Zeitfenster für Abfall

Nordspanien ist mit dem Projekt „Ecoparque de La Rioja“ dem Ziel einer umweltfreundlicheren Gesellschaft einen guten Schritt näher gekommen. In diesem Abfallwirtschaftszentrum werden große Mengen von lokalem Abfall verwertet bzw. wiederverwendet und dabei auch Biogas, Kompost und andere Nebenprodukte gewonnen, was zu messbaren Verringerungen negativer Umweltfolgen führt. Die Anlage steht auch Besuchern offen, um das Bewusstsein bezüglich Abfall und Umweltfragen ein wenig zu schärfen.

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Die Türen öffnen sich für neue Müllbehandlungsverfahren Die Türen öffnen sich für neue Müllbehandlungsverfahren

„Wenn man diese Anlagen sieht, wird einem klar, wie viel Abfall wir produzieren und wie langwierig die zur Vermeidung von Umweltbelastungen erforderliche Behandlung ist.“
Gabriela Seco, Einwohnerin des Nachbarortes Haro

Mit Unterstützung aus den EU-Fonds haben die lokalen Behörden konkrete Schritte hin zu einer Abfallbewirtschaftung gemacht. Der im Jahr 2003 eröffnete Ecoparque de La Rioja ist ein leuchtendes Beispiel für erfolgreiche Maßnahmen. Jährlich werden dort 148 000 Tonnen Abfall, hauptsächlich fester Siedlungsmüll, verarbeitet.

Müll als Wertstoff

Im Ecoparque werden hauptsächlich zwei Abfallbehandlungsverfahren angewandt - für festen Siedlungsabfall und leichtes Verpackungsmaterial. Auch größere Objekte wie Möbel, Hausrat und Gartenabfälle können hier entsorgt werden. Organische Abfälle werden von wieder verwertbaren Stoffen wie Kunststoff, Papier, Karton, Glas und Metall getrennt. Das organische Material durchläuft dann zwei Prozesse. Im Biomethanisierungsprozess wird der organische Anteil abgebaut und Wärmeenergie bzw. Strom gewonnen, die lokal und direkt im Ecoparque 25 % genutzt werden. Das abgebaute organische Material wird dann im Rahmen eines Kompostierprozesses stabilisiert, um in Kompost für landwirtschaftliche Zwecke umgewandelt zu werden. Es werden jährlich 17 000 MWh Strom erzeugt, was mengenmäßig dem Bedarf einer Stadt mit 20 000 Einwohnern entspricht.

Bildung - Schlüssel für eine saubere Zukunft

Der pädagogische Aspekt wird in dieser Anlage groß geschrieben. Insbesondere die junge Generation wird bezüglich Recyclingverfahren und Möglichkeiten zur Abfallvermeidung im täglichen Abfall sensibilisiert. Ziel ist es, das Bewusstsein für Abfallfragen zu schärfen, über die Funktionsweise der Recyclinganlagen aufzuklären und die Rolle des Ecoparque im Rahmen der 3-R-Strategie „Reduce, Reuse and Recycle“ (verringern, wieder verwenden und recyceln) aufzuzeigen. Die Ausbildung eines Umweltgewissens bei jungen Menschen kann dazu beitragen, unseren Planeten lebenswert zu erhalten.

Ecoparque geht mit gutem Beispiel voran

Neben der eigenen Stromerzeugung wurden beim Bau der Anlage auch ökologische, logistische und soziologische Überlegungen berücksichtigt. Dazu zählen auch die Optimierung der Verwaltung der Abfalltransporte, die Errichtung als Flachbauten, um keinen Schandfleck in der Landschaft zu schaffen, geschlossene Behandlungsbereiche, um Geruchsbelästigung und Verwehungen von Reststoffen zu vermeiden, eine Kläranlage zur Reinigung von Überschusswasser und Biofilter zur Geruchseliminierung. Der Ecoparque de La Rioja führt den Menschen in unmittelbarer und weiterer Umgebung als gelungene Realisierung des Konzepts der ökologischen Nachhaltigkeit vor Augen, dass dieser Ansatz funktionieren kann und auch tatsächlich funktioniert.


Datum des Entwurfs

07/12/2009