Modernisierung der Intercity-Strecke verläuft nach Plan

Polen führt derzeit eine umfangreiche Sanierung seines Schienennetzes durch. Eines der größten Projekte betrifft die Modernisierung der 132 m langen Eisenbahnlinie zwischen den beiden größten Städten des Landes – Warschau und Łódź. Nach der Fertigstellung im Jahre 2013 wird sich nicht nur die Fahrzeit verkürzen, sondern auch die Sicherheit für die Fahrgäste steigen. Zudem wird die Belastung für die Umwelt sinken.

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„Obschon es auf der Eisenbahnlinie zwischen Warschau und Łódź jüngst zu einigen Unterbrechungen kam, bin ich der Meinung, dass sich die Modernisierung für die Strecke und die Region letztlich auszahlen wird.“
Halina Cięższkowska, Grundschullehrerin

Im Einzelnen umfasst das Projekt die Ersetzung der Gleise, Verbesserungen der Infrastruktur und Umweltschutzmaßnahmen. Als Ergänzung wird demnächst eine Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Warschau und Wrocław gebaut werden.

Zwei Phasen

Das landesweite Schienennetz umfasst etwa 23 500 km und wird in erster Linie von der polnischen Eisenbahngesellschaft PKP SA betrieben. Im Rahmen des nationalen Entwicklungsplans 2004-2006 hat Polen seine Intercity-Linien sowie alle Teilstücke, die Bestandteil wichtiger europäischer Schienenstrecken sind, einer Modernisierung unterzogen.

Wie viele andere Intercity-Strecken im gesamten Land musste auch die Verbindung zwischen der polnischen Hauptstadt Warschau und der zweitgrößten Stadt Łódź dringend ausgebaut werden. Dank der europäischen Kofinanzierung, die 75 % der zuschussfähigen Gesamtkosten deckt, wurde ein Projekt zur Verbesserung dieser Linie und ihrer Infrastruktur gestartet. Im Wesentlichen ging es darum, die Reisegeschwindigkeit zu erhöhen und die Belastung für die lokale Umwelt zu verringern.

Konzeption und Bau sind in zwei Phasen unterteilt, die sich auf insgesamt sechs Jahre erstrecken. Die soeben abgeschlossene erste Projektphase umfasst ein 62,8 km langes Teilstück zwischen Skierniewice und Łódź Widzew. Die etwas längere Projektphase 2 beinhaltet den Bau einer über 69 km langen Strecke von Skierniewice nach Warschau und soll 2013 abgeschlossen sein.

Schneller, leiser und umweltfreundlicher

Nach Abschluss der ersten Phase verfügt die Strecke zwischen Warschau und Łódź über zwei neue Fußgängerunterführungen. Ebenso wurden vier Brücken, sechs Viadukte und 37 Bahnübergänge modernisiert.

Zudem wurden auf einem Teilstück von über 9 km Umweltschutzmaßnahmen ergriffen. Hierzu zählte die Verlegung fugenloser Schienen sowie einer Schicht Steinballast zur Lärmreduzierung. Zudem verhindern neue Anlagen an den Bahnhöfen und der Strecke selbst, dass das Grundwasser und Schutzgebiete verschmutzt werden. Damit auch Tiere sicher über die Schienen kommen, haben Ingenieure Überwege und Brücken gebaut.

Obschon der Modernisierungsprozess zu einigen Verspätungen im normalen Schienenverkehr geführt hat, belegt eine kürzlich durchgeführte Umfrage unter den Fahrgästen, dass fast 70 % diesen Prozess als „gut oder sehr gut“ einstufen. Sobald die Arbeiten auf den gesamten 132 km abgeschlossen sind, werden die Züge Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 160 km/h erreichen und damit wesentlich schneller sein als derzeit.
Die Fahrzeit von Warschau nach Łódź sank zwischenzeitlich von durchschnittlich 55 Minuten auf 36 Minuten. Entsprechend stieg die Zufriedenheit unter den Fahrgästen, und die Regionen Łódzkie und Mazowieckie erfuhren eine Aufwertung. Schließlich könnte die Strecke auch dazu beitragen, dass der regionale Straßentransport zum Teil auf die Schiene verlegt wird.

Datum des Entwurfs

17/12/2009