Wasser für das Moor

Das "Fröslev-Jardelunder Moor" liegt etwa 30 Kilometer nordwestlich der Stadt Flensburg. Mitten hindurch geht die deutsch-dänische Staatsgrenze. Lange Zeit wurde das Moorgebiet auf beiden Seiten zum Torfabbau genutzt. Besonders nach dem Krieg spielte Torf als Brennmaterial eine große Rolle. Firmen betrieben einen großflächigen, maschinellen Abbau. Torfgewinnung, landwirtschaftliche Nutzung und die dafür erforderlichen tiefen, künstlich geschaffenen Gräben veränderten jedoch die Natur des Hochmoores. Es trocknete buchstäblich aus, verlor seine ursprüngliche Bodenbeschaffenheit und die typische Moorflora mit ihren seltenen Pflanzen ging verloren.

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Schon zu Beginn der sechziger Jahre, nachdem der Torfabbau eingestellt worden war, setzten sich deutsche und dänische Umweltschutzbehörden für die Erhaltung des gemeinsamen Hochmoores ein. Es wurde 1984 auf schleswig-holsteinischer und 1985 auf dänischer Seite zum Naturschutzgebiet erklärt. Doch Natur macht an Staatsgrenzen nicht halt und ein gefährdeter Lebensraum wie das Jardelunder Moor mit seiner empfindlichen Tier- und Pflanzenwelt konnte nur gemeinsam gerettet werden.

Im Februar 1988 unterzeichneten das dänische Amt Sonderjylland und die Landesregierung von Schleswig-Holstein ein gemeinsames Renaturierungsprogramm.

Die Europäische Union unterstützte in beiden Ländern das grenzüberschreitende Projekt, mit dessen Hilfe aus dem stark entwässerten und abgetorften Hochmoor wieder ein funktionsfähiges Ökosystem werden sollte.

Wichtigste Voraussetzung für die Umsetzung des Projektes war der Ankauf der im Moor liegenden oder an das Moor angrenzenden Äcker und Weiden. Nur so konnten die Vorfluter und Gräben, die das Moor entwässert hatten, angestaut oder verfüllt werden. Zugeschüttet wurde auch der ehemalige Grenzgraben zwischen Deutschland und Dänemark.

Die durch den Torfabbau entstandenen Seen wurden wieder durch Torfmasse aufgefüllt, um den Wasserspiegel anzuheben. Man baute ein System von Dämmen durch das Moor, um den Boden wieder zu vernässen. Auf dänischer Seite
pumpte man Wasser aus Tiefbrunnen ins Moor.

In einem nächsten Schritt wurden die Büsche und Bäume, die auf dem ausgetrockneten Moorboden gewachsen waren, bis auf den Grund abgeholzt, um Luft zu machen für die langsam wieder nachwachsende ursprüngliche Moorvegetation. Damit die kostspielige Abholzung nicht wiederholt werden muß, sind seit dem Sommer 97 besondere Helfer im Einsatz. Eine 700 köpfige Herde pommerscher Landschafe hält Büsche und Bäume kurz. Besonders gern fressen sie das schnell wuchernde Pfeifengras, das die Oberfläche verfilzt.

Die vierbeinigen Landschaftspfleger schaffen so die Grundlage dafür, daß die alte Moorflora, Besen- und Glockenheide, Wollgras und Sonnentau sich wieder regenerieren kann.

Der Erfolg des grenzüberschreitenden Projekts blieb nicht ohne Folgen. Die gelungene Zusammenarbeit bei der Rettung des Fröslev-Jardelunder Moores hat bereits den Anstoß für weitere deutsch-dänische Umwelt- und Naturschutzprojekte gegeben.

Datum des Entwurfs

01/01/2004