Innungen schließen sich für eine bessere Energienutzung in Deutschland zusammen

Das Modellprojekt „Energiekompetenz“, das der Energieeffizienz weltweit allerhöchste Priorität einräumt, bietet Kunden, Bauunternehmen und Architekten nun auch umfassende Informationen über Techniken, Produkte, Unterstützung und Trends im Bereich der energiesparenden Bauweisen. Verkörpert wird das Projekt durch ein Musterhaus, das nach den Grundsätzen der passiven Bauweise erbaut wurde und auf innovative ressourcensparende Techniken wie Wärmerückgewinnung und die Verwendung von Sonnenkollektoren zurückgreift.

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Energiekompetenz Ostalb Energiekompetenz Ostalb

„Nachdem wir uns im Energiekompetenzzentrum haben beraten lassen, überlegten wir gemeinsam mit unserem Architekten, wie wir in unserem Haus Energie sparen könnten. Eine Möglichkeit war, neue Fenster mit Fensterläden einbauen zu lassen, wodurch wir jedes Jahr rund 650 Liter Brennstoff sparen würden. Mit der finanziellen Unterstützung der KfW dürften die neuen Fenster bis September eingebaut sein.“
Sonja Lachnit, Bürgerin

Mit den richtigen Informationen können alle, die sich dafür interessieren, Energie sparen und/oder zu alternativen Energiequellen überwechseln, an Schulungen teilnehmen und in Netzwerken von Architekten/Planern und anderen wichtigen Gruppen kooperieren. Im Rahmen des Projekts wurde neben einem Energieberatungs- und -kompetenzzentrum auch ein Schulungszentrum eingerichtet, in dem bereits 110 „Energiesparer“ an einer Schulung teilgenommen haben.

Eine geeinte Gemeinschaft handelt grün

Das Projekt ist das Ergebnis einer öffentlich-privaten Partnerschaft zwischen dem Ostalbkreis, der Stadt Böblingen sowie Wirtschaftsverbänden, Innungen und der Architektenkammer im Ostalbkreis. Die letztendlichen Nutznießer sind hauptsächlich lokale Innungen, die auch zu den Gründungsmitgliedern des Projektvereins „Energiekompetenz Ostalb“ gehören. Dazu zählen Bauhandwerker, Elektriker, Glaser, Experten für sanitäre Anlagen, Wärme- und Klimaanlagentechniker, Gipser und Schreiner. Durch solche Vorzeigeprojekte konnte sich in der Region ein Gemeinschaftssinn entwickeln, wobei normale Bürger nun auch die Möglichkeit haben, sich in Energiefragen beraten zu lassen oder an einer diesbezüglichen Schulung teilzunehmen.

Nachhaltigkeit zur Schau gestellt

Bei dem Musterhaus handelt es sich um ein multifunktionelles, auf Passivhausstandards basierendes Wohn- und Geschäftsgebäude, das die Rentabilität des Projekts gewährleistet. Wasser wird mithilfe von Sonnenkollektoren erwärmt, während ein photovoltaisches System verwendet wird, um Strom zu erzeugen. Die Hitze, die durch die Belüftung verloren geht, wird durch die Wärme ersetzt, die aus dem Boden an die Luft abgegeben wird, welche wiederum ins Gebäude gesaugt wird. Der übrige Wärmebedarf wird durch Heizkörper und ein mit Holzspänen betriebenes Wärmesystem gedeckt.

Vermittlung eines‚ passiven’ Ansatzes

Das 220 m² große Energieberatungs- und Schulungszentrum, das neben dem Passivhaus Teil des Projekts ausmacht, hat sich zum Ziel gesetzt, unternehmerische Initiativen und eine wettbewerbsfähigere Region zu fördern. Bis heute konnten im Rahmen der Beratungsveranstaltungen, bei denen in das Thema Energieeffizienz eingeführt wird, mehr als 2 000 Bürgern Ratschläge über innovative und ressourceneffiziente Strategien sowie über energiesparende Bautechniken erteilt werden. Die Schulungen werden von externen Experten, Mitgliedern des Vereins „Energiekompetenz Ostalb“ und Energieberatern geleitet.

Datum des Entwurfs

06/01/2010