Seebadeort erhält Umgehungsstraße

Eine jüngst fertiggestellte 20 km lange Umgehungsstraße nördlich von Riga ist das größte Straßenbauprojekt Lettlands, seit das Land im September 1991 wieder die Unabhängigkeit erlangte. Die so genannte Saulkrasti-Umgehungsstraße ist Bestandteil der Via Baltica, einer wichtigen 670 km langen Verbindungsstraße zwischen den Hauptstädten Polens und Estlands.

 Weitere Extras

 
Ein Abschnitt der neuen 20 km langen Umgehungsstraße nördlich von Riga Ein Abschnitt der neuen 20 km langen Umgehungsstraße nördlich von Riga

„Dank der Umgehungsstraße spare ich pro Tag bis zu einer halben Stunde, wenn ich in beide Richtungen fahre. Früher war die Fahrt durch Saulkrasti echte Zeitverschwendung, man musste mit 50 km/h durch die Stadt schleichen und konnte überhaupt nicht überholen. Das hat sich nun enorm verbessert.“
Māris Petrošins, Autofahrer aus Skulte

Dank der Umgehungsstraße wird der Verkehr nunmehr um die kleine Küstenstadt Saulkrasti herumgeleitet. Erwartungsgemäß hat die neue Straße den Durchgangsverkehr und die Lärmbelästigung, unter denen die Stadt lange zu leiden hatte, bereits beträchtlich reduziert. Zudem verkürzte sich die Fahrzeit für die immer größere Anzahl internationaler LKW, die auf der Küstenstraße A1 zwischen Riga und Tallinn verkehren.

Brandneue Straße

Die etwa 45 km nördlich der lettischen Hauptstadt Riga gelegene Stadt Saulkrasti gilt seit dem 19. Jahrhundert als beliebter Kur- und Touristenort. Markenzeichen sind die wunderschönen Sandstrände und eine unberührte Natur. Jahrzehntelang war die Stadt auf die Küstenstraße A1 angewiesen, die die einzige Hauptstraße für den Lokal-, den Transit- und den internationalen Verkehr darstellte.

Doch mit zunehmendem Verkehrsaufkommen wurde es für die Ortsbewohner immer schwieriger und gefährlicher, diese Straße zu überqueren. Ab den 1990er Jahren beklagten sich zudem viele Anwohner über die langen Staus mit Schwerlastwagen, die in Länder südlich und nördlich von Lettland fuhren.

Nach zwei Jahren intensiver Bauarbeiten, die in drei Phasen erfolgten, wurde die Saulkrasti-Umgehungsstraße von Lilaste nach Skulte im September 2007 schließlich eingeweiht. Die etwa 11 m breite und 20,4 km lange doppelspurige Schnellstraße ist Teil der Via Baltica. 36 % der Kosten wurden von der EU und der Rest von Lettland getragen.

Zeitgewinn für den internationalen Verkehr

Neben der Saulkrasti-Umgehungsstraße umfasste das Projekt auch die Sanierung eines Teilstücks der alten Küstenstraße A1. Auf diesem 14,8 km langen Abschnitt befinden sich 15 Brücken und Überführungen, vier Bahnübergänge, Fußgänger- und Radwege, Ampelanlagen für komplexe Verkehrsknotenpunkte, Straßenbeleuchtungen, Zäune, Lärmschutzwände und Bushaltestellen.

Dank des Projekts hat sich die Sicherheit von Fußgängern und Verkehr in Saulkrasti erhöht. Zudem wird der Verkehr nun um die Stadt herumgeleitet, und Fahrzeuge benötigen weniger Zeit für diesen Streckenabschnitt. Schließlich hat die Umgehungsstraße auch dazu beigetragen, den lokalen Verkehr vom Transitverkehr – in erster Linie große internationale LKW, die die Via Baltica nutzen – zu trennen.


Datum des Entwurfs

17/12/2009