Ländliche Gemeinde setzt auf nachhaltige Energie

Eine Kleinstadt im Po-Tal hat die städtischen Energiebenutzer auf 100 % erneuerbare Energien umgestellt. Ein Mix aus verschiedenen Technologien liefert nun die gesamte Energie für Heiz- und Klimaanlagen, die die Stadt in traditionell kalten Wintern und heißen Sommern benötigt.

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„Das Gesamtenergieprofil des Projekts stellt eine Reduktion der CO2-Emissionen von rund 255 Tonnen jährlich dar.“
Candido Roveda, Bürgermeister von Roncoferraro

Die neue grüne Stromanlage im Herzen des Fernwärme- und Kühlnetzes von Roncoferraro ist seit Dezember 2006 in Betrieb. Sie ersetzt sieben Einzelkessel und dürfte die lokalen CO2-Emissionen um über 250 Tonnen jährlich senken.

Gasheizkessel werden ersetzt

Roncoferraro liegt ungefähr 140 km südöstlich von Mailand. Seine 6 700 Einwohner sind über eine große Fläche verteilt, die meisten Menschen dort arbeiten im Agrarsektor. Mehrere öffentliche Gebäude der Stadt – drei Schulen, ein Schwimmbad, eine Sporthalle und zwei Gebäude der Stadtverwaltung – liegen jedoch in einem Umkreis von gerade mal 700 m voneinander entfernt. Diese räumliche Nähe ließ die Idee reifen, den gesamten lokalen Energiebedarf mit einem einzigen Hightech-Fernwärme- und Kühlnetz abzudecken. Das Netzwerk soll mit Holzpellets betrieben werden, die sieben Gasheizkessel ersetzt werden.

Eines der Hauptziele des Projekts war es, ein fossilfreies Energiesystem durch die Nutzung lokal erzeugter Biomasse zu entwickeln. Dies kommt auch der dringend erforderlichen Diversifizierung der auf Tierzucht und Getreide spezialisierten Landwirtschaft des Po-Tals zugute.

Die Hälfte der Projektgesamtkosten konnte mit EU-Fördermitteln gedeckt werden, der Rest stammte aus nationalen Fördertöpfen. Der Hauptpartner des Projekts war die Stadt Roncoferraro, die von der Provinz Mantua unterstützt wurde. Lokale Mitglieder des CNER, ein nationaler Verband von privaten Landwirten, die erneuerbare Energien unterstützen, gab die wichtige Garantie, dass genügend Biomasse für das neue System zur Verfügung stehen würde.

Optimaler Technologiemix

Wenngleich jede der Technologien für sich genommen recht traditionell ist, ergeben sie zusammen einen optimalen Mix für das Fernwärme- und Kühlnetz der Stadt. Das zentrale Element ist das neue und ästhetisch designte Biomasse-Kraftwerk mit einem automatischen Verbrennungsofen für Hackschnitzel/Pellets, der den lokalen Heizbedarf im Winter decken kann. Sein Dach besteht aus 130 Quadratmetern glasfreien Sonnenkollektoren, die im Sommer genügend heißes Wasser für das Außenschwimmbad, die Duschen der Sporthalle und den Kindergarten erzeugen. Das Kraftwerk besitzt schließlich auch noch einen Absorptionskühler, der wiederum von einem Holzverbrennungsofen betrieben wird und die Energie für die Klimaanlagen in zwei städtischen Gebäuden liefert.

Das neue System ersetzt 96 t/jährlich fossile Energie (Erdgas) mit dem entsprechenden Einsatz von erneuerbaren Energien. Das gereichte den Landwirten der lokalen Wirtschaft zum Vorteil, die Hackschnitzel produzieren, und zeigte vor allem, wie eine kleine Gemeinde erneuerbare Energien nutzen kann.


Datum des Entwurfs

13/01/2010