Grenzüberschreitende Zusammenarbeit zur Bekämpfung des illegalen Tierhandels und damit zusammenhängender auf Menschen übertragbarer Krankheiten

Das im italienischen Friaul-Julisch Venetien und im österreichischen Kärnten durchgeführte Projekt Bio-Crime schafft einen Rahmen für gemeinsame Maßnahmen, um die Verbreitung von Zoonosen – von Tieren auf Menschen übertragbare Krankheiten – und den illegalen Tierhandel aufzuhalten. Dieser Handel stellt eine Gefahr für die menschliche Gesundheit und die Tiergesundheit dar, weil er die Verbreitung von Zoonosen erleichtert, und birgt Risiken für die Wirtschaft und die öffentliche Sicherheit. Im Rahmen des Projekts wurden zudem Programme der allgemeinen und beruflichen Bildung an Schulen und für Strafverfolgungsbehörden entwickelt sowie eine Plattform, die als grenzüberschreitendes Warnsystem für den illegalen Tierhandel und Zoonosen dient.

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Illegal pet trade ©Biocrime Illegal pet trade ©Biocrime

" Die grenzüberschreitende organisierte Kriminalität erfordert ein koordiniertes grenzüberschreitendes Vorgehen. Ein wesentliches Merkmal des Projekts Bio-Crime ist sein Schwerpunkt auf die überregionale Entwicklung bewährter Verfahren und innovativer Lösungen, insbesondere in den Bereichen Programme zur Krankheitsvorbeugung für Beamte und die Polizei, frühkindliche Bildung, Verhütung von Straftaten, grenzüberschreitende Maßnahmen und besserer Zugang zu öffentlichen Diensten "

Manlio Palei, Direktor, und Paolo Zucca, Haupt-Partnerprojektmanager

Bio-Crime hat für mehr als 1 000 italienische und österreichische Beamte und Polizisten eine 18-tätige theoretisch und praktisch ausgerichtete Schulungskursreihe zum Thema Risiken und Verhütung von Tierseuchen und Umgang mit Tieren organisiert. Weitere Schulungen wurden für die Forstpolizei in Friaul-Julisch Venetien ausgerichtet.

Für Gesundheitsdienste, Polizei und Justiz wurden Betriebsprotokolle verfasst. Zu den weiteren gemeinsamen Aktivitäten gehörten die epidemiologische Überwachung von konfiszierten Tieren sowie Tätigkeiten unter Mitwirkung von Veterinärdiensten, der Polizei und Zollbehörden zur Bekämpfung des illegalen Handels mit Haustieren. Um die Nachhaltigkeit des Projekts zu sichern, wurde ein starkes Kooperationsnetz zwischen den nationalen öffentlichen Einrichtungen entwickelt.

Digitale Werkzeuge und Lehrmittel

Im Rahmen des Projekts wurden digitale Werkzeuge entwickelt, u. a. ein Echtzeitsystem, das Beamte auf illegalen Tierhandel aufmerksam macht, und eine sichere Web-Plattform für Beamte und die Polizei. Zusätzlich wurden ein Bildungskanal auf YouTube und eine öffentliche Website, die durch ein System zur Analyse des Datenverkehrs im Internet gestützt wurde, eingerichtet.

Ein weiteres Element des Projekts bestand in Bildungsprojekten für Kinder im Alter von 11 bis 13 Jahren über die Risiken von Zoonosen und Interaktionen zwischen Mensch und Tier und die Verhütung dieser Risiken. Ein Fragebogen, der einen Ansatz der evidenzbasierten Medizin nutzt, wurde entwickelt, um das Wissen der Kinder und den Wert des Bildungsprogramms zu ermitteln. Insgesamt nahmen 240 Kinder in Kärnten und 100 Kinder in Friaul-Julisch Venetien teil, Letztere zwei Mal.

Neue Kriminalität und Gesundheitsgefahren

In der EU sind vermehrt Fälle von grenzüberschreitender Kriminalität, bei der strafbares Verhalten in einem Land Auswirkungen auf ein anderes oder sogar mehrere andere hat, zu beobachten. Darüber hinaus umfasst das Projektgebiet wichtige Transitstrecken für den illegalen Handel mit Haustieren, die vor allem aus Osteuropa stammen. Gleichzeitig ändern sich die Gesundheitsgefahren, denen die EU ausgesetzt ist, immer schneller und öffentliche Verwaltungen müssen viel schneller auf diese reagieren.

Als Maßnahme gegen den fehlenden grenzüberschreitendem Datenaustausch und die fehlende grenzüberschreitende Abstimmung in Bezug auf den illegalen Handel mit Haustieren und die Verbreitung von Zoonosen sowie gegen das geringe Bewusstsein und Wissen von Behörden und der breiteren Öffentlichkeit zu diesen Fragen hat Bio-Crime drei besonders innovative Methoden eingesetzt.

Zum einen kam eine Sentimentanalyse, eine Art von Data Mining, zum Einsatz. Dabei werden Meinungen durch Verarbeitung natürlicher Sprache, Computerlinguistik und Textanalyse sondiert, um Online-Informationen zu extrahieren und zu analysieren. Eine Sentimentanalyse-Software wurde verwendet, um abzuschätzen, wie die Kinder, die an den Bildungsprogrammen teilnahmen, Zoonoserisiken wahrnahmen.

Als zweite Methode wurde ein Ansatz der evidenzbasierten Medizin in schulischen Bildungsprogrammen umgesetzt. Das Projekte wies nach, dass mehr als 30 % der Kinder in den zwei Regionen nicht genug über Zoonosen und die korrekte Interaktion zwischen Mensch und Tier wissen. Da die meisten bioterroristischen Krankheitserreger Zoonoseerreger sind, wurden als dritte Methode Protokolle entwickelt, um zu untersuchen, woher die Zoonoseerreger stammen und ob sie Krankheiten verursachen können. Dies soll dem Schutz der Öffentlichkeit gegen Angriffe dienen.
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Gesamtinvestition und EU-Mittel

Die Gesamtinvestition für das Projekt „Bio-Crime“ beläuft sich auf 1 117 300 EUR, an der sich der Europäische Fonds für regionale Entwicklung mit 949 705 EUR im Rahmen des operationellen Programms „Interreg V-A - Italy-Austria“ für den Programmplanungszeitraum 2014-2020 beteiligt.