Beschäftigung, Soziales und Integration

Österreich - Hinterbliebenenrente

In welcher Situation kann ich Leistungen beantragen?

Witwen- und Witwerrente

Wenn der überlebende Ehegatte (oder der unterhaltsberechtigte frühere Ehegatte) zum Zeitpunkt des Todes des Versicherten das 35. Lebensjahr bereits vollendet hatte oder wenn in der Ehe ein Kind geboren wurde, besteht Anspruch auf Witwenrente/Witwerrente.

Anspruch auf Hinterbliebenenrente haben - genau wie Witwen und Witwer - auch hinterbliebene eingetragene Partnerinnen und Partner.

Waisenrente

Anspruch auf Waisenrente besteht bis zum vollendeten 18. Lebensjahr. Bei in Ausbildung stehenden Waisen besteht der Anspruch bis höchstens zum vollendeten 27. Lebensjahr. Im Fall von behinderten Kindern gibt es kein Höchstalter.

Bestattungskosten

Ein Zuschuss zu den Bestattungskosten kann bei Bedürftigkeit nach Maßgabe der Satzungen der Versicherungsträger gewährt werden.

Welche Bedingungen muss ich dafür erfüllen?

Sie haben Anspruch auf Hinterbliebenenleistungen, wenn der Verstorbene rentenversichert war und die Wartezeit erfüllt hat. Es gilt dieselbe Wartezeit wie für die Leistungen bei Invalidität, das heißt, Sie haben nur dann Anspruch auf Hinterbliebenenrente, wenn der Verstorbene mindestens 60 Monate innerhalb der letzten 120 Kalendermonate versichert war. Nach Vollendung des 50. Lebensjahres (des Verstorbenen) werden die Wartezeit um einen Monat und der Referenzzeitraum um jeweils zwei Monate angehoben, bis zu höchstens 180 Versicherungsmonaten innerhalb der letzten 360 Kalendermonate. Sobald der Verstorbene mindestens 180 Beitragsmonate oder 300 Versicherungsmonate erworben hat, entfällt der Rahmenzeitraum.

Was steht mir zu und wie kann ich es beantragen?

Witwenrenten / Witwerrente

Der hinterbliebene Ehegatte erhält eine Rente, deren Höhe von seinen eigenen Einkünften abhängt und zwischen 0 % und 60 % der Alters- oder Invaliditätsrente beträgt, auf die der verstorbene Versicherte Anspruch gehabt hat oder hätte.

Beträgt die Summe aus der Hinterbliebenenrente und eigenen Einkünften des Empfängers weniger als 1.956,13 EUR monatlich, so wird ein entsprechender Differenzbetrag bis zur Höchstgrenze von 60 % der Rente des Verstorbenen gewährt. Zu dieser Rente können zusätzlich eine Ausgleichszulage und Pflegegeld gewährt werden.

Die Witwenpension wird monatlich im Nachhinein ausgezahlt, das heißt jeweils am 1. des Folgemonats. Sie wird 14-mal pro Jahr ausgezahlt. Zu den Renten für April und Oktober erhalten Sie jeweils eine Sonderzahlung.

Hinterbliebenenrenten werden grundsätzlich versteuert.

Witwen- und Witwerrenten werden grundsätzlich nur auf Antrag gewährt. Der Antrag ist innerhalb von sechs Monaten nach dem Tod des verstorbenen Ehepartners einzubringen, um einen Rentenanspruch mit dem auf den Todestag folgenden Tag zu erhalten. Dieser Antrag ist unter Verwendung des entsprechenden Vordrucks beim zuständigen Rentenversicherungsträger zu stellen.

Waisenrente

Die Waisenrente beträgt bei Halbwaisen 40 % und bei Vollwaisen 60 % der Rente, auf die der verstorbene Versicherte Anspruch gehabt hat oder hätte.

Die Ausgleichszulagenrichtsätze für Waisenrenten hängen vom Alter der Waise ab. Auch zu Waisenrenten kann zusätzlich Pflegegeld gewährt werden.

Ein Antrag auf Waisenrente ist nicht erforderlich, denn sie wird von Amts wegen gewährt.

Bestattungskosten-Zuschuss

Ein Zuschuss von maximal 436,04 EUR zu den Bestattungskosten kann beim Krankenversicherungsträger beantragt werden. Allerdings ist diese Leistung nur noch vereinzelt vorgesehen, nicht jede Krankenversicherung bietet sie an.

Wann immer Sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen müssen, um einen Anspruch auf eine österreichische Sozialleistung zu haben, berücksichtigen die Behörden auch Versicherungszeiten, die Sie in den Sozialsystemen anderer Länder erworben haben. Dies gilt für die EU-Mitgliedstaaten sowie die Schweiz, Liechtenstein, Norwegen und Island. Ihre in Österreich erworbenen Versicherungszeiten bleiben bestehen, wenn Sie in einem dieser Länder arbeiten und versichert sind.

Fachsprache übersetzt

  • Ausgleichszulage - Eine Ausgleichszulage ist eine zusätzlich zur errechneten Rente gezahlte Geldleistung, damit der Empfänger mit dem Gesamtbetrag ein Mindesteinkommen erreicht. Die Ausgleichszulage selbst ist die Differenz zwischen der individuellen Rente, weiteren anrechenbaren Nettoeinkommen und dem Ausgleichszulagenrichtsatz, der jedes Jahr per Verordnung durch das Sozialministerium angepasst wird. Um eine Ausgleichszulage zu erhalten, muss Ihr Wohnort in Österreich liegen.
  • Halbwaise ist derjenige, von dem ein Elternteil verstorben ist.
  • Vollwaise ist derjenige, dessen Eltern beide verstorben sind.
  • Gewöhnlicher Aufenthalt - Der Begriff „Wohnort“ bzw. „gewöhnlicher Aufenthalt“ wird im EU-Recht in der EU-Verordnung über die Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit definiert. Er liegt dort, wo Sie Ihren Lebensmittelpunkt haben.

Formulare, die Sie ausfüllen müssen

Hinterbliebenenrenten nach einem verstorbenen Ehegatten oder Lebenspartner werden nur auf Antrag gewährt. Dieser Antrag ist grundsätzlich unter Verwendung des entsprechenden Vordrucks beim zuständigen Sozialversicherungsträger zu stellen. Er kann aber auch an jede Krankenkasse oder kommunale Behörde gerichtet werden. Formlose Anträge werden berücksichtigt.

Online auszufüllende Formulare:

Die eigenen Rechte kennen

Diese Links erläutern Ihre Rechte, sind allerdings keine offiziellen Webseiten der Europäischen Kommission und stellen daher nicht deren Rechtsauffassung dar:

Veröffentlichungen der EU-Kommission:

Wen Sie kontaktieren können

Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz

Stubenring 1
1010 Wien
ÖSTERREICH
Tel. +43 1711000
E-Mail: post@sozialministerium.at
http://www.sozialministerium.at

Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger

Kundmanngasse 21
1030 Wien
ÖSTERREICH
Tel. +43 711322400
E-Mail: posteingang.allgemein@hvb.sozvers.at
http://www.hauptverband.at

Pensionsversicherungsanstalt, Hauptstelle

Friedrich-Hillegeist-Straße 1
1021 Wien
ÖSTERREICH
Tel. +43 50303
E-Mail: pva@pva.sozvers.at
http://www.pensionsversicherung.at

Dienststellen der Pensionsversicherungsanstalt

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