Beschäftigung, Soziales und Integration

Litauen - Mutterschafts- bzw. Vaterschaftsgeld

Dieser Abschnitt enthält aktuelle Informationen zu Mutterschaftsgeld (Motinystės išmoka), Vaterschaftsgeld (Tėvystės išmoka) sowie Kinderbetreuungsgeld (Vaiko priežiūros išmoka), die an Eltern gezahlt werden, die ein Kind aufziehen, zum Antragsverfahren, zur Berechnung der Höhe und den Unterschieden dazwischen.

Unter welchen Umständen habe ich Ansprüche?

Die Leistung wird zunächst an die Mutter gezahlt während der Dauer des Mutterschaftsurlaubs (Mutterschaftsgeld) und an den Vater während der Dauer des Vaterschaftsurlaubs (Vaterschaftsgeld). Anschließend wird eine Leistung für Elternurlaub an den Elternteil gezahlt, der sich um das Kind kümmert (Kinderbetreuungsgeld).

Eine einmalige Zulage für Schwangere (vienkartinė išmoka nėščiai moteriai) wird an diejenigen gezahlt, die gemäß dem Gesetz über Kranken- und Mutterschaftssozialversicherung keinen Anspruch auf Mutterschaftsgeld haben (siehe “Familienleistungen”).

Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen?

Anspruch auf Mutterschaftsgeld, Vaterschaftsgeld und Kinderbetreuungsgeld umfasst alle, die Versicherte der Mutterschaftsversicherung innerhalb des Sozialversicherungssystems sind und die über Nachweise von Sozialversicherungszahlungen für mindestens 12 der letzten 24 Monate verfügen.

Wie lauten meine Rechte und wie kann ich diese nutzen?

Mutterschaftsgeld wird für 70 Kalendertage vor der Geburt des Kindes  gezahlt und bis zu 56 Tage nach der Geburt. Im Falle von Komplikationen unter der Geburt oder einer Mehrlingsgeburt wird ein Zuschuss für 14 zusätzliche Kalendertage gezahlt. Mutterschaftsgeld entspricht 77,58 % des Verdienstes.

Vaterschaftsgeld wird an den Vater für 30 Kalendertage während der ersten drei Monate des Kindes gezahlt, wobei der Vater über den Zeitpunkt der Zahlung entscheiden kann. Es entspricht 77,58 % des Verdienstes.

Kinderbetreuungsgeld wird an das Elternteil (Adoptivelternteil) oder den Vormund gezahlt, der sich um das Kind kümmert.

Die Höhe des Kinderbetreuungsgeldes wird im Verhältnis zum Verdienst berechnet (siehe unten) und ergibt sich aus der gewählten Zeitspanne:

  • wenn eine versicherte Person sich entscheidet, Beihilfe bis zur Vollendung des 1. Lebensjahres des Kindes zu beziehen, entspricht deren Höhe 77,58% des Verdienstes der Person.
  • wenn eine versicherte Person sich entscheidet, Beihilfe bis zur Vollendung des 2. Lebensjahres des Kindes zu beziehen, so entspricht deren Höhe im ersten Jahr 54,31 % des Verdienstes und 31,03 % im zweiten Jahr.  Im zweiten Jahr ist es möglich, wieder zu arbeiten, ohne dass die Beihilfe reduziert wird. Bei Mehrlingsgeburten fällt die Beihilfe unterschiedlich aus abhängig von der Zahl der geborenen Kinder, darf jedoch 77,58 % des Verdienstes nicht übersteigen.

Der Verdienst wird aus der Höhe des versicherungspflichtigen Einkommens (siehe „Fachsprache übersetzt“) der letzten 12 Monate vor dem Beginn des Urlaubs berechnet.

Die folgenden Unter- und Obergrenzen gelten für die Beihilfe: Mindestbetrag darf nicht unter dem 6-fachen der sozialen Grundleistung liegen für die zwei Quartale vor dem Tag, an dem die Person vorübergehend erwerbsunfähig geworden ist (234 EUR); der Höchstbetrag des Lohnausgleichs darf das zwei-fache des nationalen Durchschnittsmonatslohns nicht übersteigen (2 612,60 EUR), ausgenommen für Mutterschaftsgeld, welches keiner Bemessungsgrenze unterliegt.

Einmalige Zulage für Schwangere:

Wird Schwangeren, die nicht anspruchsberechtigt sind für Mutterschaftsgeld, für 70 Tage vor der Geburt gezahlt. Der Betrag entspricht dem 6,43-fachen der sozialen Grundleistung (Bazinė socialinė išmoka), d.h. 250,77 EUR.

Eine versicherte Person, die zum Vormund eines Neugeborenen bestellt wird, hat Anspruch auf das Mutterschaftsgeld ab dem Tag der Übernahme der Vormundschaft bis zum 70. Lebenstag des Säuglings.

Bei der Adoption wird ein Erziehungsurlaub durch die Sozialversicherung gewährt. Danach gilt die allgemeine Regelung, d. h. das Kinderbetreuungsgeld  wird (je nach Wahl) bis zum 1. oder 2. Lebensjahr des Kindes gezahlt. Wenn das adoptierte Kind älter als 2 Jahre ist, wird die Beihilfe zur Kinderbetreuung aus dem Staatshaushalt finanziert.

Mutterschafts-/Vaterschaftsgeld und Kinderbetreuungsgeld werden von den regionalen Niederlassungen der Sozialversicherung gezahlt.

Die gesetzliche Krankenversicherung beinhaltet u. a. die Betreuung in einer Frauenklinik, sowie andere Formen der Gesundheitsversorgung. 

Fachsprache übersetzt

  • Mutterschaftsgeld - wird der Mutter während der Schwangerschaft und nach der Geburt des Kindes gezahlt.
  • Vaterschaftsgeld - wird dem Vater für 30 Kalendertage während der ersten drei Monate nach der Geburt des Kindes gezahlt.
  • Kinderbetreuungsgeld - Leistung, die wahlweise einem Elternteil (Stiefelternteil) oder einem Fürsorgeberechtigten gezahlt wird.
  • Versicherungspflichtiges Einkommen - gesamtes Einkommen einer Person, für das Beiträge zur staatlichen Sozialversicherung gezahlt werden. Hierzu zählen auch Krankengeld, Mutterschafts- bzw. Vaterschaftsgeld, Leistungen zur Kinderbetreuung, Leistungen bei beruflicher Rehabilitation, Versicherungsleistungen bei Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten sowie Arbeitslosengeld gezählt.
  • Sozialversicherung Der staatliche Sozialversicherungsfonds, der vom Ministerium für Arbeit und Soziales, wichtigste Einrichtung bei der Umsetzung der sozialen Absicherung, verwaltet wird.

Erforderliche Unterlagen

Der Antrag auf Mutterschaftsgeld, Vaterschaftsgeld und Kinderbetreuungsgeld kann online bei der regionalen Niederlassung der Sozialversicherung gestellt werden (auf dem entsprechenden Formular), oder per Post.

Ebenfalls muss eine für die Überweisung der Beiträge eine gültige Bankverbindung angegeben werden. Der Arbeitgeber informiert Sie über die Gewährung der Leistung.

Kennen Sie Ihre Rechte

Diese Links helfen Ihnen zu erfahren, welche Rechte Sie haben. Es handelt sich nicht um Seiten der Europäischen Kommission, daher entsprechen die dort gegebenen Informationen nicht unbedingt der Position der Kommission:

Informationen der Sozialversicherung über:

Publikation und Website der Europäischen Kommission:

Kontakte für Auskünfte

Telefonische Auskunft erhalten sie bei der Sozialversicherung unter 1883 oder +37 05250-0883

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