Mobilität und Verkehr

Berufskraftfahrer

Übermüdung und überhöhte Geschwindigkeit sind verbreitete Unfallursachen bei Fahrern von Lastkraftwagen, Reisebussen und Firmenwagen. Unter den berufsbedingten Unfällen mit Todesfolge stehen in Industrieländern Straßenverkehrsunfälle an der Spitze.


Europäisches Parlament stimmt für Modernisierung der Aus- und Weiterbildung von Berufskraftfahrern


Straße mit LkwDas Europäische Parlament stimmte am 13. März 2018 für die Annahme von Vorschriften zur Verbesserung der Anforderungen an die Aus- und Weiterbildung von Berufskraftfahrern.


Das Parlament nahm einen von der Europäischen Kommission ausgearbeiteten Vorschlag an. Ziel ist die Verbesserung der Sicherheitsstandards im Straßenverkehr durch bessere Vorschriften für die Ausbildung von Berufskraftfahrern, indem insbesondere


  • die Aus- und Weiterbildung modernisiert und der Straßenverkehrssicherheit Vorrang eingeräumt wird, beispielsweise dem Schutz besonders gefährdeter Verkehrsteilnehmer und dem Einsatz von Fahrerassistenzsystemen; der Kraftstoffverbrauch optimiert wird und neue Technologien, z. B. eLearning-Optionen, eingeführt werden;
  • die in der Berufskraftfahrer-Richtlinie und in den EU-Vorschriften über den Führerschein festgelegten Bestimmungen über das Mindestalter präzisiert werden,
  • sichergestellt wird, dass die in einem anderen EU-Land als dem Wohnsitzland der betreffenden Person absolvierte Weiterbildung im Wohnsitzland anerkannt wird und
  • die Richtlinie klarer und leichter verständlich gefasst wird.

Darüber hinaus hat das Parlament beschlossen, ein System für den elektronischen Datenaustausch zu den Qualifikationen der Fahrer einzurichten. Dies hilft den EU-Ländern bei der Anerkennung der in anderen EU-Ländern absolvierten Aus- und Weiterbildungen und ist auch für die Vollstreckungsbehörden von Nutzen.


Nach der Abstimmung im Parlament wird der Rat die neue Richtlinie voraussichtlich im Juni 2018 förmlich annehmen.


In der Richtlinie 2003/59/EG sind die Anforderungen an die Grundqualifikation und Weiterbildung von Berufskraftfahrern mit Führerschein Klasse C oder D festgelegt. Fahrer müssen ihre Grundqualifikation entweder


  • durch Ausbildung und eine theoretische Prüfung oder
  • durch eine theoretische und eine praktische Prüfung nachweisen, wobei keine vorangegangene Ausbildung vorgeschrieben ist.

Danach müssen Bus- und Lkw-Fahrer in der gesamten EU ihre beruflichen Fähigkeiten auf dem aktuellen Stand halten und auffrischen, indem sie alle 5 Jahre an einer Weiterbildung teilnehmen.


Die angemessene Ausbildung und Schulung von Fahrern zählt zu den Prioritäten im Bereich der Straßenverkehrssicherheit. Gut ausgebildete Fahrer fahren sicherer.


Lenkzeiten


Müdigkeit spielt bei rund 20 % aller Unfälle mit schweren Nutzfahrzeugen eine wichtige Rolle.


EU-Vorschriften begrenzen die Lenkzeiten für Berufskraftfahrer, wenn nicht die gesamte Fahrstrecke in einem einzigen Land zurückgelegt wird.


Die höchstzulässige Lenkzeit beträgt 9 Stunden pro Tag oder 56 Stunden pro Woche. Nach 4½ Stunden müssen die Fahrer eine Pause von mindestens 45 Minuten einlegen.


Beförderung gefährlicher Güter


In Bezug auf die Beförderung gefährlicher Güter im Straßenverkehr wurden insbesondere EU-Rechtsvorschriften festgelegt für:


  • Klassifizierung gefährlicher Stoffe und Gegenstände
  • Schulung der an der Beförderung beteiligten Personen
  • Verpackung
  • Kennzeichnung
  • für die Beförderung gefährlicher Güter bestimmte Fahrzeuge

Die in der EU geltenden Bestimmungen stehen im Einklang mit den internationalen Vorschriften (Europäisches Abkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße, unter der Schirmherrschaft der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa).


Navigationshilfe


Im Rahmen des Projekts Heavyroute hat die EU auch die Entwicklung eines Navigations- und Fahrerunterstützungssystems für schwere Nutzfahrzeuge finanziert.


Dieses System soll den Fahrern helfen, den effizientesten Weg im Hinblick auf Zeit, Straßeneignung, Brücken- und Tunnelnetze (nicht alle Brücken sind für schwere Nutzfahrzeuge ausgelegt), Kraftstoffverbrauch und Umweltkosten zu finden.


Überladung


Die Überladung schwerer Nutzfahrzeuge gefährdet nicht nur die Sicherheit, sondern führt auch zu Straßenschäden, deren Behebung Kosten und Verkehrsbehinderungen verursacht.


Im Rahmen des EU-finanzierten Projekts REMOVE wurde untersucht, wie Technologien zum Wiegen während der Fahrt zur Durchsetzung der Vorschriften gegen Überladung beitragen können.