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Unterstützung der globalen Bewegung für Umweltgerechtigkeit

Bei der Umweltgerechtigkeit geht es darum, dass Umweltgesetze, -vorschriften und -richtlinien alle gerecht behandeln. Das EU-finanzierte Projekt hat ein Online-Instrument entwickelt, um die weltweiten Bewegungen zur Umweltgerechtigkeit zu unterstützen. Dadurch haben nun alle Zugang zu aktuellen Informationen darüber, welche Auswirkungen Umweltthemen auf ihre Region haben.

©freshidea #429336293, source: stock.adobe.com 2021

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Im Kern geht es beim Umweltschutz um Gerechtigkeit.

„Unser Wirtschaftssystem, zu dem auch die Unternehmen gehören, die uns mit Materialien, Nahrungsmitteln, Wasser und Energie versorgen, verursacht soziale und umweltbedingte Ungleichheiten, durch die zu viele Menschen, Tiere und Pflanzen vergiftet, vertrieben oder getötet werden“, so Joan Martinez-Alier, leitender Forscher am Institut für Umweltwissenschaft und Technologie an der Autonomen Universität Barcelona.

Laut Martinez-Alier liegt das Problem darin, dass die Industriewirtschaft nicht zirkulär sondern entropisch ist. „Weniger als 10 % der Materialien in der Wirtschaft werden wiederverwertet. Das bedeutet, dass bei der Rohstoffgewinnung nach immer neuen Material- und Energiequellen gesucht wird“, fügt er hinzu.

Trotz des Widerstands durch Gemeinschaften und Einzelpersonen beuten Unternehmen weiterhin brutal anfällige Bevölkerungsgruppen aus, meint Martinez-Alier. „Die gute Nachricht ist, dass die weltweite Bewegung für Umweltgerechtigkeit zunimmt und sich aktiv dafür einsetzt, die Gesellschaft und unsere Wirtschaft in die Richtung der ökologischen Nachhaltigkeit zu treiben“, merkt er an.

Im Rahmen des EU-finanzierten Projekts EnvJustice, das vom Europäischen Forschungsrat (ERC) unterstützt wird, ist Martinez-Alier Teil eines Teams aus Hochschulforschenden und Organisationen, das diese globale Bewegung für Umweltgerechtigkeit unterstützt.

Ein wertvolles Instrument für Bewegungen zur Umweltgerechtigkeit

Im Mittelpunkt des Projekts steht der „Atlas of Environmental Justice“ (dt. Atlas der Umweltgerechtigkeit), auch EJAtlas genannt. „Diese Datenbank soll die Forschung zur vergleichenden, statistischen politischen Ökologie unterstützen“, erklärt Martinez-Alier. „Außerdem ist es ein Instrument, um die vielen Bewegungen zur Umweltgerechtigkeit auf der ganzen Welt zu unterstützen.“

Der EJAtlas wurde ursprünglich vom EU-finanzierten Projekt EJOLT entwickelt und enthält bereits über 3 400 Einträge. Die interaktive Karte kann nach Land, Unternehmen und Rohstoff durchsucht werden und zeigt die verschiedenen Konflikte zur Umweltgerechtigkeit auf der Welt an. Sie wird regelmäßig aktualisiert und umfasst Konflikte in den Bereichen Kernenergie, Abfallwirtschaft, Biomasse, Bodennutzung, fossile Kraftstoffe, biologische Vielfalt und Tourismus – um nur ein paar zu nennen.

Außerdem bietet der EJAtlas spezielle Karten zu aktuellen Themen. Eine Karte mit dem Titel „Losing ground: How are India‘s conservation efforts putting local communities in peril?“ (dt. Bodenverlust: Wie gefährden die Naturschutzmaßnahmen in Indien lokale Gemeinden?) bietet beispielsweise kuratierte Inhalte zu den Konflikten und Bewegungen in ganz Indien.

Im Rahmen des EnvJustice-Projekts stärkten und analysierten die Forschenden den EJAtlas. Dabei kamen sie zu dem Schluss, dass der Atlas weit über die Forschung hinaus nützlich sein kann. „Wir haben schnell festgestellt, dass der EJAtlas viel mehr ist als ein Forschungsinstrument – er kann ebenfalls für Bildungszwecke genutzt werden“, merkt Martinez-Alier an. „Da auch Medien wie Lieder, Protestbanner, Videos und Dokumentationen enthalten sind, kann er auch eine wichtige Ressource für die Geistes- und Umweltgeisteswissenschaften darstellen.“

Ausgezeichnete Arbeit

Auf der Grundlage ihrer Analyse der EJAtlas-Datenbank haben die Projektforschenden mehrere wissenschaftliche Arbeiten veröffentlicht. Diese decken verschiedene Aspekte der Bewegungen zur Umweltgerechtigkeit in Indien, Südostasien, China, Afrika, Europa sowie Nord- und Südamerika ab. Dazu gehören Arbeiten zu Konflikten um Wasserkraft, Konflikten um Windmühlen, Konflikten um fossile Kraftstoffe, globalen Widerstandsbewegungen zur Umwelt sowie der Ermordung indigener Personen und Frauen im Umweltaktivismus.

„Das Ziel unserer Arbeit am EJAtlas und unserer wissenschaftlichen Arbeiten war es, Aufmerksamkeit auf Umweltungerechtigkeiten zu lenken und die Menschen zu unterstützen, die an vorderster Front für Umweltgerechtigkeit kämpfen“, so Martinez-Alier abschließend.

Er wurde kürzlich mit dem Balzan Preis ausgezeichnet. Dieser „hat sich die weltweite Förderung von Kultur und Wissenschaften sowie von verdienstvollen Initiativen für Frieden und Brüderlichkeit unter den Völkern zum Ziel gesetzt“. Der Preis erkennt Martinez-Aliers Arbeit am EJAtlas an. Dieser wird als „eine frei zugängliche Datenbank über die größten ökologischen Konflikte und ihre kulturellen Ausdrucksformen, die sowohl für Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen als auch für Praktiker eine äußerst nützliche Quelle bildet“, beschrieben.

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Einzelheiten zum Projekt

Kurztitel des Projekts
EnvJustice
Projekt-Nr.
695446
Projektkoordinator
Spanien
Projektteilnehmer:
Spanien
Aufwand insgesamt
€ 1 910 811
EU-Beitrag
€ 1 910 811
Laufzeit
-

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