Piemont hat Wasserstoffwirtschaft im Visier

In Vorbereitung auf die neue Wasserstoffindustrie von morgen öffnet die norditalienische Region Piemont ihre Industrien für neue Formen der Wasserstoffanwendung. HySy Lab vereint Forschungszentren, Universitäten und Kleinunternehmen, um Wasserstoff-basierte Projekte zu entwickeln. Die Kombination des im Rahmen solcher Synergien entstehenden Fachwissens macht es einfacher, Herausforderungen zu meistern, wie zum Beispiel die Kraftstoffspeicherung bei einem wasserstoff-betriebenen Skooter.

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Hochgesteckte Ziele: Das HySy will die Wasserstoffindustrie von morgen entwickeln Hochgesteckte Ziele: Das HySy will die Wasserstoffindustrie von morgen entwickeln

„Ein kleines Unternehmen wie das unsere würde ohne Förderung an solchen Projekten nicht teilnehmen können. Aber ich glaube mit öffentlichen Fördermitteln und einigen neuen und innovativen Ideen wird es uns gelingen, einige Produkte herzustellen, die wir auf den Märkten von morgen verkaufen können.“
Maurizio Cheli, Digisky, Skynet company

Heute ist der Umweltpark, in dem das HySy Lab ansässig ist, europaweit als Exzellenz-Zentrum auf diesem Gebiet anerkannt. Dreiundzwanzig Unternehmen haben an 18 Pilotprojekten gearbeitet, Ideen geteilt und Pilotprojekte miteinander vernetzt. Zu den Errungenschaften gehören: ein ultraleichtes, wasserstoffbetriebenes Flugzeug; kostengünstige leichte Metall-Bipolarplatten für Wasserstoffbrennstoffzellen und ein Niederdruck-Wasserstofftank aus Aluminium.

Vorhandene Fähigkeiten anpassen

Das 2002 vom Umweltpark gebildete Hydrogen System Lab, oder kurz HySy Lab, hatte die Aufgabe, die vorhandenen technischen Fähigkeiten und das Fachwissen der verarbeitenden Industrie in der Region Piemont zu nutzen. Das Labor möchte die bestehenden Fähigkeiten der verarbeitenden Industrie auf den Wasserstoffsektor übertragen.

Da Forschungseinrichtungen, Universitäten und Großunternehmen in diesem Bereich bereits tätig sind, zielte das Projekt HySy auf Kleinunternehmen und ihr Potenzial als Schlüsselakteure im Wasserstoffmarkt ab. Das Projekt identifizierte die großen Elemente in der Wasserstoffkette und nahm eine Bewertung vor, wie die Region Piemont die notwendigen Technologien und das erforderliche Know-how auf der Basis von Fachwissen aus anderen Industriezweigen bereitstellen könnte.

Kleinunternehmen profitierten von umfassenden Informationen und erhielten technische Unterstützung. Dadurch konnten sie ihr Know-how an die Anforderungen des Wasserstoffsektors anpassen und Prototyp-Technologien im Rahmen von Pilotprojekten entwickeln.

Mit Zusammenarbeit auf Erfolgskurs

Machbarkeitsstudien bewerteten, ob Pilotprojekte anhand von technischen oder finanziellen Kriterien weiterverfolgt werden sollten. Die Pilotprojekte erforderten eine enge Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Universitäten und Forschungszentren und haben zur Schaffung von Prototypen geführt, die Kleinunternehmen fest in der Wasserstoffindustrie etabliert haben.

Am ersten Pilotprojekt nahmen drei Kleinunternehmen (Termomacchine, Compumat, Technodelta), die Università di Torino und der Umweltpark teil. Gemeinsam entwickelten die Partner einen Tank, der Wasserstoff bei Niederdruck speichern kann.

In einem anderen Projekt wurden die ersten wasserstoff-betriebenen Propellerflugzeuge entwickelt, wobei die Stromerzeugung an Bord auf einer Wasserstoff-Brennstoffzellen-Technologie beruht.

Ein anderes Projekt zielte auf die Optimierung einer Brennstoffzellen-Technologie ab und erreichte damit eine ununterbrochene Stromversorgung. Diese Technologie wurde von einem Unternehmen vor Ort (Electro Power Systems) entwickelt und ist heute ein führendes Produkt am Markt. Diese Projekte verhelfen der Region Piemont zu einer strategischen Position im Wasserstoffsektor der Zukunft.


Datum des Entwurfs

17/12/2009