Beschäftigung, Soziales und Integration

09/04/2019 Brüssel

Hochrangige Konferenz - Die Zukunft der Arbeit: Heute. Morgen. Für alle.

Auf der von der Kommission ausgerichteten Konferenz „Die Zukunft der Arbeit: Heute. Morgen. Für alle.“ wurde offen über die größten Veränderungen in der Arbeitswelt diskutiert.

Auf Einladung von Präsident Jean-Claude Juncker, Vizepräsident Valdis Dombrovskis und Kommissarin Thyssen erörterten rund 500 Teilnehmer, darunter Minister, Vertreter der EU-Organe und -Agenturen, der nationalen Regierungen, der Sozialpartner, der Zivilgesellschaft, der Wissenschaft und der Medien, wie Veränderungen am besten zum Wohl der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, der Unternehmen, der Gesellschaft und der Wirtschaft genutzt werden können.

Mit der Proklamation der europäischen Säule sozialer Rechte hat die EU 20 Grundsätze und Rechte festgelegt, die für faire und gut funktionierende Arbeitsmärkte und Sozialsysteme im 21. Jahrhundert von grundlegender Bedeutung sind. Jetzt geht es um die Umsetzung der Säule auf Ebene der EU und der Mitgliedstaaten.

Die für Beschäftigung, Soziales, Qualifikationen und Arbeitskräftemobilität zuständige EU-Kommissarin Marianne Thyssen betonte: „In einer sich verändernden Arbeitswelt können wir nicht einfach von den Menschen erwarten, dass sie sich auf den Wandel einstellen und vorbereiten. Wir, die politischen Entscheidungsträger, müssen unsere sozialen Einrichtungen, unsere Regelwerke und unsere Bildungssysteme anpassen, damit die Menschen auch in der neuen Arbeitswelt vertrauensvoll in ihre eigene Zukunft und die ihrer Kinder schauen können.“

Kernbotschaften

Aus den Diskussionen ergaben sich folgende zehn Ergebnisse:

  1. Die Welt verändert sich: Megatrends wie Digitalisierung, Globalisierung, Migration, Klimawandel und demografischer Wandel, insbesondere die Bevölkerungsalterung, verändern die Europäische Union wie auch alle anderen Teile der Welt und stellen sie häufig vor neue Herausforderungen.
  2. Es geht JETZT um die Zukunft der Arbeit: Die Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt, die sich derzeit vollziehen, sind unumkehrbar – zum Beispiel die Automatisierung und neue Geschäftsmodelle wie die Plattformwirtschaft, die durch die digitale Technik ermöglicht werden.
  3. Die EU bietet einen Bezugspunkt und Unterstützung bei der Bewältigung dieser Herausforderungen: Die europäische Säule sozialer Rechte ist die Richtschnur für neue Rechtsvorschriften oder politische Initiativen auf EU-Ebene, für Reformen auf nationaler Ebene im Rahmen des Europäischen Semesters und für die effiziente Bereitstellung von Mitteln zur Bewältigung der dringendsten sozialen Prioritäten.
  4. Wir müssen definieren, wie die Zukunft der Arbeit aussehen soll, und wie wir dies erreichen: Das europäische Sozialmodell soll bewahrt und gestärkt werden, aber es muss auch auf neue Herausforderungen einer globalisierten Welt reagieren und die Vorteile der technologischen Innovation ausschöpfen können. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir einen Fahrplan mit konkreten Maßnahmen aufstellen.
  5. Wir brauchen eine inklusive digitale Wirtschaft: Menschen, die ihren Arbeitsplatz verlieren oder mit einem Arbeitsplatzwechsel konfrontiert sind, brauchen umfassende Unterstützung, und zwar in Form von Weiterqualifizierung und Umschulung, Zugang zu Leistungen der Arbeitsverwaltung, Einkommensunterstützung und Sozialleistungen während ihrer gesamten Berufslaufbahn. Eine hochrangige Gruppe hat die Auswirkungen der digitalen Transformation auf die EU-Arbeitsmärkte untersucht und im Vorfeld der Konferenz Vorschläge zu drei Hauptthemen vorgelegt: qualifizierte Arbeitskräfte, neue Arbeitsbeziehungen und ein neuer Sozialvertrag.
  6. Wir brauchen angemessene Investitionen: Es wird von entscheidender Bedeutung sein, dass wir den langfristigen EU-Haushalt 2021-2027 optimal nutzen, auch für den Europäischen Sozialfonds Plus, aus dem künftige bildungs- und ausbildungspolitische Strategien und Maßnahmen zur Unterstützung von Arbeitsmarktübergängen finanziert werden sollen.
  7. Wir brauchen eine bessere aktive Arbeitsmarktpolitik, die von leistungsstarken öffentlichen Verwaltungen umgesetzt wird, die die Dienstleistungen anbieten, die unsere Bürger und Gesellschaften benötigen. Dies erfordert eine bessere Einbeziehung und Zusammenarbeit der Arbeitsverwaltungen, der Ausbildungseinrichtungen, der Sozialdienste und der Unternehmen.
  8. Niemand darf zurückgelassen werden: Wirtschaftliche Vorteile sollten allen Europäerinnen und Europäern zugute kommen, auch denjenigen, die in benachteiligten Stadtvierteln von Großstädten oder in abgelegenen ländlichen Gebieten leben. Der Erfolg jeder Politik sollte daran gemessen werden, wie sie sich auf die am stärksten benachteiligten Menschen und auf den sozialen Zusammenhalt auswirkt.
  9. Die Stärkung weltweit gleicher Wettbewerbsbedingungen ist äußerst wichtig: Die EU befindet sich in einer guten Ausgangsposition, um die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen und Partnern wie der Internationalen Arbeitsorganisation auszubauen, menschenwürdige Arbeitsbedingungen zu fördern und sicherzustellen, dass internationale Verpflichtungen umgesetzt werden.
  10. Wir sind gemeinsam für die Zukunft verantwortlich: Alle Regierungsebenen (internationale, EU-, nationale, regionale und lokale Ebene) müssen mit den Sozialpartnern und der Zivilgesellschaft zusammenarbeiten, um den Erwartungen der Bürger und Arbeitnehmer in der EU gerecht zu werden.

Hintergrund

Am 9. April 2019 hat die Europäische Kommission eine hochrangige Konferenz zur Zukunft der Arbeit ausgerichtet. Im Geiste des Sozialgipfels in Göteborg vom November 2017, auf dem das Europäische Parlament, der Rat der Europäischen Union und die Europäische Kommission die europäische Säule sozialer Rechte proklamierten, zielte die Konferenz darauf ab, die Überlegungen dazu zu vertiefen, wie die künftige Arbeitswelt aussehen soll, die Herausforderungen bewältigt und die damit verbundenen Chancen genutzt werden können.

Web-Streaming

Schauen Sie sich die Aufzeichnungen der Konferenz:

  • GASP-Raum (Plenarsitzungen, parallele Sitzungen A und D)
  • MANS-Raum (parallele Sitzungen B und E)
  • JENK-Raum (parallele Sitzungen C und F)
Datum
09/04/2019
Adresse
Charlemagne Building, Rue de la Loi 170 - Brüssel

Seite weiterempfehlen