Beschäftigung, Soziales und Integration

Nicht-EU-Bürger

Die Freiheit, in ein anderes EU-Land ziehen und dort ohne Arbeitserlaubnis arbeiten zu dürfen, gehört zu den Grundrechten der EU-Bürgerinnen und -Bürger.

Unter bestimmten Umständen haben auch Staatsangehörige aus Nicht-EU-Ländern das Recht auf Arbeitsaufnahme in einem EU-Land und auf Gleichbehandlung am Arbeitsplatz. Dies hängt von ihrer Eigenschaft als  Familienangehörige eines EU-Bürgers und von ihrer eigenen Staatsangehörigkeit ab.

Island, Liechtenstein und Norwegen

Obwohl diese Länder keine EU-Mitgliedstaaten sind, dürfen ihre Staatsangehörigen in der EU zu denselben Bedingungen wie EU-Bürger arbeiten, da die Länder zum Europäischen Wirtschaftsraum gehören.

Für Arbeitnehmer/innen aus Kroatien können zeitweilige Beschränkungen für die Arbeitsaufnahme in Liechtenstein gelten.

Liechtenstein hat Quoten zur Beschränkung der dort lebenden und arbeitenden Bevölkerung eingeführt. Dieses Quotensystem gilt für Staatsangehörige aller EU-Länder sowie Norwegens und Islands.

Vereinigtes Königreich

Während des Übergangszeitraums gilt das gesamte EU-Recht für alle Politikbereiche im Vereinigten Königreich und für das Vereinigte Königreich. Derzeit ist vorgesehen, dass der Übergangszeitraum am 31. Dezember 2020 endet.

Schweiz

Aufgrund des Abkommens zwischen der EU und der Schweiz über den freien Personenverkehr sind Staatsangehörige der Schweiz berechtigt, in der EU zu leben und zu arbeiten.

Die meisten Unionsbürger/innen benötigen in der Schweiz keine Arbeitserlaubnis. Beschränkungen gibt es lediglich für kroatische Staatsbürger/innen: Sie benötigen eine Arbeitserlaubnis. Arbeiten in der Schweiz als EU-Bürger/in

Türkei

Das Recht türkischer Staatsangehöriger, in einem EU-Land Arbeit aufzunehmen, hängt gänzlich von den Rechtsvorschriften des betreffenden EU-Landes ab.

Türkischen Arbeitnehmern, die rechtmäßig in einem EU-Land beschäftigt sind und dem regulären Arbeitsmarkt des Mitgliedstaats angehören, werden jedoch folgende Rechte zuerkannt:

  • Nach einem Jahr ordnungsgemäßer Beschäftigung besteht Anspruch auf Erneuerung der Arbeitserlaubnis bei demselben Arbeitgeber, wenn dieser über einen Arbeitsplatz verfügt.
  • Nach drei Jahren ordnungsgemäßer Beschäftigung können Bewerbungen auf Stellenangebote für denselben Beruf bei einem anderen Arbeitgeber erfolgen.
  • Nach vier Jahren ordnungsgemäßer Beschäftigung besteht freier Zugang zu jeder Beschäftigung im Lohn- oder Gehaltsverhältnis in dem betreffenden EU-Land.

Türkische Staatsangehörige, die rechtmäßig in einem EU-Land arbeiten, haben Anspruch auf dieselben Arbeitsbedingungen wie die Staatsangehörigen des betreffenden EU-Landes.

Andere Länder, mit denen Abkommen bestehen

Staatsangehörige der folgenden Länder, die rechtmäßig in der Europäischen Union arbeiten, haben Anspruch auf dieselben Arbeitsbedingungen wie die Staatsangehörigen des Aufnahmelandes:

*Diese Bezeichnung berührt nicht die Standpunkte zum Status und steht im Einklang mit der Resolution 1244/1999 des VN-Sicherheitsrates und dem Gutachten des Internationalen Gerichtshofs zur Unabhängigkeitserklärung des Kosovos.

Länder, mit denen keine Abkommen bestehen

Für Staatsangehörige anderer Länder, die kein Abkommen mit der EU geschlossen haben, hängt das Recht auf Arbeitsaufnahme in einem EU-Land hauptsächlich von den Rechtsvorschriften des betreffenden Landes ab, es sei denn, es handelt sich um Familienangehörige eines EU-Bürgers.

Zu den folgenden Bereichen gibt es jedoch EU-Vorschriften, die für Arbeitnehmer aus allen Nicht-EU-Ländern gelten:

  • langfristige Aufenthaltsberechtigung für Nicht-EU-Bürger in der EU
  • Recht auf Familienzusammenführung
  • Zulassung von Wissenschaftlern aus Nicht-EU-Ländern
  • Zulassung von Studierenden, Schülern, unbezahlten Praktikanten und freiwilligen Helfern
  • Rechte von hochqualifizierten Arbeitnehmern aus Nicht-EU-Ländern („EU Blue Card“)
  • Vereinfachung der Antragsverfahren und Rechte für alle Wanderarbeitnehmer aus Nicht-EU-Ländern
  • Bedingungen für die Einreise und den Aufenthalt von Saisonarbeitnehmern aus Nicht-EU-Ländern
  • Bedingungen für die Einreise und den Aufenthalt von Drittstaatsangehörigen im Rahmen einer konzerninternen Entsendung

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