Beschäftigung, Soziales und Integration

EaSI – technische Hilfe für die Finanzierung von Sozialunternehmen

Sozialunternehmen leisten einen Beitrag zur europäischen Politik in den Bereichen Beschäftigung und soziale Inklusion und sind für die Umsetzung der in der europäischen Säule sozialer Rechte verankerten Rechte und Grundsätze von besonderer Bedeutung.

Die Europäische Kommission hat in ihrer Initiative für soziales Unternehmertum und in ihrer Start-up- und Scale-up-Initiative das Innovationspotenzial sozialer Unternehmen und ihre positiven Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft als Ganzes anerkannt. In diesem Zusammenhang wurde ein fehlender bzw. unzureichender Zugang zu Finanzmitteln als eines der größten Hindernisse für die Gründung und Weiterentwicklung von Sozialunternehmen ausgemacht.

Um hier Abhilfe zu schaffen, wurden im Rahmen des EaSI-Programms und des Europäischen Fonds für strategische Investitionen mehrere Finanzierungsinstrumente auf den Weg gebracht. Darüber hinaus wurde die technische Unterstützung im Rahmen des EaSI-Programms, die zuvor nur an Mikrokreditanbieter gerichtet war, ausgeweitet. Sie umfasst jetzt auch die gezielte Unterstützung von Finanzintermediären der Sozialunternehmen.

Ein Konsortium von Dienstleistern erbringt diese technische Unterstützung im Auftrag der Europäischen Kommission. Hauptpartner des Konsortiums ist das European Center for Social Finance an der Munich Business School. Die Dienste werden in Zusammenarbeit mit einem Netz von etwa 25 ausgewiesenen Experten erbracht.

Wenn Sie also Sozialunternehmen finanzieren oder eine solche Finanzierung planen, können Sie unter Umständen diese hilfreiche technische Unterstützung in Anspruch nehmen.

Nutzen und Vorteile für Sie

Finanzintermediäre von Sozialunternehmen, die relevante Aspekte ihrer Tätigkeit, ihre Leistung und ihre Verwaltung verbessern möchten, können sich um technische Unterstützung zur Förderung ihrer institutionellen Kapazität bemühen. Ziel ist es, Organisationen auszuwählen, die die technische Unterstützung im Rahmen von EaSI am dringendsten benötigen. Dabei soll eine ausgewogene geografische Verteilung gewährleistet werden.

Die technischen Unterstützungsdienste richten sich an folgende Finanzintermediäre:

  • Anbieter von Finanzmitteln für Sozialunternehmen (wie Banken, öffentliche und private Investitionsfonds, Dachfonds oder (Ko-)Investitionssysteme)
  • sozialwirtschaftlich engagierte Investoren, die künftig das Marktsegment der EaSI-Bürgschaft für Sozialunternehmen bedienen möchten (d. h. Investitionen von bis zu 500 000 EUR)
  • Organisationen, die Sozialunternehmen unterstützen (z. B. Gründerzentren oder Beschleuniger) und bereits begleitende finanzielle Unterstützung anbieten
  • Organisationen, die Sozialunternehmen unterstützen (z. B. Gründerzentren oder Beschleuniger) und gerade ihren Aktionsradius ausweiten, um Sozialunternehmen begleitende finanzielle Unterstützung anbieten zu können

Schwerpunkte der besagten technischen Unterstützungsdienste sind Kapazitätsaufbau, Analyse, Schulungsmaßnahmen zur Konzeption geeigneter Finanzinstrumente, Anwendung geeigneter Instrumente und Qualitätssicherung, wechselseitiges Lernen und Austausch bewährter Verfahren, Vernetzung und Partnerschaften, Monitoring und Evaluierung.

Welche Dienstleistungen werden angeboten?

Die Unterstützungsleistungen umfassen zwei Komponenten:

Dienste für den gezielten Aufbau von Kapazitäten

Diese Dienste werden in der Regel in einem individuell abgestimmten Format angeboten, das auf Investitionsbereitschaft, Folgenabschätzung und Messung der Auswirkungen, Beschaffung von Finanzmitteln oder spezifische strategische und operative Themen ausgerichtet ist. Format und Inhalt der Leistungen werden gemeinsam mit den Leistungsempfängern festgelegt.

Austausch und Verbreitung bewährter Verfahren im europäischen Sektor für die Finanzierung von Sozialunternehmen

Im Rahmen dieser Komponente soll eine offene Lernkultur gefördert werden. Es wird Peer-to-Peer-Schulungen, Studienbesuche und thematische Workshops geben, die sich wie folgt auf die einzelnen Bereiche verteilen:

Betrieb Risikomanagement, IKT, Betrugsbekämpfung, Governance, rechtliche Fragen
Finanzen Bewertungstechniken, Exitstrategie, Termsheets, Investitionsstrategie, Instrumente
Auswirkung Folgenabschätzung, Messung der Auswirkungen, Theorie des Wandels
Markt Geschäftsabschlüsse, Auswahl, Beschaffung von Finanzmitteln, Marketing, Öffentlichkeitsarbeit, Arbeit mit Beteiligungsnehmern

Einmal jährlich findet eine Konferenz an der Munich Business School statt, auf der sämtliche Themen mit den Teilnehmern erörtert werden.

Wie können Sie von den Leistungen profitieren?

Einige Aktivitäten (Schulungen, Workshops) werden nur Organisationen offenstehen, die im Rahmen eines Aufrufs zur Interessenbekundung ausgewählt wurden. Diese Maßnahmen werden auf die spezifischen Bedürfnisse der Antragsteller zugeschnitten sein.

Andere Aktivitäten/Veranstaltungen werden allen interessierten sozialwirtschaftlich engagierten Finanzintermediären offenstehen, also auch denjenigen, die sich nicht am betreffenden Aufruf zur Interessenbekundung beteiligt haben, aber ihr Interesse an einer bestimmten Aktivität nachträglich bekunden. Diese Aktivitäten werden allgemeiner gehalten sein (z. B. Workshops zur Messung der sozialen Auswirkungen). Die Liste der nächsten Veranstaltungen wird weiter unten auf der Seite im entsprechenden Abschnitt veröffentlicht.

Aufruf zur Interessenbekundung

Bitte senden Sie uns Ihren Antrag oder Ihre Anfrage. Die entsprechenden Anweisungen finden Sie im Aufruf zur Interessenbekundung.

Nächste Veranstaltungen

Bevorstehende Veranstlatungen werden regelmäßig im Bereich “ähnliche Veranstaltungen” aktualisiert.

Häufig gestellte Fragen

Sollten Sie Fragen zum Aufruf zur Interessenbekundung oder zu den Veranstaltungen haben, konsultieren Sie bitte zunächst das Dokument mit häufig gestellten Fragen. Ist Ihre Frage dort nicht beantwortet, wenden Sie sich bitte an uns.

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