Beschäftigung, Soziales und Integration

Aktuelles 24/02/2017

Bericht IAO/Europäische Kommission: sozialer Dialog bewirkt Rückgang von Ungleichheit

EU-Ländern mit koordinierten Tarifverhandlungssystemen ist es gelungen, den Anstieg der Ungleichheit auf dem Arbeitsmarkt zu verhindern. Hingegen hat in anderen Ländern die Aushöhlung von Tarifverhandlungen zu einer steigenden Zahl von Niedriglohnjobs oder wachsender Ungleichheit der Arbeitskräfte geführt.

Straßenbettler folgt einer Passantin mit seinem Blick

Zu diesem Schluss gelangt der Bericht „Ungleichheit und die Arbeitswelt: welche Rolle für die Beziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern und den sozialen Dialog?“, herausgegeben von der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) in Zusammenarbeit mit der Europäischen Kommission.

Der Bericht wurde anlässlich einer zweitägigen Konferenz in Brüssel am 23. und 24. Februar vorgestellt und erörtert.

Marianne Thyssen, Kommissarin für Beschäftigung, Soziales, Qualifikationen und Arbeitskräftemobilität, begrüßte die Ergebnisse des Berichts. Sie erklärte hierzu,

  • dass die Sozialpartner eine wichtige Rolle bei der Suche nach einem ausgewogenen Gleichgewicht zwischen Flexibilität und Sicherheit spielen und dass
  • der soziale Dialog im Mittelpunkt der Bemühungen  der Europäischen Union steht, einen wettbewerbsfähigen und integrativen Arbeitsmarkt zu gewährleisten, in dem niemand zurückgelassen wird.

Den Sozialpartnern wird eine entscheidende Rolle bei den Folgemaßnahmen zur europäischen Säule sozialer Rechte und ihrer Umsetzung zufallen.

Hintergrund

Ziel der Konferenz war es, auf der Grundlage dieses Berichts die mögliche Rolle des sozialen Dialogs, der Sozialpartner und der Beziehungen zwischen den Sozialpartnern zur Verringerung der Ungleichheit in der Arbeitswelt zu ermitteln.

Der Bericht geht über das Thema des Lohngefälles hinaus und geht auch auf andere Formen von Ungleichheit ein, z. B.

  • bei der Verteilung (und möglicherweise Vergütung) der Arbeitszeit
  • beim Zugang oder erneutem Zugang zu Arbeitsplätzen
  • beim Zugang zu Ausbildung und zu Möglichkeiten der beruflichen Weiterentwicklung
  • beim Zugang zu sozialem Schutz oder zu Rentenleistungen
  • hinsichtlich bestimmter Gruppen von Arbeitnehmern, z. B. Frauen und junge Menschen
  • im Rahmen bestimmter Formen von Arbeitsregelungen wie Teilzeitbeschäftigung, Leiharbeit und selbständige Erwerbstätigkeit

An der Konferenz nahmen Vertreterinnen und Vertreter von Behörden, Gewerkschaften, Arbeitnehmern und Fachleute aus 30 Ländern teil.

Es fanden Orientierungsaussprachen mit Rundtischgesprächen zwischen

  • hochrangigen Vertretern von Ministerien für Arbeit und Beschäftigung und
  •  europäischen Sozialpartnern statt, gefolgt von

einer strategische Schlusssitzung mit

  • hochrangigen Vertretern europäischer und internationaler Arbeitgeber- und Gewerkschaftsorganisationen,
  • der Europäischen Kommission und
  • der IAO.

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