diesem Zweck scheuen wir nicht, auf wohl bekannte psychologische Hilfen zurückzugreifen. Wir versuchen zu faszinieren, die Neugier zu wecken, die Sinne und die Phantasie unserer Besucher anzusprechen“, erklärt Diana Issidorides, Ausstellungsleiterin des Nemo Science Center in Amsterdam. 

„Die Form muss der Sache dienen“, fährt sie fort und betont, dass die Wissenschaftsmuseen und -zentren in einem Ausmaß, das sicherlich unterschätzt wird (ihrer Meinung nach auch von den sie unterstützenden Instanzen), zu der ungezwungenen Ausbildung der Bevölkerung über die Wirklichkeiten und Herausforderungen der Technowissenschaften beitragen. „In einem Kontext, wo alle sich über das abflauende Interesse für diese Dinge sorgen, muss diese Rolle betont und anerkannt werden.“

Zwar will das Publikum erstaunt oder verführt werden, aber es wünscht auch – und vielleicht sogar vor allem –, etwas zu lernen und Antworten auf seine Fragen zu erhalten. „Ein zu leicht befundener Inhalt wird uns umgehend vorgeworfen. Man zieht uns sehr genau zur Rechenschaft. Wir sehen das an den spontanen Reaktionen oder bei den jährlichen Zufriedenheitsumfragen, die wir durchführen“, bemerkt Dominique Botbol, Leiter der Abteilung museologische Projekte der Cité des Sciences et de l'Industrie in Paris. Die „Cité“ verfolgt die Politik, auf die Erwartungen des Publikums, das die Präsentation von Themen mit gesellschaftlichen Auswirkungen wünscht – Ernährung, GVO, Umwelt –, einzugehen. Die derzeit laufende Ausstellung Climax illustriert sehr schön die möglichen Szenarien des Klimawandels. „Das Museum entwickelt sich zum Ort der Debatte über Wissenschaft, Technik und ihre Konsequenzen, was bei der Entstehung der Cité vor zwanzig Jahren absolut nicht der Fall war. Damals bestand unser Vorgehen darin, die Phänomene zu erklären.“

Öffentlich-private Partnerschaften
Visible soundwaves - Universum Science Center Bremen (DE) © Universum Management Gesellschaft
Visible soundwaves - Universum Science Center Bremen (DE)

© Universum Management Gesellschaft
Doch eine solche Entwicklung setzt auch bedeutende Mittel voraus. „Das Geld ist unser Sauerstoff“, erklärt Goéry Delacôte, CEO des Exploratorium in San Francisco und Vorsitzender des Verwaltungsrats des Exploradome in Paris, ganz prosaisch. Damit Wissenschaftsmuseen und -zentren funktionieren und ihre Aufgaben und Ambitionen erfüllen, sind mittlerweile beträchtliche Budgets erforderlich, die nur noch dank Kooperationen zusammenkommen. Diese können die unterschiedlichsten Formen annehmen: Sponsoring, Partnerschaften mit anderen Wissenschaftsmuseen und -zentren, Hinzuziehung externer Ausstellungsmacher, Aufnahme von Wanderausstellungen usw. „Die Synergien mit dem privaten Sektor werden von finanziellen Zwängen geleitet, aber sie beschränken sich nicht auf diese Dimension“, fährt Goéry Delacôte fort. „Es ist Sache der Partner, ihre Erwartungen klar zu formulieren und zu wissen, welche Ziele sie teilen.“

Wanderausstellung zur Sensibilisierung zum Thema Menschenhandel mit Kindern, eingerichtet durch das Wissenschaftszentrum Technopolis (BE).  www.technopolis.be


Wanderausstellung zur Sensibilisierung zum Thema Menschenhandel mit Kindern, eingerichtet durch das Wissenschaftszentrum Technopolis (BE).
www.technopolis.be

Nicht anders verhielt es sich bei einer Ausstellung über das Klima (eindeutig ein Thema, das zieht), die das Deutsche Museum München eingerichtet hat. „Wir wollten den richtigen Partner ermitteln“, berichtet Walter Hauser, Leiter des Zentrums für neue Technologien in diesem Museum. „Das erste Kriterium, das zu erfüllen war, betraf die wissenschaftlichen Kompetenzen. Wir suchten einen Partner, der ein Thema auch mit eigenen Daten und Analysen unterfüttern konnte. Dann suchten wir ein Unternehmen mit lokaler Verankerung und einem guten Image, denn unser Publikum kommt überwiegend aus dem näheren Umkreis.“ Die Versicherungsgesellschaft Munich-Rück, eine in München niedergelassene, weltweit tätige Versichserungsgruppe, war der geeignete Partner für diese Veranstaltung. Als Rückversicherung ist sie von diesem Thema betroffen (die Stürme und Erdbeben, die durch den Klimawandel ausgelöst werden können, sind sehr teuer), und die Präsentation eines solchen Themas wirft ein positives Licht auf ihr Image. „Die Experten der Gruppe brachten diesbezüglich Kompetenzen in Sachen Risiko- und Datenanalyse ein. Aber das Museum behielt natürlich das letzte Wort bezüglich der Inhalte und der Gestaltung. Die Diskussionen mit Munich-Rück legten rasch gemeinsame Werte frei, die wir herausstellen wollten, etwa das Engagement für nachhaltiges Wachstum und unseren Willen, beim Publikum ein Bewusstsein der mit den Klimaveränderungen einhergehenden Risiken zu wecken und gleichzeitig nahe bei den Daten und Fakten zu bleiben, ohne in eine Dramatisierung zu verfallen.“

Pattern Pod – Wellcome wing - Science Museum, London
Pattern Pod – Wellcome wing - Science Museum, London
„Die örtliche Situation, die Partnerschaften mit Wissenschaftlern oder nahen Unternehmen müssen dazu beitragen, dass jedes Museum einzigartig wird“, bestätigt Oliver Gies, Ausstellungsgestalter und Direktor der Kunstraum GfK in Deutschland. „Die Wissenschaftsmuseen und -zentren sollten ihre Eigenart besser pflegen, indem sie originelle Themen und Ausstellungen zeigen. Wozu soll man sich auch an einen Ort begeben, der den bereits besuchten gleicht?“ 

Dialog und Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Gesellschaft
Neben dem „massiven“ Eingriff einer Ausstellung eröffnen auch Debatten und Frage-und-Antwort-Spiele einen interessante (und kostengünstige) Weg, den manche Organisatoren beschreiten. Das Bloomfield Science Museum in Jerusalem – ein Ort, an dem zahlreiche Aktivitäten sowohl das palästinensische als auch das israelische Publikum ansprechen – macht sich unter anderem auch die lebenslange Fortbildung zur Aufgabe. „Wir nennen diese Aktionen Dialoggruppen, sie entsprechen einer alten jüdischen Tradition. Erwachsene – mit oder ohne Ausbildung – treffen sich, um mit Forschern über wissenschaftliche Themen zu diskutieren“, erklärt Maya Halévy, Direktorin des Museums.

Ein anderes Beispiel: Das Museu Nacional de Ciencia y Tecnologia in Madrid bietet Kindern von 8 bis 14 Jähren „Gespräche mit Forschern“, und zwar den berühmtesten, an. Doch die überraschendste Initiative (die sich überdies eines großen Erfolgs erfreut) ist wohl der „Wissenschaftsmarathon“, der acht Mal jährlich durchgeführt wird. „Spanische Wissenschaftler, die Besten auf ihrem Gebiet, folgen einander während sechs Stunden“, berichtet Amparo Sebastian, Direktorin des Museums. „Jeder hält einen zwanzigminütigen Vortrag über das für den Marathon gewählte Thema, gefolgt von Zeit für Fragen aus dem Auditorium. Die 120 Plätze des Hörsaals sind jeweils im Nu belegt, wir müssen in der Halle einen Bildschirm aufstellen. Unsere ursprüngliche Idee war, dass das Publikum während der Vorträge ein- und ausgehen kann, aber wir stellen fest, dass die Leute im Allgemeinen vom Anfang bis zum Ende bleiben. Wir greifen so verschiedenartige Themen wie die Nanotechnologie oder das Leben unter extremen Bedingungen auf. Alle haben einen Riesenerfolg.“

Diese Entwicklung hin zu einer Mischung aus Strenge und Geselligkeit macht sich überall bemerkbar. „Man ist von der reinen Popularisierung abgekommen“, schließt Melanie Quin. „Das Museum stellt sich zunehmend als Ort des Dialogs und als Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Gesellschaft dar. Das Publikum bringt bereits ein Wissensgepäck und eine gewisse Wissenschaftskultur mit. Es kommt mit Ideen und Fragen. Das Museum ist möglicherweise im Begriff, nach und nach in die Rolle eines Forums zu schlüpfen.“

The Wheel of Invention – von der Idee zum Patent. Diese Wanderausstellung wurde von der deutschen Firma ArchMeDes für das Europäische Patentamt gestaltet. Mit ihrem Akzent auf der Faszination, die Wissenschaft und Technologie ausüben können, zielte die Ausstellung auf ein junges Publikum ab. Sie kombinierte sorgfältig ausgewählte Objekte mit interaktiven Elementen und multimedialen Darstellungen. Die erste Etappe, die sich im Münchener Sitz des Amtes abspielte, war ein Erfolg.  www.wheelofinvention.org © Jean-Marie BottequineThe Wheel of Invention – von der Idee zum Patent. Diese Wanderausstellung wurde von der deutschen Firma ArchMeDes für das Europäische Patentamt gestaltet. Mit ihrem Akzent auf der Faszination, die Wissenschaft und Technologie ausüben können, zielte die Ausstellung auf ein junges Publikum ab. Sie kombinierte sorgfältig ausgewählte Objekte mit interaktiven Elementen und multimedialen Darstellungen. Die erste Etappe, die sich im Münchener Sitz des Amtes abspielte, war ein Erfolg.  www.wheelofinvention.org © Jean-Marie BottequineThe Wheel of Invention – von der Idee zum Patent. Diese Wanderausstellung wurde von der deutschen Firma ArchMeDes für das Europäische Patentamt gestaltet. Mit ihrem Akzent auf der Faszination, die Wissenschaft und Technologie ausüben können, zielte die Ausstellung auf ein junges Publikum ab. Sie kombinierte sorgfältig ausgewählte Objekte mit interaktiven Elementen und multimedialen Darstellungen. Die erste Etappe, die sich im Münchener Sitz des Amtes abspielte, war ein Erfolg.  www.wheelofinvention.org © Jean-Marie Bottequine


The Wheel of Invention – von der Idee zum Patent . Diese Wanderausstellung wurde von der deutschen Firma ArchMeDes für das Europäische Patentamt gestaltet. Mit ihrem Akzent auf der Faszination, die Wissenschaft und Technologie ausüben können, zielte die Ausstellung auf ein junges Publikum ab. Sie kombinierte sorgfältig ausgewählte Objekte mit interaktiven Elementen und multimedialen Darstellungen. Die erste Etappe, die sich im Münchener Sitz des Amtes abspielte, war ein Erfolg.
www.wheelofinvention.org

© Jean-Marie Bottequine


Ausdruckbare Version

  MEHR EINZELHEITEN  
  Spielerische Mathematik

Ein weltweit einmaliges Ereignis: Im November 2002 wurde in Gießen, einer kleinen Universitätsstadt nördlich von Frankfurt am Main, das Mathematikum eröffnet. Es geht um ein einziges Thema, von dem man meinen könnte, es sei abschreckend: ...
 
  Wissenschaftliche Zusammenarbeit 

Über die Temporär- und Wanderausstellungen hinaus kommen manche Projekte dank Partnerschaften zwischen Museen zu Stande. Die Ausstellung Fatal attraction – wenn Tiere über Liebe sprechen ist das Ergebnis einer Koproduktion ...
 

  MEHR WISSEN  
 


  • Einige der zitierten Wissenschaftsmuseen und -zentren

  • ...
  •  


       
      Top
      Spielerische Mathematik

    Ein weltweit einmaliges Ereignis: Im November 2002 wurde in Gießen, einer kleinen Universitätsstadt nördlich von Frankfurt am Main, das Mathematikum eröffnet. Es geht um ein einziges Thema, von dem man meinen könnte, es sei abschreckend: Mathe. Auf einem Raum von 1 000 m2 bieten sich rund hundert interaktive Geräte an. Die Ausstellungen werden durch Konferenzen, insbesondere für Kinder, durch Debatten und wissenschaftliche Wochenenden ergänzt. „Bereits im ersten Jahr hatten wir 135 000 Besucher, mehr als das Doppelte der Einwohnerzahl der Stadt“, bemerkt Albrecht Beutelspacher, Direktor des Zentrums. „Der Erfolg wächst und wir werden in der Lage sein, uns selbst finanzieren zu können.“ Die Besucher? Schulen, Studierende, Familien, Erwachsenengruppen...

    „Das Mathematikum wird als Bestandteil der Stadt wahrgenommen, auf das die Einwohner stolz sind. Sie wissen jetzt, dass Mathematik sehr anziehend sein kann.“  www.mathematikum.de


    „Das Mathematikum wird als Bestandteil der Stadt wahrgenommen, auf das die Einwohner stolz sind. Sie wissen jetzt, dass Mathematik sehr anziehend sein kann.“
    www.mathematikum.de



      Wissenschaftliche Zusammenarbeit 

    Über die Temporär- und Wanderausstellungen hinaus kommen manche Projekte dank Partnerschaften zwischen Museen zu Stande. Die Ausstellung Fatal attraction – wenn Tiere über Liebe sprechen ist das Ergebnis einer Koproduktion zwischen den naturhistorischen Museen in Leiden (NL), Brüssel und Paris. Die gemeinsame Arbeit begann mit der Entwicklung des Konzepts, und das Vorgehen erlaubte, die Humanressourcen zusammenzulegen und die finanziellen und technischen Risiken zu teilen. Jedes Museum hat denselben Finanzierungsbeitrag geleistet und die Ausstellung übernommen im Wissen, dass sie für alle drei Ausstellungsorte konzipiert worden war. „Man musste sich wirklich gut kennen, um vertrauensvoll zusammenzuarbeiten“, betont Michèle Antoine. „Das Ausgangsthema, die Kommunikation der Tiere, wurde auf das Liebeswerben eingegrenzt. Die vorbereitenden Diskussionen dauerten ein Jahr und mündeten in einen Vertrag zwischen den drei Einrichtungen. Die Chemie zwischen den Personen und den drei Teams hat besonders gut gestimmt. Wir teilten gemeinsame Werte sowohl auf der Ebene der Inhalte als auch der Organisation. Wir wollten unsere Ausstellungsobjekte zeigen, und wir waren uns über das Niveau des wissenschaftlichen Diskurses und der Art der Präsentation einig. Jeder nahm in gleicher Weise am Projekt teil, und jedes Museum musste das Gefühl haben, dass es wirklich seine Ausstellung war. Was die Finanzen betrifft, wurden die Einkünfte bis zur Kostendeckung ebenfalls gleichmäßig verteilt. Die darüber hinausgehenden Gewinne wurden anteilsmäßig nach Besucherzahlen verteilt. Der ganze Prozess war transparent, und ich denke, dies ist eine Voraussetzung des Erfolgs.“

    Der Pfau, Symbol der Verführung, aus der Ausstellung Fatal attraction. © IRSNB-KBIN/Th.Hubin
    Der Pfau, Symbol der Verführung, aus der Ausstellung Fatal attraction .

    © IRSNB-KBIN/Th.Hubin


    MEHR WISSEN



    Einige der zitierten Wissenschaftsmuseen und -zentren

    KONTAKTE