Wissenschaft als Wachstumsmotor

Wie können wichtige wissenschaftliche Forschungsergebnisse nutzbar gemacht werden und damit Mensch und Wirtschaft zugute kommen? Eine Forschergruppe an der Universität zu Lübeck hat eine Antwort auf diese Frage gefunden: Sie hat mit Unterstützung der EU die Fraunhofer-Einrichtung für Marine Biotechnologie (EMB) gegründet.

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In dem Zeitraffer-Mikroskop der Fraunhofer-Einrichtung für Marine Biotechnologie (EMB) kann das Wachstum einzelner Zellen beobachtet und dokumentiert werden. Foto: Fraunhofer EMB In dem Zeitraffer-Mikroskop der Fraunhofer-Einrichtung für Marine Biotechnologie (EMB) kann das Wachstum einzelner Zellen beobachtet und dokumentiert werden. Foto: Fraunhofer EMB

„Die Gründung der Fraunhofer-Einrichtung für Marine Biotechnologie war der Startschuss für eine überaus erfolgreiche Geschäftsentwicklung, so dass mit den zahlreichen Partnern aus Hochschulen und Industrie ein neues wissenschaftliches und wirtschaftliches Kraftzentrum in der Region entsteht.“
Prof. Dr. Charli Kruse

Als Europas größte Organisation für anwendungsorientierte Forschung verfügt Fraunhofer über ein breites Netz an Instituten und Einrichtungen in den Bereichen Gesundheit, Sicherheit, Kommunikation, Mobilität, Energie und Umwelt. Nun ist mit der Einrichtung in Lübeck ein weiterer Schwerpunkt hinzugekommen. Zu den Kernkompetenzen der EMB gehören Stammzelltechnologie, medizinisch-zelluläre und aquatische Technologien sowie Aufbau und Pflege der Deutschen Zellbank für Wildtiere "Cryo Brehm".

Zukunftsweisende Forschung…

Auf derzeit 1 000 m2 Grundfläche betreiben die Mitarbeiter der EMB mithilfe modernster Technik vielfältige Forschungs- und Entwicklungsarbeit. Aktuelle Projekte beschäftigen sich zum Beispiel mit Verbesserungen des menschlichen Wundheilungsverlaufs oder der Herstellung eines Fischzellpulvers als wertvolles Nahrungsergänzungsmittel. Zudem entwickeln Forscher neue Testsysteme für Herzmedikamente, damit ihre Wirkung auf den menschlichen Organismus ohne Tierversuche erforscht werden kann.

Ein besonders prägnanter Aufgabenbereich stellt die weltweit einzigartige Zellbank "Cryo Brehm" dar, in der lebend konservierte Stammzellen verschiedener Wild- und Zootiere eingelagert werden. Diese Zellen dienen nicht nur unterschiedlichen Forschungszwecken – zum Beispiel evolutionsbiologischen Fragestellungen oder dem Erforschen und Erproben neuer Medikamente bei einer Epidemie –, sondern stellen auch eine wichtige Zellquelle zum Erhalt der Artenvielfalt dar.

… als Gewinn für die gesamte Region

Um bahnbrechende Forschungsergebnisse zu erzielen, arbeitet die EMB einerseits eng mit Hochschulen und anderen außeruniversitären Forschungseinrichtungen vor Ort zusammen. Andererseits belegen ihre zahlreichen Kooperationsprojekte mit der Wirtschaft, dass Forschung für die EMB keinen Selbstzweck darstellt. Anstatt im akademischen Elfenbeinturm zu sitzen, tragen die Mitarbeiter der EMB maßgeblich zur Vernetzung von Unternehmen und Wissenschaft in der Region bei.

Die Ausrichtung der EMB auf anwendungsorientierte Forschung stellt sicher, dass gewonnene Erkenntnisse direkt der Wirtschaft zugute kommen. So nutzen sowohl Großunternehmen als auch kleine und mittlere Unternehmen die EMB als Forschungspartner. Auch die Region profitiert von diesem erheblichen Kompetenzaufbau. Sie wird dadurch auf nationaler und internationaler Ebene wettbewerbsfähiger und attraktiver für Investitionen – mit entsprechenden Auswirkungen auf Wachstum und Arbeitsplätze. Diese Vorteile scheinen langfristig gesichert: Ab 2013 soll die EMB zu einem vollwertigen Fraunhofer-Institut ausgebaut werden.

Datum des Entwurfs

30/06/2010