Beschäftigung, Soziales und Integration

Armut und soziale Ausgrenzung

Worum geht es?

Die Strategie Europa 2020 für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit dem Problem der Armut und sozialen Ausgrenzung. In der EU waren 2008 mehr als 120 Millionen Menschen von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Die EU-Staats- und Regierungschefs haben sich daher verpflichtet, bis 2020 mindestens 20 Millionen Menschen aus Armut und sozialer Ausgrenzung zu holen.

Herausforderungen

Die wirtschaftliche Lage in den EU-Ländern erholt sich, was auch sozial schwachen Bevölkerungsgruppen zugute kommt. 2017 war im Vergleich zum Vorkrisenniveau (2008) die Zahl der von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedrohten Menschen in der EU um 4,4 Millionen zurückgegangen. Dies entspricht einem Rückgang um mehr als 10 Millionen, da 2012 ein Höchststand erreicht wurde.

Das ursprüngliche Ziel der Europa-2020-Strategie wurde damit zwar verfehlt, aber den Statistiken von 2017 zufolge sind bei mehreren Indikatoren Verbesserungen zu beobachten:

  • 22,4 % der EU-Bevölkerung sind von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht, darunter 24,9 % der Kinder, 23,3 % der Frauen und 18,2 % der über 65-Jährigen.
  • 6,7 % der europäischen Bevölkerung leiden nach wie vor an erheblicher materieller Entbehrung, aber es ist ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen.
  • 17 % der Europäerinnen und Europäer leben von weniger als 60 % des in ihrem Land üblichen durchschnittlichen Haushaltseinkommens.
  • 9,3 % leben in Haushalten, in denen niemand eine Arbeit hat.

Nicht alle EU-Bürger/innen profitieren gleichermaßen von der wirtschaftlichen Erholung.

  • Im Durchschnitt verdienen die reichsten 20 % fünfmal so viel wie die ärmsten 20 % der Haushalte in der EU.
  • EU-weit leben weniger Menschen in Erwerbslosenhaushalten, aber ihr Armutsniveau ist nach wie vor hoch oder steigt an (EU-Durchschnitt: rund 60 %).
  • Die Zahl der erwerbstätigen Armen stieg in einer Reihe von Mitgliedstaaten weiter an (EU-Durchschnitt: 9,6 %).
  • 30,1 % der Menschen mit Behinderungen in der EU waren von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffen. Bei Menschen ohne Behinderung lag dieser Anteil bei 20,9 %.
  • Die Sozialsysteme in den verschiedenen EU-Ländern sind nicht alle gleich leistungsfähig. In den Ländern mit den effizientesten Systemen konnte das Armutsrisiko um 57 % reduziert werden, in den Ländern mit den am wenigsten effizienten Systemen um 16 % (EU-Durchschnitt: 34 %).

Politische Lösungsansätze

Die europäische Säule sozialer Rechte umfasst 20 Grundsätze, die den Bürgerinnen und Bürgern neue und wirksamere Rechte verleihen sollen. Sie hat drei Dimensionen:

  • Chancengleichheit und gleichberechtigter Zugang zum Arbeitsmarkt
  • Faire Arbeitsbedingungen
  • Sozialschutz und soziale Inklusion

Die Regierungen der EU-Länder, die EU-Institutionen und die wichtigsten Akteure kämpfen gemeinsam gegen Armut und soziale Ausgrenzung und orientieren sich dabei an den politischen Zielen des Sozialinvestitionspakets.

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