SEEDS unterstützt die Zwischen- und Nachnutzung verlassener Gebäude und Flächen

Das Projekt SEEDS (Stimulating Enterprising Environments for Development and Sustainability) mit Partnern aus Belgien, Dänemark, Deutschland, den Niederlanden, Schweden und dem Vereinigten Königreich hat eine Charta ausgearbeitet, um die Nachnutzung verlassener Gebäude und Flächen zu fördern und städtische Gebiete wiederzubeleben.

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Gemeinsame Gartenarbeiten im Göteborger Stadtteil Linnéstaden im Rahmen des Projekts SEEDS © South Yorkshire Forest Partnership Gemeinsame Gartenarbeiten im Göteborger Stadtteil Linnéstaden im Rahmen des Projekts SEEDS © South Yorkshire Forest Partnership

" Projekte für die Zwischen- und Nachnutzung bieten eine ausgezeichnete Gelegenheit für einen positiven Wandel, da sie heruntergewirtschafteten und leeren Gebäuden und Flächen neues Leben einhauchen und neue wirtschaftliche Möglichkeiten bieten können. Das Projekt SEEDS stellte eine tolle Chance dar, die Nutzungsmöglichkeiten dieser Flächen besser zu verstehen und durch die Arbeit des Projekts zu unterstützen und möglicherweise langfristig zu erhalten. Da ich selbst in Sheffield lebe und arbeite, kann ich aus eigener Perspektive sagen, dass der Nutzen des Projekts für die Stadt durch die von ihr unterstützten Projekte Sheffield Showcase und ReNew Sheffield, die teilweise heute noch immer einen wertvollen Beitrag für das Stadtleben und die lokale Wirtschaft leisten, weiterhin gut erkennbar ist. "

Johanna Mawson, Direktorin, Partnerschaft South Yorkshire Forest

In der gesamten Nordseeregion stellen leere und verlassene Flächen eine zunehmend akute Bedrohung für den territorialen Zusammenhalt und die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit dar. Dies verhindert Investitionen in rückläufige Gebiete, bedroht die Gleichstellung und untergräbt die wirtschaftliche Fairness in den Nordseeregionen. Zu den Gründen für diese Probleme gehören Marktversagen, unflexible Planungspolitik, rückläufige Bevölkerungszahlen oder die persönlichen Interessen von Spekulanten, die Eigentümer leerstehender Grundstücksbestände bleiben, bis die Grundstückspreise steigen.

Das EU-finanzierte Projekt richtete ein Netzwerk aus Projektpartnern, Fachleuten für die Zwischennutzung und Start-up-Unternehmen ein, das sich für neue Perspektiven zur Nachnutzung einsetzt, Forschungstätigkeiten unternimmt und Berichte erstellt, um darzulegen, in welchen Bereichen ein politischer Wandel oder ein Umdenken erforderlich ist.

Das Netzwerk eröffnete Diskussionen über Themen der Nachnutzung, die von Raumordnungsplanung bis hin zu Fachrichtungen wie Wirtschaftswissenschaften, Finanzwesen und Immobilien reichten. Die daraus hervorgegangenen Ideen wurden in acht Broschüren, jeweils eine pro Arbeitspaket, sowie einem übergeordneten Abschlussbericht veröffentlicht.

SEEDS untersuchte Strategien zur Zwischen- und Nachnutzung von Grundstücken und Gebäuden, um Schwächen zu ermitteln, und um zu prüfen, wie Strategien für eine erneute Wiederbelebung oder veränderte Planung angepasst werden könnten. Diese Vorgehensweise sorgte bei den Partnern für eine klare Kenntnis der Schwierigkeiten und möglichen Lösungen.

Zu den Pilotmaßnahmen für die Nachnutzung verlassener Räume zählte die Möglichkeit für kleine Unternehmen, Bereiche nicht genutzter Geschäfte zu mieten oder die Schaufenster leerer Geschäfte dafür zu nutzen, jungen Auszubildenden zu erklären, wie Auslagen gestaltet werden, sowie für die Förderung der Geschäftsentwicklung. Den neuen Unternehmen wurden auch Schulungen im Bereich Einzelhandel angeboten. Eine Broschüre unter dem Namen „Transforming Cities and Landscapes through Temporary Use“ dokumentiert die Erfahrungen aus den 20 Pilotprojekten zur Zwischennutzung.

Impulsgeber für Veränderungen

Das Projekt behandelte Themen wie Wirtschaftsabschwung, soziale Ausgrenzung, mangelnde Beschäftigungsfähigkeit und restriktive sowie unkoordinierte Raumordnungsplanungen, um aufzuzeigen, wie verlassene Gebäude und leerstehende Flächen ein Impulsgeber für Veränderungen werden können. Zudem hob es den Bedarf an politischen Strategien, welche die Entwicklung von Kompetenzen unterstützen und die Wahrscheinlichkeit für Wirtschaftswachstum erhöhen, hervor. SEEDS bemühte sich außerdem, innovative kurzfristige Strategien für die Grundstücksnutzung zu ermitteln, mit denen die Vorteile der Zwischennutzung für Grundstückseigentümer und Entwickler aufgezeigt werden.

Es wurde ein Rahmenkonzept für die Bewertung von Strategien für leerstehende und verlassene städtische Flächen entwickelt. Dieses Konzept basierte auf einer zweiteiligen Studie, zahlreichen Fallstudien und einer SWOT-Analyse und sorgte dafür, dass die Partner die Notwendigkeit erkannt haben, die weit verbreitete Sichtweise zu ändern, dass die Zwischennutzung eine Notlösung sei. Stattdessen sollte gemäß den Projektergebnissen ihr Potenzial für einen physischen, sozialen und wirtschaftlichen Wandel beworben und gleichzeitig ein schlüssiger politischer Ansatz auf allen geografischen Ebenen gefördert werden.

In allen beteiligten Ländern wurden Arbeitsgruppen gebildet, um Probleme in Bezug auf Partnerschaft, Denkweise, Innovationen und Veränderungen zu untersuchen. Zudem wurde Arbeit investiert, um aufzuzeigen, dass die Zwischen- und Nachnutzung Kompetenzlücken schließen kann. Die Notwendigkeit geeigneter länderübergreifender Strategien für die Nachnutzung von Flächen wurde so ebenfalls aufgezeigt.

Innovation, Wandel und Zusammenarbeit

Ein wichtiges Thema war auch die Rolle der kurzfristigen Innovation für den langfristigen Wandel. Die Pilotmaßnahmen zielten – gestützt auf Fallstudien, Workshops, Seminare, Wissensaustausch und Ortsbegehungen – darauf ab zu zeigen, wie die Zwischennutzung Städte erneuern kann, indem die Menschen zusammenkommen, und Kompetenzen, Geschäftsentwicklung und lokale Eigenverantwortung unterstützen können. Darüber hinaus wurden sechs thematische Workshops abgehalten, um die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteuren zur Entwicklung vertrauensbasierter Partnerschaften zu fördern.

All diese vorgenannten Sachverhalte führten zur Erarbeitung und Unterzeichnung der SEEDS-Charta für die Nachnutzung, in der Empfehlungen für die Aufgaben, die umgesetzt, und die Perspektiven, die beworben werden sollten, ausgesprochen werden. So soll eine höhere Bedeutung der Zwischen- und Nachnutzung innerhalb der Planungs- und Entwicklungsstrategien sichergestellt werden. Die Charta wird durch das Forum unterstützt, das die Partnerschaft zwischen Befürwortern koordinierter Raumordnungsplanung fördert. Es soll bewährte Verfahren, Systemanpassungen und neue Perspektiven begünstigen und die kurzfristige Nachnutzung als Aspekt der langfristigen Planung und Entwicklung anerkennen.


Gesamtinvestition und EU-Mittel

Die Gesamtinvestition für das Projekt „SEEDS – Stimulating Enterprising Environments for Development and Sustainability“ beläuft sich auf 4 669 318 EUR, von denen 2 334 659 EUR aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung im Rahmen des operationellen Programms „Nordseeregion“ für den Programmplanungszeitraum 2007-2013 finanziert werden.


Datum des Entwurfs

06/09/2018