Beschäftigung, Soziales und Integration

Polen - Leistungen der Sozialhilfe

In diesem Kapitel beschreiben wir die Leistungen der Sozialhilfe in Polen. Hierbei handelt es sich um Geld- und Sachleistungen, die Unterstützung in schwierigen Lebenslagen bieten, z. B. bei familiären und finanziellen Problemen.

In welcher Situation habe ich ein Recht auf Unterstützung?

Der Hauptzweck der Sozialhilfe besteht in der Unterstützung von Personen und Familien bei der Bewältigung von schwierigen Lebenssituationen mit dem Ziel der Wiederherstellung eines selbstbestimmten Lebens und zur Ermöglichung eines Lebens unter würdigen Umständen.

Leistungen der Sozialhilfe sind nicht beitragspflichtig. Um in ihren Genuss zu kommen, ist kein Nachweis über gezahlte Versicherungsbeiträge erforderlich. Sie stehen Personen und Familien zu, deren Einkommen einen bestimmten Schwellenwert nicht überschreitet.

Die Sozialhilfe umfasst Geldleistungen und (nicht in bar ausgezahlte) Sachleistungen. Dazu gehören u. a. Sozialhilfe in Geld, Hilfe für betroffene Familien, etwa im Falle von häuslicher Gewalt, Armut, Obdachlosigkeit, Tod der Eltern oder Hilfe in schwierigen Schicksalssituationen oder bei Naturkatastrophen.

Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen?

Ein Recht auf Leistungen der Sozialhilfe haben Personen und Familien, deren Einkommen einen bestimmten Wert nicht überschreitet (das so genannte Einkommenskriterium). Diese Leistungen können von polnischen Staatsbürgern, von Bürger der Europäischen Union und von anderen Ausländern, die ihren Wohnsitz in Polen haben, in Anspruch genommen werden.

Das Einkommenskriterium bedeutet, dass das Nettoeinkommen der Person, die die Leistungen beantragt, nicht höher sein darf als:

für Alleinstehende

701 PLN monatlich

für jede Person in der Familie

528 PLN monatlich

Für die Berechnung des Einkommens wird die Summe des Nettoeinkommens der Familie im vergangenen Monat zugrunde gelegt. Der Gemeinderat kann per Ratsbeschluss das Einkommenskriterium für Sozialhilfeleistungen befristet und zweckgebunden erhöhen.

Eine Person oder eine Familie, die Sozialhilfe beantragen möchte, wendet sich an das für sie zuständige Sozialamt (Sozialämter befinden sich in jeder Kommune).

Vor der Gewährung von Sozialhilfeleistungen wird ein Gespräch vor Ort geführt, das Aufschluss über die persönliche, familiäre, einkommenstechnische und finanzielle Situation der Antragsteller geben soll. Dieses Gespräch wird innerhalb von 14 Tagen nach Antragstellung von einem Sozialarbeiter durchgeführt.

Gegen jede Entscheidung des Sozialarbeiters kann Widerspruch eingelegt werden.

Worauf habe ich Anspruch und wie kann ich diesen Anspruch geltend machen?

Die Sozialhilfe umfasst Geldleistungen und Sachleistungen.

Die grundlegenden geldlichen Leistungen der Sozialhilfe sind Folgende:

  • Ständige Hilfe (zasiłek stały), die eine Ergänzung der Einkünfte von Personen ist, die aufgrund ihres Alters bzw. einer Behinderung vollständig arbeitsunfähig sind. Solche Personen können auch Anspruch auf Leistungen bei Pflegebedürftigkeit haben.
  • Befristete Hilfe (zasiłek okresowy) für Personen und Familien ohne Einkünfte bzw. mit geringeren Einkünften als die gesetzliche Untergrenze sowie Geldbeständen, die nicht ausreichen, um ihren Bedarf zum Leben zu decken. Wenn die schlechte finanzielle Lage nach Verlust des Arbeitsplatzes eingetreten ist, kann die Person Anspruch auf Leistungen auf Grund von Arbeitslosigkeit haben.
  • Hilfe bei besonderem Bedarf und Sonderbeihilfe bei besonderem Bedarf (zasiłek celowy i specjalny zasiłek celowy) sind einmalige Leistungen, die Einzelpersonen und Familien bewilligt werden, um notwendige Lebensbedürfnisse zu stillen (z. B. Kauf von Medikamenten, Brennstoffe zum Heizen).
  • Beihilfe und Darlehen zur wirtschaftlichen Verselbständigung (zasiłek i pożyczka na ekonomiczne usamodzielnienie).
  • Hilfe zur Verselbständigung sowie zur Fortsetzung der Ausbildung (pomoc na usamodzielnienie oraz kontynuowanie nauki).
  • Geldleistung zum Unterhalt und zur Deckung der Kosten für das Lernen von Polnisch als Fremdsprache für Ausländer;
  • Ergänzendes Elterngeld (rodzicielskie świadczenie uzupełniające, Mütter 4 Plus).

Summen der Beihilfen:

Höchstbetrag der ständigen Hilfe

701 PLN monatlich

Mindestbetrag der ständigen Hilfe

30 PLN monatlich

Mindestbetrag der befristeten Hilfe

20 PLN monatlich

Ergänzendes Elterngeld

entsprechend der niedrigsten Altersrente (seit 1. März 2019) 1.100 PLN

Haben Eltern bereits Anspruch auf eine Rente unterhalb der niedrigsten Altersrente, dient diese Leistung zur Ergänzung der Rente, um die niedrigste Altersrente zu erreichen.

Von der Sozialhilfe können außerdem Sachleistungen (nicht geldlich) bezogen werden, wie:

  • ÖPNV-Fahrkarten,
  • Beiträge zur Kranken- und Sozialversicherung,
  • Durchführung einer Beerdigung,
  • Fachberatung,
  • Sozialarbeit,
  • in Notfällen Unterkunft, Mahlzeit und notwendige Bekleidung,
  • Betreuungsleistungen,
  • Aufenthalt und Leistungen in einem Haus für Sozialhilfe,
  • Schulungen, Familienberatung und Familientherapie.

Ergänzendes Elterngeld wird folgenden Personen gewährt:

  • Müttern, die mindestens 4 Kinder zur Welt gebracht haben und/oder großgezogen haben;
  • Vätern, die im Todesfall der Mutter mindestens 4 Kinder großgezogen haben oder wenn die Mutter ihre Kinder verlassen hat oder sich deren Erziehung verweigert hat.

Ergänzendes Elterngeld kann auf Antrag der betroffenen Person gewährt werden, wenn die folgenden Bedingungen erfüllt sind:

  • Mutter oder Vater haben das erforderliche Alter erreicht, d.h. 60 bzw. 65 Jahre;
  • die betroffene Person hat mindestens 4 Kinder zur Welt gebracht und großgezogen;
  • das Elternteil verfügt über keine ausreichenden Einnahmen, um den notwendigen Lebensunterhalt damit zu bestreiten (einschließlich dem Anspruch auf eine Rente, die mindestens der niedrigsten Altersrente in Polen entspricht);
  • die betroffene Person lebt in Polen und hat seitdem sie 16 Jahre alt war für mindestens 10 Jahre ihren persönlichen oder wirtschaftlichen Lebensmittelpunkt in Polen gehabt.

Gegebenenfalls auszufüllende Formulare

Um Leistungen der Sozialhilfe zu beantragen, ist ein Antrag beim entsprechenden Zentrum für Sozialhilfe zu stellen. Hier finden Sie eine Liste von Beispielanträgen auf der Website des Sozialamtes Szemud.

Ihre Rechte

Die folgenden Links verschaffen Ihnen einen Einblick in Ihre Rechte. Hierbei handelt es sich weder um Seiten der Europäischen Kommission noch um eine Darstellung der Auffassungen der Europäischen Kommission:

Websites und Veröffentlichungen der Europäischen Kommission:

Wen kann ich kontaktieren?

Ministerium für Familie, Arbeit und Soziales - Abteilung für Sozialhilfe und soziale Integration (in Verbindung mit den Beihilfen)
ul. Nowogrodzka 1/3/5
00-513 Warschau
POLEN
Tel. +48 226611277
Fax +48 611276
Internet: www.gov.pl/rodzina
E-Mail: info@mrpips.gov.pl

Ministerium für Familie, Arbeit und Soziales - Abteilung für Sozialhilfe und soziale Integration (in Verbindung mit Ergänzendem Elterngeld)

ul. Nowogrodzka 1/3/5
00-513 Warschau
Tel.: +48 226611738 / 226288597 / 226216772
Fax: +48 226611736
Internet: www.gov.pl/rodzina
Email: info@mrpips.gov.pl

Sozialversicherungsanstalt (ZUS) – Hauptgeschäftsstelle (in Verbindung mit Ergänzendem Elterngeld)
ul. Szamocka 3, 5
01-748 Warschau
POLEN
Internet: www.zus.pl

Telefonisches Servicezentrum der Sozialversicherungsanstalt

Die Berater stehen werktags von 7.00 bis 18.00 Uhr zur Verfügung. Das Automatische Informationszentrum ist 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche verfügbar.

Telefonnummer für Anrufe aus polnischen Mobilfunknetzen sowie polnischem und ausländischem Festnetz: +48 225601600

E-Mail-Adresse für allgemeine Anfragen: cot@zus.pl

Suchmaschine für Niederlassungen der Sozialversicherungsanstalt nach Ort bzw. PLZ

Keine Nachrichten zum Thema in den letzten sechs Monaten.

Seite weiterempfehlen