eMEN: Einsatz von Technologien zur Verbesserung der psychischen Gesundheit in Europa

In Europa steigt der Bedarf an Gesundheitsversorgung im Bereich der psychischen Erkrankungen. Um diesem Bedarf zu entsprechen, entwickelt und implementiert das EU-finanzierte Projekt eMEN ein ganzes Spektrum technologiebasierter Anwendungen für Prävention, Diagnose und Behandlung. 

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To meet rising demand for mental healthcare in Europe, the eMEN project is developing technology-based applications for prevention, diagnostics, and treatment. ©eMEN To meet rising demand for mental healthcare in Europe, the eMEN project is developing technology-based applications for prevention, diagnostics, and treatment. ©eMEN

" eMEN ist eine der ersten multidisziplinären, europäischen Kooperationsplattformen dieser Art, welche der Förderung der praktischen Umsetzung digitaler Technologien zur Verbesserung der Prävention, Diagnostik und Behandlung psychischer Erkrankungen dient.“ E-Mental-Health könnte in hohem Maße dazu beitragen, die Gesundheitsversorgung im Bereich der psychischen Erkrankungen für alle EU-Bürgerinnen und Bürger zugänglich und erschwinglich zu halten, da Nachfrage und Kosten steigen. "

Oyono Vlijter, Projektleiter von eMEN, Arq Foundation, Diemen, Niederlande

Da in Europa 38 % der erwachsenen Bevölkerung von einer psychischen Erkrankung betroffen sind, stellt die psychische Gesundheit sowohl für die europäischen Gesellschaften als auch die Gesundheitssysteme der Länder eine enorme Herausforderung dar. Viele Forschende sehen gesellschaftliche Veränderungen wie die Automatisierung, den wirtschaftlichen Wettbewerb, die sozialen Medien, die alternde Bevölkerung und den Klimawandel als mögliche Ursachen.

Eine denkbare Lösung sind digitale Gesundheitstechnologien (E-Health), denen ein enormes Potenzial zur Verbesserung der Prävention, Diagnose, Behandlung, Überwachung und Behandlung von psychischen Erkrankungen innewohnt. Ziel dieses Projekts ist die Umsetzung dieser Technologien in Europa und der Aufbau eines europaweiten Netzwerks, um ihre Entwicklung, Erprobung und Implementierung zu fördern.

Anwendungen, Strategien und Wissen

Innerhalb des Projekts wurden unter Nutzung eines multidisziplinären Ansatzes mehrere Maßnahmen ergriffen, die sich auf die Suche nach praktischen Lösungen für die Ausweitung der E-Mental-Health-Technologien und deren Förderung konzentrieren. So wurden zum Beispiel in Zusammenarbeit mit 14 KMU sieben Anwendungen in sechs Ländern mitentwickelt, modifiziert und erprobt: zwei für Depressionen, zwei für Angstzustände und drei für posttraumatische Belastungsstörung. Die Pilotprojekte werden europaweit in verschiedenen Umgebungen und Systemen der Gesundheitsversorgung im Bereich der psychischen Erkrankungen durchgeführt.

Im Rahmen des Projekts wird eine umfassende europäische Empfehlung für die Umsetzung von E-Mental-Health-Dienstleistungen entwickelt. Nach ihrer Fertigstellung wird die Empfehlung den Entscheidungsträgern Hilfestellung dabei leisten, die Vorteile von E-Mental-Health-Produkten und -Dienstleistungen, und wie diese zur Verbesserung der psychischen Gesundheit in ganz Europa eingesetzt werden können, besser zu verstehen.

Da eine zunehmende Nutzung von E-Mental-Health-Dienstleistungen ohne Wissenszuwachs über die zur Verfügung stehenden Technologien nicht realisierbar ist, hat das eMEN-Forscherteam eine strategische Kommunikationsstrategie entwickelt. Schwerpunkt dieser Strategie ist vor allem, die relevanten Interessengruppen zu erreichen. Dazu zählen Dienstleister der psychischen Gesundheitsversorgung, KMU/E-Health-Entwickler, politische Entscheidungsträger, Universitäten, Lobbygruppen und Nutzer. Mittel dazu sind eine Projektwebsite, die sozialen Medien, Videos, Banner sowie transnationale und thematische Seminare und Konferenzen.

Ein Wettbewerbsvorteil

Mit dem Vorantreiben einer schnelleren und groß angelegten Einführung von Technologien für psychische Gesundheit trägt das Projekt eMEN dazu bei, dass Nordwesteuropa eine führende Region im Bereich E-Mental-Health bleibt. Das Projekt wird positive Auswirkungen auf den Beschäftigungsbereich haben, da es in den im Bereich E-Health tätigen KMU mehr Arbeitsplätze schaffen wird und die Entwicklung gesünderer Belegschaften unterstützt. Seine Arbeit fördert den Export von E-Health-Produkten und -Dienstleistungen in andere Regionen, sowohl innerhalb der EU als auch darüber hinaus.

Begünstigte

„Wir können heute sagen, dass die digitale psychische Gesundheitsversorgung Teil des künftigen ‚Blended Care‘-Konzepts sein wird, bei dem Face-to-Face- und Online-Behandlung kombiniert werden. Außerdem kann E-Mental-Health eine wichtige Rolle in Hinsicht auf Zugänglichkeit und Erschwinglichkeit von Dienstleistungen der psychischen Gesundheitsversorgung spielen, da der Bedarf steigt.“ 

 

Oyono Vlijter, Projektleiter von eMEN, Arq, National Psychotrauma Centre

 

„Anhand der Überprüfung der Vorschriften in der EU und der nationalen Gesetzgebung wurden die Hindernisse und vermittelnden Faktoren in Bezug auf die Förderung und Umsetzung einer qualitativ hochwertigen E-Mental-Health ausführlich untersucht und es wurden Vorschläge für Empfehlungen und Maßnahmen zur Ausweitung von E-Mental-Health auf die gesamte EU entwickelt. Entsprechend verschiedener Vorschläge zu praktischen Anwendungen und für die weitere Forschung hat diese Arbeit in unseren eigenen klinischen und wissenschaftlichen Einrichtungen zu neuen Entwicklungen angeregt.“ 

 

Univ.-Prof. Dr. med. Wolfgang Gaebel; früherer EPA-Präsident, WHO-Kooperationszentrum, LVR-Klinikum Düsseldorf

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Gesamtinvestition und EU-Mittel

Die Gesamtinvestition für das Projekt „eMEN“ beläuft sich auf 5 363 655 EUR, an der sich der Europäische Fonds für regionale Entwicklung mit 3 218 193 EUR im Rahmen des operationellen Programms „Interreg North-West Europe“ für den Programmplanungszeitraum 2014-2020 beteiligt. Die Investition fällt unter die Priorität „Innovation“.