Besserer Zugang zu Dienstleistungen für Europas Alpengebiete

Das Projekt ACCESS hat für die Menschen, die in den ländlichen Berggebieten in fünf europäischen Ländern leben, Dienstleistungen wie öffentliche Verkehrsmittel, Warenlieferung sowie Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) leichter zugänglich gemacht.

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Die Eröffnung des ACCESS-Mobilitätszentrums in Volkermarkt Österreich © Peter Niederer Die Eröffnung des ACCESS-Mobilitätszentrums in Volkermarkt Österreich © Peter Niederer

" ACCESS zielt darauf ab, die Zugänglichkeit der Dienstleistungen in dünn besiedelten Gebirgsregionen zu verbessern. Zu diesem Zweck konzentriert es sich auf neue Organisationsformen zum Beispiel durch das Eingehen oder Fördern von öffentlich-öffentlichen und öffentlich-privaten Partnerschaften. Der Schwerpunkt liegt für ACCESS auf dem Einsatz von IKT sowie auf nachfrageorientierten, integrierten Mobilitätssystemen. "

Peter Niederer, Projektkoordinator

Da Berggebiete oft dünn besiedelt sind, haben die Menschen, die dort leben, Schwierigkeiten beim Zugang zu allgemeinen Dienstleistungen. Durch eine Mischung von privaten, öffentlichen und freiwilligen Diensten konnte das Projekt die Dienstgewährleistung auf lokale Bedürfnisse zuschneiden und somit ihre Zugänglichkeit verbessern.

Insgesamt wurden 24 Pilotprojekte eingeführt. Es wurden Transportlösungen wie zum Beispiel Carsharing und die Nutzung von Naturparkbussen organisiert. Waren wurden nach Hause und durch das Einzelhändlernetz geliefert. IKT- und Video-Link-Meetings wurden eingeführt, um Kontakt mit den Service-Betreibern aufnehmen zu können. Eine Sammlung von bewährten Praktiken, Richtlinien und ein Bericht darüber, wie man Dienste in Randgebieten verbessern kann, wurden veröffentlicht, um die Gesetzgebung davon in Kenntnis setzen zu können.

Nutzerorientierter Ansatz

Die Zugänglichkeit von Dienstleistungen ist für die Funktionalität von Bergregionen ein zentrales Thema. Diese ländlichen Räume werden oft durch einen Rückgang in der Anzahl von Einwohnern, die auf der Suche nach besseren Chancen umsiedeln, und einer alternden Bevölkerung gekennzeichnet. Der Mangel an zugänglichen Dienstleistungen kann zu einem Teufelskreis führen, durch den es zu einer weiteren Verschlechterung kommt. Bessere Dienstleistungen steigern die Lebensqualität, ziehen neue Einwohner sowie kleine und mittelständische Unternehmen an.

Das Projekt baut auf einem Vorgängerprojekt – PUSEMOR – auf. Dieses zeigte, dass Dienstleistungen sich auf die Bedürfnisse der Menschen und ihre Nutzung der Infrastruktur konzentrieren müssen, statt auf die Infrastruktur selbst. ACCESS brachte diese Forschungen voran, bildete Netzwerke und förderte die Zusammenarbeit zwischen urbanen Zentren und ländlichen Gebieten.

Zur Sensibilisierung wurden mehrere Workshops und öffentliche Konferenzen in Italien, Österreich, der Schweiz, Frankreich und Deutschland organisiert. Insgesamt wurden 44 Medienbeiträge, fünf Fernsehdokumentationen und drei Radiobeiträge veröffentlicht.

Pilotprojekte

Vierundzwanzig Pilotprojekte wurden eingeführt, die sich auf die folgenden drei wesentlichen Dienstleistungen konzentrieren: IKT, öffentliche Verkehrsmittel und die Verfügbarkeit von Gütern des täglichen Bedarfs. Dazu gehörte ein Mobilitätszentrum im österreichischen Südkärnten, das öffentliche Verkehrsdienste von einem zentralen Knotenpunkt aus erbrachte. In der Region Franche-Compté in Frankreich hat ein Videoserviceschalter, durch den virtuelle Besprechungen abgehalten werden konnten, Bürgern in vier Gemeinden ermöglicht, mit regionalen öffentlichen Dienstleistungseinheiten unter anderem für Sozialfürsorge, Krankenversicherung und Arbeitssuche Kontakt aufzunehmen.

Ein weiteres Pilotprojekt hat kleine Lebensmittelgeschäfte mit Hilfe eines auf Einzelhandel spezialisierten Beratungsbüros, das hilft, kleine Lebensmittelläden aufrechtzuerhalten, gestärkt. Diese Versuchsprojekte blieben nach Abschluss des Projektes bestehen und wurden in die kommunalen Programme des Gebiets eingebunden.

Zwei veröffentlichte Berichte beinhalten eine Reihe bewährter Verfahren, eine Richtlinie zur Entwicklung von Pilotprojekten und Strategien zur Verbesserung der Dienstleistungserbringung in Randgebieten.

Gesamtinvestition und EU-Mittel

Die Gesamtinvestition für das Projekt „ACESS. Verbesserung der Zugänglichkeit der Dienstleistungen von allgemeinem Interesse – organisatorische Innovationen in ländlichen Berggebieten“ beläuft sich auf 2 478 845 EUR, an der sich der Europäische Fonds für regionale Entwicklung mit 1 719 008 EUR im Rahmen des operationellen Programms „Alpenraum“ für den Programmplanungszeitraum 2007-2013 beteiligt. Die Investition fällt unter die Priorität „Zugänglichkeit und Anschlussfähigkeit“.

Datum des Entwurfs

22/03/2019