Grow2Build – Entwicklung nachhaltiger länderübergreifender Geschäftsmodelle

Das EU-finanzierte Projekt „Grow2Build“ arbeitete durch die Förderung von Flachs und Hanf als Baumaterialien am Übergang von einer ölabhängigen Wirtschaft hin zu einem biobasierten Modell in Nordwesteuropa (NWE).

 Weitere Extras

 
Ein mobiles Ausstellungsinstrument, das Grow2Build als umweltfreundliche Alternative zu vorhandenen Baumaterialien vorstellt (BASBOUWEN.BE) Ein mobiles Ausstellungsinstrument, das Grow2Build als umweltfreundliche Alternative zu vorhandenen Baumaterialien vorstellt (BASBOUWEN.BE)

" Auf Hanf und Flachs basierende Baumaterialien bieten eine innovative Perspektive für nachhaltiges Wachstum und Arbeitsplätze mit nachweislichen Vorteilen in den Bereichen Treibhausgasemissionen und Gesundheit. Während die Zusammenarbeit in der Produktionskette zur Wachstumsförderung sowie zur Schaffung und Anregung einer Marktnachfrage entscheidend ist, müssen Demonstrationsvorhaben sowohl für den Wissenstransfer als auch für die Bildung eingesetzt werden. "

John Verhoeven, Projektmanager bei Grow2Build

Grow2Build arbeitete an den verbleibenden Engpässen in der Herstellung und Lieferkette örtlich angebauter Baumaterialien auf Grundlage von Hanf und Flachs, um ein nachhaltiges und gewinnbringendes Bio-Geschäft in den Niederlanden, im Vereinigten Königreich sowie in Belgien, Frankreich und Deutschland zu entwickeln.

Das Projekt hat sich auf die Entwicklung einer interregionalen und länderübergreifenden Lieferkette für Baumaterialien aus Hanf und Flachs durch Bereitstellung von Informationen und Beratung zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen allen einschlägigen Interessenvertretern konzentriert. Es diente dem Austausch bewährter Verfahren und der neuesten Informationen und zielte zudem darauf ab, die Anbau- und Verarbeitungstechniken zur Verbesserung der Gesamtleistung der Materialien zu optimieren.

Entwicklung neuer Geschäftsmodelle durch Zusammenarbeit

Trotz der Eignung der Region Nordwesteuropa für den Anbau von Hanf und Flachs hatte das Projekt zahlreiche Herausforderungen zu bewältigen. Dazu zählte die Notwendigkeit, verschiedene Akteure in die Schaffung neuer Geschäftsmodelle einzubeziehen. Zur Ermittlung von Engpässen in der Produktionskette veranstaltete Grow2Build zahlreiche Konferenzen und führte Umfragen unter Landwirten, industriellen Akteuren und Interessenvertretern durch. Die Ergebnisse wurden in einem Strategiepapier mit zehn Empfehlungen für politische Entscheidungsträger zusammengefasst, das der Förderung biobasierter Baumaterialien dient. Zusätzlich wurde ein Ringtest durchgeführt, um die Verarbeitung von Hanf und Flachs zu verbessern. Außerdem wurden ein Markenkatalog und Broschüren veröffentlicht.

Zu den weiteren Leistungen gehören sechs Modellvorhaben in Zusammenarbeit mit KMU und privaten Unternehmen, mit denen der Anbau und der Entwicklungsablauf für Hanf und Flachs durch Innovation verbessert werden soll. Diese haben zu einem umfassenderen Verständnis für das Verhalten einiger Produkte, der Einführung marktfähiger Produkte und zu weiteren Investitionen geführt. Grow2build hat außerdem ein Kompetenzzentrum an der Universität Brunel eingerichtet, das als Forschungsstandort im Bereich der Baumaterialien Hanf und Flachs fungiert. Das Zentrum verfügt über eine Online- und eine physische Datenbank für bestehende Ressourcen und Proben. Es umfasst zudem eine abrufbereite interaktive Karte (GIS-Instrument) mit einer Übersicht über alle Initiativen im Zusammenhang mit Flachs und Hanf in der Region Nordwesteuropa. 

Förderung und Sensibilisierung für die Produktion von Biomaterialien

Ein wichtiger Bestandteil des Erfolgs von Grow2Build war der Austausch von Wissen und die Förderung der Produktion, Nutzung und des Potenzials von Baumaterialien aus Flachs und Hanf. Dies war durch von Interessenvertretern organisierte offene Innovationsveranstaltungen sowie durch Ausstellungen, Studienfahrten und Workshops in der gesamten Region Nordwesteuropa möglich. Insbesondere wurde ein Luftstrom in ein mobiles Ausstellungsinstrument verwandelt, mit dem Informationen über die gesamte Kette für Baumaterialien aus Hanf und Flachs zur Verfügung gestellt wurden. 

Grow2Build hat außerdem ein Netzwerk verschiedener Akteure, einschließlich Architekten, Bauunternehmer, öffentliche Verwaltungen und Interessenvertreter eingerichtet, in dem Wissen ausgetauscht und zukünftige Zusammenarbeiten erkundet werden. Das Projekt kam Landwirten, die Unterstützung für den Anbau von Hanf und Flachs erhielten, Verarbeitern, Herstellern und Einzelhändlern, von denen die Qualität der Produkte gewährleistet wird, sowie den Bauunternehmen zugute, die diese Materialien verwenden.


Gesamtinvestition und EU-Finanzierung 

Die Gesamtinvestition für das Projekt „Grow2Build – Lokal angebauter Hanf und Flachs als Quelle für biobasierte Baumaterialien“ beläuft sich auf 3 170 671,62 EUR, von denen 1 585 335,81 EUR aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung im Rahmen des operationellen Programms „Interreg Nordwesteuropa“ für den Programmplanungszeitraum 2007-2013 finanziert werden. Die Investition fällt unter die Priorität „Arbeitsplätze, Wachstum und Investitionen“. 


Datum des Entwurfs

31/08/2016